Maßgeschneiderte Endbearbeitung von Metalloberflächen mit JETPEP

Gezielt glatte und hochglänzende Metalloberflächen zu erzeugen, ist in vielen Industrien eine zentrale Herausforderung. Insbesondere die Endbearbeitung komplexer Bauteilformen ist oft mit einem geringen Automatisierungsgrad, Prozesszeiten von mehreren Stunden und umweltschädlichen Verfahren verbunden, die diese zu einer hohen wirtschaftlichen und ökologischen Belastung machen.

Diese Herausforderung löst eine innovative Technologie der TU Freiberg: JETPEP – das ist selektives Plasmapolieren mit einem Elektrolytstrahl. In einem Prozessschritt wird das Bauteil gereinigt, geglättet, sterilisiert und entgratet. Das Verfahren holt das bereits in der Industrie bewährte Plasmapolieren in die dritte Dimension, und vereint so umweltfreundliche Elektrolyte und hocheffiziente Bearbeitung mit den Vorteilen eines selektiven Verfahrens. Mit JETPEP können auf fast allen Metallen ohne Vorbehandlung innerhalb von wenigen Minuten Rauheitswerte (Ra) von bis zu 0,03 µm erreicht werden.

JETPEP erlaubt das gezielte Polieren kleiner und großer Metallbauteile – und zwar genau dort, wo es der Anwendungsfall wirklich erfordert. Damit ist die Technologie besonders interessant für:

  • die Endbearbeitung von additiv gefertigten Bauteilen
  • das automatisierte Polieren von Schweißnähten
  • die Herstellung hochglatter und funktionaler Oberflächen in den Bereichen Medical, Aerospace und Automotive
  • das hocheffiziente Entgraten nach der mechanischen oder laserbasierten Bearbeitung
  • das Polieren, Reinigen und Sterilisieren im Bau von chemie- und lebensmitteltechnischen Anlagen

Das Team um Vincent Stepputat entwickelt im Rahmen des EXIST-Forschungstransfers in Zusammenarbeit mit interessierten Pilotkunden eine prototypische Industrieanlage. So soll JETPEP bis September 2023 nicht nur eine marktreife Poliertechnologie, sondern auch die Basis eines etablierten und wettbewerbsfähigen Unternehmens sein.

Förderlaufzeit

 01.10.2021 – 30.09.2023

Förderung

Gefördert wird das Gründerteam mit ca. 1 Mio. EUR durch den EXIST-Forschungstransfer Phase 1 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Dieses Programm wurde explizit für herausragende forschungsbasierte Gründungsideen entwickelt. Ziel ist es, eine belebende Gründungskultur an Hochschulen zu etablieren und mittelfristig begehrte Arbeitsplätze in den Regionen zu schaffen.

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Vincent Stepputat

Dipl.-Ing. Vincent