Pressemitteilungen

2014

Mitterlehner/Bures: Startschuss für 10 neue K1-Zentren gefallen

10.07.2014
Autor: Mag. (FH) Gerlinde Tuscher

61,4 Millionen Euro an Bundesmitteln zur Stärkung des Kompetenz- und Forschungsstandortes Österreich freigegeben

Um den Forschungs- und Innovationsstandort Österreich weiter auszubauen, werden 10 neue K1-Kompetenzzentren mit 92 Millionen Euro (Bundes- und Landesmittel) gefördert, wie die international besetzte Jury am Mittwoch empfohlen hat. Wissenschafts-, Forschungsund Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Innovations- und Technologieministerin Doris Bures stellen dafür 61,4 Millionen Euro an Bundesmitteln zur Verfügung. Im Rahmen des Kompetenzzentren-Programms COMET finanzieren Bund, Bundesländer und die jeweils beteiligten Unternehmen diese neuen K1-Zentren, deren Gesamtinvestitionsvolumen sich auf 200,5 Millionen Euro beläuft. Insgesamt wurden in dieser dritten Ausschreibung 14 Anträge mit einem Gesamtvolumen von über 279 Millionen Euro bei der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG eingereicht.

"Die neuen Kompetenzzentren werden wesentlich dazu beitragen, innovative Ideen von den Universitäten und Forschungszentren in Wirtschaft und Gesellschaft zu tragen. Davon profitieren alle beteiligten Partner", sagt Mitterlehner. "Mit dem erworbenen Know-how können die beteiligten Unternehmen neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln und sich damit auch international durchsetzen, was wiederum Wachstum und Arbeitsplätze in Österreich schafft. Umso mehr gilt, dass wir die Wissensgesellschaft auf allen Ebenen ausbauen müssen", so Mitterlehner. Die Schwerpunkte der neuen Zentren umfassen die Bereiche Produktionstechnologien, Informations- und Kommunikationstechnologien, Energie & Umwelt sowie Life Sciences/Humanmedizin.

„Neben ihrer herausragenden wirtschaftlichen und technologischen Bedeutung werden diese neuen Kompetenzzentren auch wichtige gesellschaftliche Funktionen erfüllen, weil sie einen bedeutenden Beitrag zur Lösung aktueller Herausforderungen leisten“, erklärt Bures. „Mit den neuen K1-Zentren gelingt es uns, weiter auf hohem Niveau wissenschaftliche Kompetenz und technologisches Know-how in Österreich zu bündeln und so den direkten Transfer von neuem Wissen in neue marktfähige Produkte und Dienstleistungen überzuleiten“, so Bures. Mit dieser Entscheidung besteht die Landkarte der österreichischen Exzellenzzentren nun aus 5 K2-Zentren, 15 K1-Zentren und 29 K-Projekten.

„Das COMET-Programm ist ein konstanter Erfolg, weil die Projekte einerseits aus einem Wettbewerb der Besten hervorgehen, und es andererseits eine große Unterstützung aller beteiligten Partner gibt. Von den 10 geförderten K1-Zentren beteiligt sich die Steiermark insgesamt an 7 K1-Zentren, Oberösterreich an 4, Niederösterreich an 3, Wien an 2, Tirol an 2, Kärnten an 2 und Burgenland an 1 K1-Zentrum“, erklären Henrietta Egerth und Klaus Pseiner, die Geschäftsführer der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG. An K1-Zentren müssen mindestens ein wissenschaftlicher Partner (Hochschule, Forschungsinstitut) und mindestens fünf Unternehmenspartner beteiligt sein. Die Laufzeit beträgt acht Jahre (mit einer Stop-or-Go Evaluierung im vierten Jahr). Die Förderung seitens des Bundes und der Länder für jedes K1-Zentrum beträgt maximal 2,55 Millionen Euro pro Jahr und ist auf maximal 55 Prozent des Gesamtvolumens beschränkt. Unternehmenspartner bewerkstelligen mindestens die Hälfte der Kosten, der Rest wird von den wissenschaftlichen Partnern finanziert.

Die neu bewilligten K-Zentren sind:
  1. „ASSIC - Austrian Smart Systems Integration Research“
    CTR Carinthian Tech Research AG
    Ko-finanzierende Länder: Kärnten, Steiermark
  2. „BE2020_2.0 - Bioenergy 2020+“
    BIOENERGY 2020+ GmbH
    Ko-finanzierende Länder: Steiermark, Burgenland, Niederösterreich
  3. „CBMed - Austrian COMET K1 Center for Biomarker Research“
    Medizinische Universität Graz - Organisationseinheit für Forschungsmanagement
    Ko-finanzierende Länder: Steiermark, Wien
  4. „CEST - CEST Kompetenzzentrum für elektrochemische Oberflächentechnologie GmbH“
    CEST Kompetenzzentrum für elektrochemische Oberflächentechnologie GmbH
    Ko-finanzierende Länder: Niederösterreich, Oberösterreich
  5. „K1-MET - Competence center for Excellent Technologies in Advanced Metallurgical and Environmental Process Development“
    Siemens VAI Metals Technologies GmbH
    Ko-finanzierende Länder: Oberösterreich, Steiermark, Tirol
  6. „KNOW-Center - Know-Center - Research Center for Data-driven Business“
    Know-Center Kompetenzzentrum für wissensbasierte Anwendungen und Systeme Forschungs- und Entwicklungs GmbH
    Ko-finanzierendes Land: Steiermark
  7. „LEC EvoLET - LEC Evolutionary Large Engines Technology for the Next Generation of Gas and Dual Fuel Engines“
    Technische Universität Graz - Institut für Verbrennungskraftmaschinen und Thermodynamik - Institute for Internal Combustion Engines and Thermodynamics
    Ko-finanzierende Länder: Steiermark, Tirol, Wien
  8. „RCPE - Research Center Pharmaceutical Engineering GmbH“
    Research Center Pharmaceutical Engineering GmbH
    Ko-finanzierendes Land: Steiermark
  9. „SCCH - Software Competence Center Hagenberg“
    Software Competence Center Hagenberg GmbH
    Ko-finanzierendes Land: Oberösterreich
  10. „WOOD - Wood: next generation materials and processes - from fundamentals to implementations“
    Kompetenzzentrum Holz GmbH
    Ko-finanzierende Länder: Oberösterreich, Niederösterreich, Kärnten

Das COMET-Programm wird vom Innovations- und Technologieministerium, vom Wissenschafts-, Forschungs- und Wirtschaftsministerium, sowie von den Bundesländern und der Wirtschaft finanziert. Die Abwicklung erfolgt durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG. Insgesamt stehen während der gesamten Laufzeit des COMET-Programmes rund 500 Millionen Euro an Bundesmitteln zur Verfügung.

Weitere Informationen unter www.ffg.at/comet

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2013

Startschuss für „Biohydrometallurgisches Zentrum für strategische Elemente“

08.05.2013
Autor: Bastian Fermer
Startschuss für „Biohydrometallurgisches Zentrum für strategische Elemente“
Die ersten sechs der insgesamt 13 Doktoranden, die direkt durch die Dr.-Erich-Krüger-Stiftung finanziert werden, sowie weitere assoziierte Doktoranden erhielten zur Eröffnung des BHMZ ihre Aufnahmezertifikate für das 2. Krüger-Forschungskolleg. Auch dabei: Stifterin Erika Krüger (v.m.), Prorektor für Forschung Prof. Michael Stelter (h.m.) und Projektkoordinator Prof. Michael Schlömann (h.r.). Foto: Eckardt Mildner
Am Mittwoch, dem 8. Mai 2013, ist das 2. Krüger-Forschungskolleg „Biohydrometallurgisches Zentrum für strategische Elemente“ (BHMZ) mit einer Festveranstaltung in der Alten Mensa eröffnet worden. Prof. Michael Schlömann, Koordinator des BHMZ, erläuterte den gut 200 Gästen das Vorhaben des Promotionskollegs, das alternative Wege der Gewinnung von Metallen aus armen Erzen, Halden und Recyclingmaterial erforschen wird. Basis ist eine Deutschlandweit einmalige interdisziplinäre Zusammenarbeit von 13 Professuren entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Metalle Indium und Germanium. Unter den über 150 Gästen der Festveranstaltung war neben dem Botschafter der Republik Chile in Deutschland, Jorge Eduardo O’Ryan Schütz, und dem ehemaligen australischen Chefwissenschaftler Prof. Robin Batterham, auch Frau Erika Krüger, die mit der privaten Dr.-Erich-Krüger-Stiftung sowohl die Ausstattung als auch 13 Doktoranden des BHMZ mit einer Investition von ca. 6 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren finanziert.
Die Nachfrage nach Metallen wächst weltweit, doch die Zahl der verfügbaren und zugänglichen Lagerstätten mit hohen Metallkonzentrationen sinkt. Deswegen rücken komplexe Lagerstätten immer mehr in den Blickpunkt. Doch bei diesen Lagerstättentypen kommen bisherige konventionelle pyrometallurgische Gewinnungsmethoden – also die thermische Weiterbearbeitung der Erze – an ihre Grenzen. Der technische Aufwand und die damit verbundenen Energiekosten bei Abbau, Anreicherung und Verhüttung sind zu hoch. Eine mögliche Alternative: hydrometallurgische und insbesondere biohydrometallurgische Verfahren. Hierbei werden die Metalle zunächst in Lösung gebracht, also gelaugt. Aus der wässrigen Lösung werden die Metalle dann durch spezielle Verfahren wie Solvent-Extraktion, Fällung oder andere Verfahren nach Möglichkeit selektiv gewonnen und schließlich durch Elektrolyse oder thermisch raffiniert. Ein biohydrometallurgisches Verfahren ist im typischen Fall auf die extrem schwer löslichen Metallsulfide ausgerichtet, die durch Mikroorganismen zu den entsprechenden gut löslichen Sulfaten oxidiert werden. Auf diese Weise werden bereits heute 10 bis 15 Prozent des Kupfers weltweit gewonnen.

Zudem erlaubt Biolaugung prinzipiell einen in situ-Prozess, also eine Laugung direkt am Ort des Abbaus, im Berg. Der Aufbau einer biohydrometallurgischen Prozesskette soll im Rahmen des Krüger-Kollegs zunächst am Beispiel der Elemente Indium und Germanium erfolgen. Beide Metalle werden von der EU als kritische Rohstoffe für die europäischen Volkswirtschaften mit einer der höchsten Nachfragesteigerungen bis ins Jahr 2030 angesehen, beide Metalle sind bereits in den letzten Jahren deutlich teurer geworden. Sowohl Indium als auch Germanium wurden von Wissenschaftlern der TU Bergakademie Freiberg entdeckt und kommen in unmittelbarer Umgebung von Freiberg in Lagerstätten des Erzgebirges vor.

Die Forschung in diesem Bereich bietet die Chance, durch das Gewinnen von Indium und Germanium aus heimischen Lagerstätten und Recyclingmaterial die Importabhängigkeit bei diesen Metallen zu verringern. Das Wachstum aufstrebender großer Staaten wie Brasilien, Russland, Indien und China und die Ressourcenpolitik Chinas werden die Weltmarktpreise für Hightech-Metalle auch in Zukunft weiter steigen lassen. Die Abhängigkeit der heimischen Hightech-Industrie von der Verfügbarkeit von Metallen ist also groß. Die Gewinnung von heimischen Metallen ist daher ein sinnvolles Ziel. Die Biohydrometallurgie könnte ein Schlüssel auf dem Weg dahin sein. Mit dem BHMZ etabliert die TU Bergakademie Freiberg zusammen mit der Dr.-Erich-Krüger-Stiftung ein entsprechendes Forschungsprojekt.

Weitere Informationen unter: http://tu-freiberg.de/forschung/bhmz

Bereich: UniversitätsleitungAnsprechpartner: Prof. Michael Schlömann

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2012

Bergakademie verabschiedet Absolventen

17.11.2012
Autor: Simon Schmitt
Bergakademie verabschiedet Absolventen
Mehr als 900 Absolventen hat die TU Bergakademie Freiberg am Samstag, dem 17. November, verabschiedet. In der Freiberger Nikolaikirche überreichte Prof. Dirk Meyer, Prorektor für Bildung, einem erfolgreichen Jahrgang die Zeugnisse: Von den insgesamt 914 Studenten, die zwischen dem 01. Oktober 2011 und dem 30. September 2012 ihr Studium abgeschlossen haben, erhielten zehn Prozent die Note „sehr gut“. Die Besten kamen im Durchschnitt aus dem Diplom-Studiengang „Angewandte Mathematik“ sowie den beiden Master-Studiengängen „Network Computing“ und „Keramik-, Glas- und Baustofftechnik“. Mit 487 Studenten stellt der ingenieurwissenschaftliche Bereich den Großteil der Absolventen.
Am Weltstudententag, dem 17. November 2012, nahmen im sächsischen Freiberg über 400 von insgesamt 914 erfolgreichen Absolventen der Bergakademie ihre Zeugnisse entgegen. Der Rektor der Ressourcenuniversität, Prof. Bernd Meyer, erklärte bei der Verabschiedung, dass sich die ehemaligen Studenten „durch ihren Abschluss an der TU Bergakademie Freiberg eine perfekte Grundlage geschaffen haben, um sowohl in der Wissenschaft als auch in der Wirtschaft und in der Verwaltung die Zukunft Deutschlands in Rohstoff- und Technologiefragen entscheidend mitzubestimmen.“ Besonders lobte er die 91 Absolventen, die ihr Studium mit der Bestnote abschlossen. Der Rektor betonte dabei, dass diese überdurchschnittliche Leistung auf dem persönlichen Engagement der Studenten beruhe, da die Bergakademie hohe Anforderungen stelle. Dadurch biete die Ressourcenuniversität aber auch gleichzeitig allen Absolventen eine Ausbildung, die sie optimal auf ihre berufliche Zukunft vorbereite.

Diese Ansicht teilt auch Rico Barth, der 2002 sein Studium an der Freiberger Universität abschloss. In seinem Festvortrag „Vom Studenten zum Unternehmer – Mit Visionen nicht zum Arzt gehen, sondern andere begeistern“ beschrieb der Diplom-Mathematiker und Geschäftsführer der c.a.p.e. IT GmbH, wie ihn die Zeit an der Bergakademie darauf vorbereitet hat, seine eigene Firma zu gründen. Den Alumni gab er deswegen spezielle Wünsche mit den auf den Weg: „Den zukünftigen Unternehmensgründern kann ich nur raten, ihre Vision nicht zu verlieren, auch wenn die Belastungen manchmal erdrückend scheinen.“ Besonders wichtig sei es aber, seine Mitarbeiter so zu führen, wie man selbst gerne geführt werden wolle. Den Absolventen empfahl Barth außerdem, die sächsischen Unternehmen nicht aus den Augen zu verlieren, „denn viele mittelständische Firmen der Region suchen verstärkt so gut ausgebildete Fachkräfte, wie die ehemaligen Studenten der Bergakademie.“

An die besten Absolventen der sechs Freiberger Fakultäten verlieh Prof. Bernd Meyer traditionell die Georgius-Agricola-Medaille. Dieses Jahr ging die Auszeichnung, die für exzellente Studienleistungen vergeben wird, an Patrick Mehlitz, Konstantin Kraushaar, Pauline Geier, Maria Wollmerstädt, Sarah Schrader und Stefanie Ullrich. Den Julius-Weisbach-Preis des Vereins der Freunde und Förderer der TU Bergakademie Freiberg erhielten für ihre beispielhaften Leistungen als Hochschullehrer oder wissenschaftliche Mitarbeiter Jens Kortus, Professor für Theoretische Physik, und Dr. Ute Singliar vom Institut für Technische Chemie.

Bereich: PressestelleAnsprechpartner: Simon Schmitt

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Exkursionswoche der Freiberger Verfahrenstechniker

10.07.2012
Autoren: Andreas Wagner und Matthias Simon
Exkursionsteilnehmer auf der Achema am Stand von DE-Dietrich.
Auf der Achema am Stand von DE Dietrich.
In der Woche vom 18. bis 22. Juni 2012 ging es für 30 Studenten des Studiengangs Verfahrenstechnik unter der Leitung von Herrn Dr. Seyfarth, organisiert vom Institut für Thermische Verfahrenstechnik, Umwelt- und Naturstoffverfahrenstechnik, auf eine ganzwöchige Exkursion in den Ruhrgebiet und nach Frankfurt am Main. Auf dem Programm standen der Besuch einer Erdölraffinerie, eines Tagebaus mit anschließender Kraftwerksbesichtigung und ein Besuch der Firma Lanxess im Chemiepark in Leverkusen. Anschließend besuchten die Studenten die ACHEMA, die weltgrößte Messe für Verfahrenstechnik, die alle drei Jahre stattfindet.
Eine lange Busfahrt hatten 30 Verfahrenstechniker auf sich genommen, um die Exkursionswoche in Köln zu starten. Zur Gruppe gehörten Studenten vom 6. Semester bis zu angehenden Masterstudenten im 10. Semester aus allen Vertiefungsrichtungen.

Am ersten Tag absolvierte die Gruppe einen Besuch bei der BP Erdölraffinerie in Gelsenkirchen. Nach der Präsentation der Firma und ausgewählten Fachvorträgen mit den Themenschwerpunkten Cracking und Hydrocracking konnte in anschließenden Gruppengesprächen der Kontakt für eventuelle studentische Arbeiten geknüpft und über die Aufgaben des Ingenieurs in der gesamten Produktionskette des Erdöls diskutiert werden. Anschließend wurden die Anlagen besichtigt. Am Mittwoch standen der Besuch des Braunkohletagebaus Garzweiler und die Besichtigung des Kraftwerks in Niederaußem auf dem Plan.

Auf der Weiterfahrt ging es zur Firma LANXESS. Das Unternehmen wurde vor einigen Jahren aus der Bayer-Group ausgegliedert und zählt heute zu einer der weltweit wichtigsten Firmen für Spezial-, Basis- und Feinchemikalien, sowie Kunststoffe und Kautschuk. Nach einem Empfang und kurzer Vorstellung des Unternehmens gab es eine Betriebsrundfahrt durch das Gelände. Beim Begehen der Schwefelsäureanlage wurden alle fachlichen Fragen der Studenten beantwortet.

Einen Ausgleich zu den vielen fachlichen Vorträgen boten die Kölner Abende u.a. mit dem Besuch eines ortstypischen Brauhauses. Jedoch ließ der volle Terminkalender nur wenig Platz, denn am nächsten Morgen ging es schon für den Donnerstag und Freitag auf die ACHEMA Messe nach Frankfurt. Nach dem Besuch einiger ausgewählter Firmenstände in Gruppen konnte jeder selber noch einmal über die Messe gehen und sich über die neuesten Anwendungen der thermischen, mechanischen und chemischen Verfahrenstechnik, sowie der Regel- und Messtechnik, bis hin zu der Anwendung von speziellen Fluidenergiemaschinen im Anlagenbau informieren. Der informationsreiche Donnerstag klang in der Jugendherberge in Gießen mit Würstchen, Steaks und Bier beim EM-Viertelfinale Portugal gegen Tschechien aus.

Das Ziel dieser Reise war es, die verschiedensten Anwendungsbereiche der Verfahrenstechnik kennenzulernen und über den Alltag an der Universität hinaus zu blicken, sowie Kontakte mit der Industrie zu knüpfen. Ohne die finanzielle Unterstützung der Fakultät 4, Freunde und Förder der TU Bergakademie Freiberg, BP AG Gelsenkirchen und DECHEMA wäre diese Exkursion nicht möglich gewesen. Dafür möchten wir uns als Teilnehmer herzlich bedanken, weil es eine rundum erfolgreiche und informative Exkursionswoche war, die wir jedem Studenten unseres Studiengangs empfehlen können.

Bereich: Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitAnsprechpartner: Dr. Reinhard Seyfarth

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TU Bergakademie Freiberg entwickelt neues Verfahren zur Wasseraufbereitung

02.05.2012
Autor: Cornelia Riedel
Prof. Wladimir Litvinenko, Rektor der Bergbau-Universität St. Petersburg (links) und Prof. Bernd Meyer, Rektor der TU Bergakademie Freiberg, beim Zusammentreffen am 27. April im russischen St. Petersburg
Prof. Wladimir Litvinenko, Rektor der Bergbau-Universität St. Petersburg (links) und Prof. Bernd Meyer, Rektor der TU Bergakademie Freiberg, beim Zusammentreffen am 27. April im russischen St. Petersburg Foto: Maria Sulimowa/Bergbau-Universität St. Petersburg
Bei Gesprächen zwischen dem Rektorat der Bergbau-Universität St. Petersburg und der TU Bergakademie Freiberg wurde unter anderem erörtert, wie die Ausbildung an den beiden Universitäten verbessert und Aspekte der Nachhaltigkeit in die Lehre integriert werden können. Zur deutschen Delegation gehörten neben mehr als 20 Freiberger Nachwuchswissenschaftlern der Rektor der TU Bergakademie Freiberg, Prof. Bernd Meyer, Bergbau-Professor Carsten Drebenstedt, das Stifterehepaar Marianne und Dr. Frank-Michael Engel sowie Dr. Felix Baitalow vom IEC und Hans-Peter Hiepe, Ministerialrat beim BMBF.
Im Mittelpunkt der Konferenz, die vom 25. bis 27. April im russischen St. Petersburg veranstaltet wurde, stand die effiziente Nutzung natürlicher Ressourcen. Mehr als 300 Teilnehmer aus der ganzen Welt waren in die Bergbau-Universität St. Petersburg gekommen, um Fragen rund um die Gewinnung und Nutzung von Rohstoffen zu diskutieren. In neun Arbeitsgruppen besprachen die Nachwuchswissenschaftler aktuelle Fragen aus dem Ressourcenbereich.

Parallel zur Konferenz gab es ein Zusammentreffen einer deutschen Delegation mit dem Rektor der Bergbau-Universität St. Petersburg, Prof. Wladimir Litvinenko. Prof. Bernd Meyer, der Rektor der TU Bergakademie Freiberg, Bergbau-Professor Carsten Drebenstedt und das Stifterehepaar Marianne und Dr. Frank-Michael Engel sprachen unter anderem über das Weltforum der Ressourcenuniversitäten für Nachhaltigkeit und eine mögliche Akkreditierungsstelle für Rohstoffexperten.

Mehrere Nachwuchswissenschaftler der TU Bergakademie Freiberg konnten auf der Konferenz Preise erringen. Robert Ritter wurde erster im Wettbewerb um den besten Studenten. Erste Plätze belegten auch die Freiberger Wissenschaftler Erik Vranic, Diana Schneider, Andre Simon, Michail Petrow und Marko Pospiech, ein zweiter Platz ging an Robert Hartmann. In der Kategorie "Bester Doktorand und Nachwuchswissenschaftler" erlangte Thomas Leißner den dritten Platz.

Bereich: Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitAnsprechpartner: Cornelia Riedel

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TU Bergakademie Freiberg entwickelt neues Verfahren zur Wasseraufbereitung

03.02.2012
Autor: Simon Schmitt
Bild zu: TU Bergakademie Freiberg entwickelt neues Verfahren zur Wasseraufbereitung
Auf einer Höhe von 3.000 Metern in den chilenischen Anden testen Forscher des Freiberger Instituts für Thermische Verfahrenstechnik, Umwelt- und Naturstoffverfahrenstechnik (ITUN) der TU Bergakademie Freiberg unter der Leitung von Prof. Jens-Uwe Repke gerade ein neues Verfahren zur Aufbereitung von sauren Bergbauwässern. Am Kupferbergbaustandort Los Pelambres, etwa 200 Kilometer nördlich von der Hauptstadt Santiago de Chile gelegen, haben Wissenschaftler der Freiberger Universität gemeinsam mit der Siemens AG einen multifunktionellen Membrancontainer aufgebaut. In den Container ist ein neuartiges Trennverfahren installiert, das auf Membrantechnologie basiert.
„Unser Ziel ist es, einen Prozess zur Behandlung des so genannten Acid Mine Drainage zu entwickeln“, erklärt Dr. Roland Haseneder von der TU Bergakademie Freiberg. Als Acid Mine Drainage (AMD) werden saure Grubenwässer bezeichnet, die beim Bergbau dort entstehen, wo schwefelhaltige Mineralien vorhanden sind. Dabei kommt es häufig zur Auswaschung von Schwermetallen, wie Blei, Arsen oder Zink, die durch die sauren Abwässer freigespült werden. „Diese AMD-Prozesse kontaminieren das Oberflächen- und Grundwasser über Jahrzehnte hinweg, selbst wenn die Minen nicht mehr betrieben werden“, erläutert Dr. Haseneder, der Leiter der Arbeitsgruppe Umwelt- und Bioverfahrenstechnik am ITUN ist.

Seit 2007 arbeiten Forscher der TU Bergakademie Freiberg an einem neuen Verfahren, um eine Lösung für die AMD-Problematik zu finden. Die Wissenschaftler verfolgen das Ziel, die Kontaminationen aus den durch Versickerungsprozesse entstandenen Grubenwässern zu entfernen. Von den ersten Tests im Labor bis zum Bau der Pilotanlage in Chile begleitete die Siemens AG das Projekt. „Zunächst haben wir verschiedene Membransysteme, sozusagen Trennschichten, durch die bestimmte Substanzen hindurchtreten können, während andere gehindert werden, auf deren Eignung getestet. Die Membran sollte sich in unserem Fall also wie ein Filter verhalten, der Wasser hindurchfließen lässt, aber die Schadstoffe zurückhält“, beschreibt Dr. Haseneder das Verfahren. „Nach bestimmten Merkmalen, zum Beispiel dem Druck oder der Standzeit, haben wir dann das beste Material ausgewählt.“

Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse wurde in Freiberg schließlich eine Pilotanlage konstruiert und aufgebaut, die Paul Steinberger, ein Doktorand am ITUN, seit sechs Monaten vor Ort in Los Pelambres wissenschaftlich und technisch betreut. „In dieser letzten Stufe überprüfen wir, ob die gewonnenen Resultate auch in der Realität bestehen bleiben. Gerade Chile eignet sich dafür sehr gut, da das Land als weltgrößter Kupferproduzent seit Jahren mit Umweltproblemen aus dem Bergbau konfrontiert wird“, erklärt Steinberger. „Die Entwicklung neuer, nachhaltiger Technologien für die Wasseraufbereitung, wie unser multifunktioneller Membrancontainer, ist deshalb äußerst wichtig.“



Bereich: Abteilung 2.3 - ÖffentlichkeitsarbeitAnsprechpartner: Dr. Roland Haseneder

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2011

Ein Super-Magnet für die Rohstoff-Forschung

Die Bündnispartner arbeiten daran, durch den Einsatz von Kohle und Biomasse eine langfristige Alternative für Erdöl und Erdgas bereitzustellen.
Die Bündnispartner arbeiten daran, durch den Einsatz von Kohle und Biomasse eine langfristige Alternative für Erdöl und Erdgas bereitzustellen.
Das Jahr neigt sich dem Ende zu - Zeit für eine Zwischenbilanz am "Deutschen EnergieRohstoff-Zentrum" (DER) in Freiberg. In dem Vorhaben "Technologien für das Nach-Erdölzeitalter" werden die Kompetenzen wissenschaftlicher Einrichtungen und führender Industrieunternehmen auf dem Gebiet der Energierohstoffe gebündelt. Ziel ist es, effiziente Technologien zu finden, mit denen einheimische Kohle und Biomasse besser genutzt werden können. Gemeinsam suchen Wissenschaftler und Unternehmer nach Strategien für das Nacherdölzeitalter.
So modern wie das Haus, so zukunftsweisend auch die Forschung: Die 60 Teilnehmer der DER-Veranstaltung trafen sich für zwei Tage in dem erst kürzlich eröffneten neuen Gebäude des Deutschen Brennstoff-Instituts (DBI) in Freiberg. Ihr gemeinsames Thema war die stoffliche Nutzung der Kohle. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend. So zeigte Prof. Dr. Matthias Otto, Direktor des Instituts für Analytische Chemie der TU Bergakademie Freiberg, dass die Strukturen von Kohle und Biomasse dank neuer Hochleistungsmethoden auf eine völlig neue Art und Weise analysiert werden können.

Professor Otto und seine Mitarbeiter haben bisher unbekannte organische Substanzen identifiziert und isoliert. Die interessanten Stoffe sind durch natürliche Synthese bereits im Rohstoff vorhanden und müssen nicht erst aufwendig synthetisiert werden. Um zu solchen Ergebnissen zu gelangen, brauchen die Chemiker modernste Ausrüstung. In diesem Jahr haben sie ein neues Labor mit einer weltweit einzigartigen Technik zur Ultrahochleistungs-Massenspektrometrie in Betrieb genommen. Ein supraleitender 15-Tesla-Magnet ist das Herzstück des Spektrometers. Er ermöglicht die derzeit detaillierteste Strukturaufklärung organischer Stoffe.

Auch im Bereich der Werkstoffentwicklung, der ebenfalls zum DER gehört, hat es Fortschritte gegeben. Am Institut für Energie- und Klimaforschung des Forschungszentrums Jülich wurden keramische Werkstoffe zur Heißgasfiltration getestet. Die Heißgasfiltration ermöglicht eine Entstaubung bei hohen Temperaturen, beispielsweise bei Verbrennungs- und Vergasungsprozessen von Kohle und Biomasse. Wissenschaftler des Instituts für Keramik, Glas und Baustofftechnik der TU Freiberg haben korrosions- und thermoschockbeständige Spezialwerkstoffe zur Ausmauerung von Vergasungsanlagen entwickelt. Ihre Ergebnisse wurden in diesem Jahr zum Patent angemeldet.

Um die Zusammenarbeit zwischen den Verbündeten möglichst effizient zu gestalten, werden auch Management- und Organisationsmechanismen für Kooperationen erforscht und eingesetzt. Schließlich arbeiten in dem deutschlandweit einzigartigen Pilotprojekt Ingenieure, Natur- und Wirtschaftswissenschaftler zusammen. Auf der DER-Veranstaltung sind nun erstmals Ergebnisse zum Einfluss komplexer Organisationsstrukturen auf die Effektivität virtueller Forschungskooperationen vorgestellt worden. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Erforschung der Akzeptanz von Energierohstoffen. In den nächsten drei Jahren werden die Partner des DER weiter nach Möglichkeiten zur besseren Nutzung einheimischer Rohstoffe suchen, um für die Zeit nach dem Versiegen der Ölquellen gewappnet zu sein.



Ansprechpartner: Dr.-Ing. Heiner Gutte


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ITUN veranstaltet Studenten-Exkursion zur diesjährigen ECCE nach Berlin

10.10.2011
Autorin: Dipl.-Ing Hilke Lorenz
Studenten während eines Vortrags in Berlin.
Studenten während eines Vortrags in Berlin.
Foto: TU Bergakademie Freiberg
Zu dem diesjährigen European Congress of Chemical Engineering (ECCE) in Berlin hat das Institut für Thermische Verfahrenstechnik, Umwelt- und Naturstoffverfahrenstechnik (ITUN) unter Leitung von Prof. Repke eine Studentenexkursion durchgeführt. Auf der diesjährigen ECCE kamen über 3000 europäischen Wissenschaftlern der Verfahrenstechnik und Biotechnologie auch Vertreter internationaler Industriefirmen zusammen.
Auf den Weg von Freiberg nach Berlin machten sich vergangene Woche neben Prof. Repke und einigen wissenschaftlichen Mitarbeitern auch vier Verfahrenstechnikstudenten. Durch die Fachvorträge hatten die Studenten die Möglichkeit einen Einblick in die nationale und internationale Forschungslandschaft zu bekommen. Neben den wissenschaftlichen Vorträgen haben die Freiberger Studenten auch an dem Studenten- und Doktorandenprogramm (S&D) teilgenommen. Dieser Programmpunkt wird von den kreativen, jungen Verfahrensingenieuren (kjVi’s) vom VDI speziell für Studenten und Doktoranden organisiert. Das S&D-Programm bietet Workshops und Vorträge mit studentenspezifischen Themen, wie Bewerbungstraining oder dem Berufseinstieg an. Außerdem konnten sich die Studenten auf der Firmenkontaktmesse über potenzielle Arbeitgeber, wie BASF, Lonza, Evonik oder Merck, sowie über Jobangebote, Bachelor- und Masterarbeiten oder Praktikumsplätze informieren. Auf der ECCE wurde auch der Chemcar Wettbewerb, sowie der Bierbraucontest abgehalten. Chemcar ist ein Studentenwettbewerb bei dem Studentengruppen ein Auto, das allein durch eine chemische Reaktion angetrieben wird, entwickeln und bauen. Bei Bier und Snacks konnten die spannenden Finalläufe mit verfolgt werden. Vielleicht geht die Siegerprämie von 2000 € nächstes Jahr an ein Freiberger Team!?

Ansprechpartner: Dipl.-Ing Hilke Lorenz

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Zukunft im Osten – Alternative Kohlenutzung im Nach-Erdölzeitalter

25.08.2011
Autor/en: Christel-Maria Höppner
Dr. Heiner Gutte bei seinem Vortrag in Leipzig.
Dr. Heiner Gutte bei seinem Vortrag in Leipzig.
Foto: TU Bergakademie Freiberg
"Zukunft im Osten" lautet der Titel des Wirtschafts- und Innovationskongresses, auf dem am 26. August 2011 Politiker und Experten in der MediaCity Leipzig über die Zukunftschancen Ostdeutschlands diskutierten. Dr. Heiner Gutte vom Deutschen EnergieRohstoff-Zentrum (DER) an der TU Bergakademie Freiberg berichtete dort über die Forschung an dem neuen Kompetenz-Zentrum. Sein Thema war die "Alternative Kohlenutzung im Nach-Erdölzeitalter".
In dieser Gemeinschaftsveranstaltung von MDR, IHK und Leipziger Messe standen erstmals wirtschaftliche, wissenschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen im Osten Deutschlands im Mittelpunkt.

"In meiner Präsentation 'Alternative Kohlenutzung im Nach-Erdölzeitalter' habe ich über die Initiative des DER berichtet, für unsere einheimischen fossilen und biogenen Energierohstoffe nachhaltige Rohstoffkonzepte und Technologien zu entwickeln", sagte Heiner Gutte. Der Projektkoordinator ging dabei von dem Fakt aus, dass der Bedarf an Primärenergien weltweit steigt, Erdöl und Erdgas aber begrenzt vorhanden sind. Im Gegensatz dazu wird von Experten die Reichweite deutscher Kohle bei derzeitigen Fördermengen auf über 300 Jahre geschätzt. Kohle ist sowohl ein wichtiger Grundstoff für die nationale Energieversorgung als auch eine alternative Kohlenstoffquelle für eine umwelt- und klimaverträgliche Erzeugung von Basis- und Feinchemikalien.

"Historisch gesehen, sind die wesentlichen technischen Entwicklungen zur Kohlechemie in Deutschland geleistet worden", berichtet Dr. Gutte. "Hier knüpft das DER an, indem es nationale Energierohstoff-Kompetenzen mit 17 führenden wissenschaftlichen Einrichtungen und Unternehmen bündelt." Im Vortrag stellte Dr. Heiner Gutte dann technische und wirtschaftliche Forschungsfelder des DER vor. Dazu zählen beispielsweise die Entwicklung innovativer Vergasungsverfahren, Untersuchungen zur Strukturaufklärung von Energierohstoffen sowie die Entwicklung von korrosionsträgen, thermoschockbeständigen alkaliresistenten Werkstoffen, die unter den Prozessbedingungen der Kohle- und Biomassevergasung hinreichende Langzeitstabilität aufweisen.

Das Projekt "Zukunft im Osten" ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet und soll jährlich wiederholt werden. Zum diesjährigen Auftakt kamen rund 200 Gäste aus Unternehmen, Verbänden, Wissenschaft und Parlamenten. Unter anderem nahmen Bundeswirtschaftsminister Dr. Rösler sowie Ministerpräsidenten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie aus Brandenburg daran teil.

Das MDR-Fernsehen begleitete die Veranstaltung bei PHOENIX und im Internet.

Weitere Informationen unter: http://energierohstoffzentrum.de
Bereich: Weitere EinrichtungenAnsprechpartner: Dr.-Ing. Heiner Gutte

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Verfahrenstechnisches Seminar mit Diskussion zur Braunkohle gestartet

22.07.2011
Autor/en: Franz Fehse
Bild zu Verfahrenstechnisches Seminar mit Diskussion zur Braunkohle gestartet
Prof. Wolfang Naundorf spricht auf dem ersten gemeinsamen Forschungsseminar der Verfahrenstechnik.
Das erste gemeinsame Forschungsseminar der Verfahrenstechnik veranstalteten Ende Juni 2011 die Mitarbeiter des Instituts für Thermische Verfahrenstechnik, Umwelt- und Naturstoffverfahrenstechnik (ITUN) und der Professur für Reaktionstechnik des Instituts für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen.
Passend zum Start des BMBF-Forschungsprojektes „ibi – Innovative Braunkohlenintegration in Mitteldeutschland“ widmete sich der erste Referent, Prof. i. R. Wolfgang Naundorf, den zukünftigen Chancen der stofflichen Kohlenutzung. Er ging insbesondere auf die Extraktion von Braunkohlen zur Rohmontanwachsgewinnung ein und diskutierte zudem die Herstellung von Bodenverbesserungsstoffen aus Braunkohlen und Holz, die Veredlung von Braunkohlen zu Werk- und Dämmstoffen sowie die Herstellung von Adsorbentien aus Braunkohlen.

Im Forschungsprojekt „ibi“ werden für die nächsten drei Jahre neue Ansätze in der Braunkohlengewinnung und -veredelung in verschiedenen Instituten der TU Bergakademie Freiberg (IMG, IBS, ITUN, IEC) entlang der gesamten Prozess- und Stoffwandlungskette entwickelt. Das Projekt gliedert sich in die Schwerpunkte Lagerstätten, Gewinnung, Aufbereitung, Extraktion, Katalytische Spaltung und Vergasung. Den Wissenschaftlern stehen dabei renommierte Unternehmen zur Seite.

Das Institut für Thermische Verfahrenstechnik, Umwelt- und Naturstoffverfahrenstechnik ist in die Verbundprojekte „Aufbereitung“ und „Extraktion“ von Montanwachs aus Braunkohlen eingebunden. Das Extraktionsprodukt Montanwachs ist ein vielseitiger Rohstoff, der seine Anwendung zum Beispiel in der Kosmetikindustrie, in der Herstellung von Druckfarben, als Zusatzstoff für Holzwerkstoffe und für Spezialpapiere und im Feinguss für das Rapid Prototyping findet.

Die Professur Reaktionstechnik ist ebenfalls in einem Verbundprojekt in „ibi“ involviert und erforscht auf dem Gebiet der katalytischen Niedertemperaturkonversion neue verfahrenstechnische Ansätze.

Eingeladen sind neben den Mitarbeitern der beiden Lehrstühle auch interessierte Studenten und Mitarbeiter der gesamten Bergakademie. Das nächste gemeinsame Forschungsseminar findet am 15. September 2011 um 15.30 Uhr statt.



Bereich: Abteilung 2.3 - ÖffentlichkeitsarbeitAnsprechpartner: Franz Fehse, Prof. Kureti, Prof. Repke

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Erich Rammler: Der Mann, der aus Ost-Kohle Koks machte

16.07.2011
Autor/en: Christian Möls für Freie Presse
Bild zu Erich Rammler: Der Mann, der aus Ost-Kohle Koks machte
Portraitgemälde Erich Rammlers von Christoph Wetzel.
Gleich drei Gedenktafeln erinnern in Freiberg an Erich Rammler, der im Juli vor 110 Jahren in Tirpersdorf im Vogtland geboren wurde. Der Wissenschaftler entwickelte Mitte des letzten Jahrhunderts ein Verfahren mit, um aus Braunkohle Koks für die Hüttenindustrie der DDR herzustellen. Doch der Student und Professor der Bergakademie sah darin nicht seine einzige erinnerungswürdige Leistung.
Mitte der 50er Jahre amtierte Erich Rammler vertretungsweise für kurze Zeit als Rektor der Bergakademie Freiberg. In dieser Funktion entschied er, dass zu der jährlichen Vortragsveranstaltung, dem Berg- und Hüttenmännischen Tag, die Dresdner Philharmonie nach Freiberg eingeladen werden soll. Daraufhin gastierten ab 1955 die Musiker regelmäßig in der Bergstadt. Für ihn die schönste Leistung seines Lebens, wie der Wissenschaftler und begabte Klavierspieler später erzählte.

Eine wissenschaftliche Karriere als Verfahrenstechniker schwebte Erich Rammler nach seinem Schulabschluss in Halle/Saale nicht vor. Sein erster Wunsch war es, Philosophie zu studieren. Doch sein Vater, Architekt und Bauleiter der Gebäude am Bitterfelder Braunkohletagebau „Grube Leopold“ riet ihm davon ab. Er überzeugt ihn, sich für Bergingenieurwesen in Freiberg einzuschreiben. 1920 begann Erich Rammler hier sein Studium, das er 1925 abschloss. Zwei Jahre später promovierte er mit Auszeichnung. Eine Habilitation an der Bergakademie wurde ihm jedoch aus politischen Gründen verweigert. Sein Traum, in Freiberg zu lehren und zu forschen, ging erst nach 1945 in Erfüllung. 1949 wurde Erich Rammler an die Bergakademie zum Professor für Wärmewirtschaft und Brennstofftechnik berufen.

In Freiberg begründete Rammler die Fachrichtung Kohleveredlung. Denn die ostdeutsche Industrie benötigte nach dem Zweiten Weltkrieg dringend Koks. Die für die Herstellung traditionell verwendete Steinkohl lagerten jedoch zum Großteil im Westen Deutschlands. Zusammen mit dem in Berlin lebenden Bergbauingenieur Georg Bilkenroth widmete sich Erich Rammler der Frage, wie sich brauchbare Kokse auch aus Braunkohle herstellen lassen. Beide hatten vor allem die Nutzung der Niederlausitzer Braunkohle vor Augen. 1952 meldeten sie in Ostberlin dazu ein Patent an. Unter der Nummer 4630 wurde es kurz als "BHT (Braunkohlen Hochtemperatur) -Koks-Verfahren" registriert. Noch im gleichen Jahr kam das Verfahren in der Großkokerei VEB Braunkohleveredelung Lauchhammer und später in der Kokerei im VEB Gaskombinat Schwarze Pumpe zum Einsatz.

Erich Rammler erhielt für seine Leistungen viele Auszeichnungen, darunter die Ehrendoktorwürde von Dresden und Aachen sowie die Ehrenbürgerschaft von Freiberg und Tirpersdorf. Er starb im Alter von 85 Jahren am 6. November 1986 in Freiberg. Gedenktafeln an seinem Wohnhaus in der Richard-Wagner-Straße, am Erich Rammler-Bau auf der Leipziger Straße sowie auf der Reichen Zeche weisen bis heute auf die Verdienste des Forschers hin.



Bereich: Abteilung 2.3 - ÖffentlichkeitsarbeitAnsprechpartner: Cornelia Riedel, Pressesprecherin

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DBI-Bergakademie wurde als nationales Zentrum für Energierohstoffe gegründet

17.06.2011
Autor/en: Cornelia Riedel
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Am 16. Juni wurde das DBI-Bergakademie in Freiberg neugegründet. Ziel des Kompetenzzentrums ist es, fachübergreifend als nationales Zentrum die kohlendioxidarme Nutzung der Braunkohle in der chemischen Industrie zu erforschen. Mit der Neugründung des Deutschen Brennstoff-Instituts als DBI-Bergakademie soll an die lange Tradition der Kohleforschung an der TU Bergakademie Freiberg angeknüpft werden.
Zur Gründungsveranstaltung des DBI-Bergakademie war der Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Georg Schütte, nach Freiberg gekommen. Gemeinsam mit dem Rektor der TU Bergakademie, Prof. Bernd Meyer, dem Oberbürgermeister der Stadt Freiberg, Bernd-Erwin Schramm, und Dr. Reinhard Zimmermann vom Sächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst enthüllte er das Logo der neuen Forschungseinrichtungen im Institutsgebäude auf der Reiche Zeche auf dem Fuchsmühlenweg.

Gleichzeitig wurde der zweigeschossige Bau eingeweiht, der auf 1.400 Metern Nutzfläche Platz für Labors, Lager-, Unterrichts- und Büroräume bietet. Die ersten Nutzer des Gebäudes werden die beiden interdisziplinären Vorhaben „Virtuhcon“ und das Deutsche EnergieRohstoff-Zentrum „DER“ sein. „Virtuhcon“ entwickelt virtuelle Werkzeuge zur Simulation von Hochtemperaturprozessen. Dadurch können Kohle, Öl und Gas effizienter genutzt werden und als Basis für chemische Produkte und Kraftstoffe dienen.

Im DER werden Technologien entwickelt, mit denen Kohlenstoffträger wie Kohle und Biomasse stofflich nutzbar gemacht werden können – etwa durch die Herstellung von wichtigen Basis-Chemikalien wie Methanol. Diese Stoffe werden zur Produktion von Kunststoffen wie Polystyrol und PVC verwendet.

„Bisher werden diese Produkte nur aus Erdöl hergestellt. Wir wollen erforschen, wie man Braunkohle effizienter und kostengünstiger als Chemiegrundstoff einsetzen kann“, erklärt Prof. Bernd Meyer, Rektor der TU Bergakademie Freiberg.

Gleichzeitig wurde das DER als „Ausgewählter Ort“ im deutschlandweiten Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ ausgezeichnet, den die Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ in Kooperation mit der Deutschen Bank durchführt. Schirmherr ist der Bundespräsident Christian Wulff.

Beide Spitzenforschungsprojekte lassen ihre Ergebnisse in das neu gegründete DBI-Bergakademie einfließen. Im Kompetenzzentrum werden zwölf Professoren der TU Bergakademie Freiberg und ihre Mitarbeiter mitwirken.

„Wir verstehen uns als das nationale Zentrum der kohlendioxidarmen Brennstoff- und Kohlenutzung. Unser Ziel ist, fachübergreifend die kohlendioxidarme Nutzung der Braunkohle als Grundstoff für die chemische Industrie des Nach-Erdölzeitalters zu erforschen. Wir knüpfen damit an die lange und erfolgreiche Tradition der Braunkohleforschung in Freiberg an“, sagt Prof. Bernd Meyer, Rektor der TU Bergakademie Freiberg. Kohle müsse als Chemierohstoff in das Bewusstsein rücken.
(gekürzt)

Foto: DBI-Bergakademie wurde als nationales Zentrum für Energierohstoffe gegründet

Quelle: TU Bergakademie Freiberg/Pressestelle

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Das Deutsche EnergieRohstoff-Zentrum erhält Urkunde als "Ort im Land der Ideen"

12.05.2011
Autor/en: Christel-Maria Höppner
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Das Deutsche EnergieRohstoff-Zentrum (DER) zählt zu den elf Preisträgern aus Sachsen im deutschlandweiten Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen". Bei einem Empfang in der Staatskanzlei erhielt gestern das Freiberger Projekt aus den Händen des sächsischen Wirtschaftsministers und stellvertretenden Ministerpräsidenten Sven Morlok die Urkunde, die der Bundespräsident unterzeichnet hat. Das DER wurde in der Kategorie Wissenschaft prämiert. Als Teil der TU Bergakademie Freiberg ist das Zentrum eine Kooperation zwischen Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, an dem innovative Technologien für das Nach-Erdölzeitalter erforscht werden.
Neben Fördermitteln vom Bundesministerium für Bildung und Forschung fließen dem Freiberger Zentrum auch Industriemittel in Millionenhöhe zu, um einen Beitrag für die Etablierung der Kohlechemie als Brückentechnologie – wie in der Hightech-Strategie 2020 der Bundesregierung gefordert – zu leisten.

"Die ausgezeichneten Preisträger in Sachsen zeigen, wie facettenreich Innovation im Freistaat ist", betont Staatsminister Morlok beim Empfang. "Sachsen lebt vom Ideenreichtum und vom Engagement bei der Umsetzung guter Ideen, denn Innovationsvorsprung bedeutet Wohlstandsvorsprung." Die Initiative "365 Orte im Land der Ideen" und die Deutsche Bank führen seit 2006 diesen Wettbewerb durch. Im vergangenen Jahr gehörte das Freiberger Racetech Racing Team zu den Auserwählten. Die Preisträger des Wettbewerbs werden sich und ihre Ideen im Laufe des Jahres der Öffentlichkeit präsentieren. Darüber hinaus wird 2011 in den sechs Wettbewerbskategorien Wirtschaft, Wissenschaft, Umwelt, Kultur, Bildung und Gesellschaft jeweils ein Bundessieger geehrt. Erstmals können die Bürgerinnen und Bürger 2011 ihren Publikumssieger online wählen. Neu ist weiterhin eine interaktive Mitmachplattform, die es den Bürgern ermöglicht, die Preisträger mit Zeit-, Geld- oder Sachspenden zu unterstützen. So können die Ideen aus Sachsen durch bürgerschaftliches Engagement noch weiter wachsen. Im DER arbeiten deutsche Firmen und Forschungseinrichtungen partnerschaftlich daran, durch den Einsatz von Kohle und Biomasse eine langfristige Alternative für Erdöl und Erdgas bereitzustellen. Insbesondere die Kohlenstoffdioxid-arme stoffliche Nutzung dieser Energierohstoffe steht im Mittelpunkt des Interesses. Die dabei hergestellten Synthesegase und Chemikalien werden zu synthetischen Kraftstoffen, Kunststoffen und Kunstfasern, aber auch zu Dünge-, Pflanzenschutz- und Waschmitteln oder sogar Kosmetikprodukten, weiterverarbeitet. Weitere Informationen unter: http://www.land-der-ideen.de

Foto: Empfang der Preisträger 2011 aus Sachsen gemeinsam mit Wirtschaftsminister Sven Morlok (vorn, 2.v.r.), Friedbert Damm von der Deutschen Bank (vorn r.) und Monika Burkard (l.) von der Initiative "Deutschland - Land der Ideen. Für das DER-Projekt nahm die wissenschaftliche Mitarbeiterin Marika Geissler ( 2. Reihe, 3.v.r.) die Urkunde entgegen.

Quelle: TU Bergakademie Freiberg/Pressestelle

Wissenschaftsministerin Schorlemer besucht auf Hannover Messe Freiberger Aussteller

07.04.2011
Autor/en: Dr. Andreas Klossek / Dr. Heiner Gutte
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Unter dem Motto "Kohle nicht verbrennen, sondern stofflich nutzen" präsentiert sich das Deutsche EnergieRohstoff-Zentrum Freiberg (DER) auf dem Gemeinschaftsstand der Universitäten der drei Länder Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen auf der diesjährigen Hannover-Messe. Die vorgestellten Ansätze und Technologien für das Nach-Erdölzeitalter stießen nicht nur beim Fachpublikum sondern auch bei Sachsens Wissenschaftsministerin Professor Sabine von Schorlemer auf großes Interesse. Das DER ist eines der Spitzenforschungsprojekte, die an der TU Bergakademie Freiberg zu dem übergreifenden Thema der stofflich-energetischen Nutzung von fossilen und biogenen Energierohstoffen angesiedelt sind.
Neben Fördermitteln vom Bundesministerium für Bildung und Forschung fließen dem Freiberger Zentrum auch Industriemittel in Millionenhöhe zu, um einen Beitrag für die Etablierung der Kohlechemie als Brückentechnologie – wie in der Hightech-Strategie 2020 der Bundesregierung gefordert – zu leisten.

Das zweite Exponat, mit dem die TU Bergakademie auf der Hannover Messe vom 4. bis 8. April vertreten ist, zeigt „Grüne Module aus Schwarzglas“. Hier handelt es sich um ein neues Konzept zur thermischen Nutzung solarer Energie, das am Institut für Keramik, Glas- und Baustofftechnik entwickelt wurde. Es geht um Module aus Glas, die zum Beispiel für die Warmwassererzeugung und die Meerwasserentsalzung eingesetzt werden könnten. Als idealer Werkstoff wird dabei Glas mit hoher solarer Absorption genutzt, das aus Abfallstoffen, unter anderem von Müllverbrennungsanlagen, besteht. Die Rückführung dieser Reststoffe in die Wertschöpfungskette ist ressourcenschonend und preiswert zugleich. Außerdem verspricht die sehr gute chemische Beständigkeit des Glases eine lange Lebensdauer.

Foto: Wissenschaftsministerin Prof. Schorlemer (r.) am DER-Stand im Gespräch mit Volker Herdegen (M.) vom Institut für Thermische Verfahrenstechnik, Umwelt- und Naturstoffverfahrenstechnik sowie Stephan Siegl (l.) vom Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen der Freiberger Universität.

Quelle: TU Bergakademie Freiberg/Pressestelle

 

„Inhouse-Training“ der GraFA an der TU Bergakademie Freiberg erfolgreich

06.04.2011
Autor/en: Cornelia Riedel
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Vergangene Woche führte die Graduierten- und Forschungsakademie (GraFA) zusammen mit dem Institut für Thermische Verfahrenstechnik, Umwelt- und Naturstoffverfahrenstechnik (ITUN) ein erstes Inhouse-Training durch. Inhouse-Trainings sind eine Form der Mitarbeiterqualifizierung, bei der Schulungskonzepte eingesetzt werden, die sich ausschließlich an den Zielen und Gegebenheiten der Institution und der Teilnehmer ausrichten. Die Weiterbildungen sollen helfen, Forschung und Lehre zu verbessern.
Gemeinsam mit Prof. Jens-Uwe Repke vom Lehrstuhl für Thermische Verfahrenstechnik konzipierten die GraFA-Mitarbeiterinnen Dr. Kristina Wopat und Alena Fröde ein dreitägiges Schulungsprogramm, um die Mitarbeiter des ITUN zu Themen wie Präsentationstechniken, Rhetorik und wissenschaftliche Kommunikation weiterzubilden. Außerdem sollte das Training die Institutsangehörigen bei der Strategie- und Teamentwicklung unterstützen.

Dass das erste Seminar als sehr erfolgreich gewertet werden kann, bestätigt Prof. Jens-Uwe Repke, Leiter des ITUN: „Unsere Erwartungen an das Seminar wurden mehr als erfüllt. Wir haben uns mit Präsentationstechniken, Teambuilding, Diskussionsführung und dem wissenschaftlichen Diskurs an sich beschäftigt. So konnten wir das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Kommunikation im Team intensivieren und verbessern. Das sind notwendige Grundlagen, um in Zukunft Spitzenleistungen in Forschung und Lehre im ITUN erbringen zu können.“

Mit dem ersten Inhouse-Training dieser Art für Angehörige der Bergakademie beschreitet die GraFA einen neuen Weg: „Wir wollen auch zukünftig spezifische Schulungs- und Qualifizierungsangebote zur Unterstützung von Forschung und Lehre anbieten und dabei besonders auf die Bedürfnisse von Universitätsmitarbeitern eingehen“, sagt Stephanie Hasse, die Leiterin der GraFA. Die geplanten Trainings seien themenoffen. Inhalte, Ziele und Rahmenbedingungen können von den Teilnehmern selbst bestimmt werden. Universitätsangehörige, die sich für ein solches Inhouse-Training interessieren, können sich jederzeit an die GraFA wenden.

Nächste Veranstaltung der GraFA: Am 11. und 12.04.2011 führt die GraFA ein Seminar zur Teamentwicklung durch. Interessenten können sich noch bis 8. April anmelden.

Quelle: TU Bergakademie Freiberg/Pressestelle

 

Verfahrenstechnik-Forschung mit der Nachhaltigkeit im Fokus

07.02.2011
Autor/en: Cornelia Riedel
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Seit April 2010 hat die Fakultät für Maschinenbau, Verfahrens- und Energietechnik einen neuen Professor: Jens-Uwe Repke ist neuer Universitätsprofessor für Thermische Verfahrenstechnik und leitet das Institut für Thermische Verfahrenstechnik, Umwelt- und Naturstoffverfahrenstechnik im Rammlerbau auf der Leipziger Straße. Die Meerwasserentsalzung ist neben der Prozessintensivierung eines seiner Forschungsthemen.
Im Mittelpunkt der Forschung steht die Entwicklung neuer Betriebskonzepte für verfahrenstechnische Anlagen, unter anderem die Entwicklung hybrider und reaktiver Trennverfahren für Stoffe sowie die Rohstoffveredelung und Nutzung biogener Rohstoffe. „Wir sind auf der Suche nach neuen und effektiveren Lösungen bei Prozessen für Fluide“, erzählt Professor Repke.

Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung sind dabei wichtige Ziele: „Nachhaltigkeit bedeutet für uns, die Effektivität der Prozesse zu erhöhen, die Umweltbelastung zu senken und auf die sozialen Faktoren, wie etwa die Zufriedenheit der Beschäftigten, zu achten“, sagt Repke.

Ein Thema der Forschung am Freiberger Institut ist unter anderem die Aufbereitung von Minenwässern und die Meerwasserentsalzung. Dabei geht es um die Entwicklung spezieller Membranverfahren, bei denen die Nachhaltigkeit im Mittelpunkt steht: „Wir wollen einen Schritt weiter gehen und bereits im Prozessdesign Indikatoren der Nachhaltigkeit wie den Kohlenstoffdioxid-Footpint berücksichtigen. Ein ökologischer Footprint ist ein Indikator, mit dem ermittelt wird, wie viele Naturressourcen und –dienstleistungen verbraucht werden, wie viele wir haben und wer wie viele Ressourcen konsumiert."

Die Freiberger Forscher schauen dabei auf den gesamten Prozess: „Wir untersuchen beispielsweise, ob die Membranen selbst auch nachhaltig produziert werden können“, erzählt Jens-Uwe Repke.

Professor Repke ist Institutsleiter am Institut für Thermische Verfahrenstechnik, Umwelt- und Naturstoffverfahrenstechnik. Er hat an der TU Berlin Energie- und Verfahrenstechnik studiert, dort auch promoviert und habilitiert und eine Forschergruppe zum Thema Thermische Trenntechnik geleitet.

Einer der Schwerpunkte am Institut für Thermische Verfahrenstechnik, Umwelt- und Naturstoffverfahrenstechnik ist auch die Braunkohleforschung: „Wir können hier am Institut Braunkohle veredeln, wie es keine andere Hochschule in Deutschland kann und sind einzigartig in Europa. Ziel unserer Forschung ist es nicht nur, die Braunkohle optimal thermisch zu verwerten, sondern wie man Braunkohle als stoffliche Basis für die Chemische Industrie, und das möglichst kostengünstig und ressourcenschonend, nutzen kann.“

An der TU schätzt der neue Professor vor allem die kurzen Wege und die engen Verbindungen zur Wirtschaft. Jens-Uwe Repke war als Wissenschaftler am University College London, hat im französischen Toulouse gelehrt und war mehrfach zu Forschungsaufenthalten in China.

Foto: Professor Jens-Uwe Repke in einem Labor für Thermische Verfahrenstechnik der TU Bergakademie Freiberg.

Quelle: TU Bergakademie Freiberg/Pressestelle

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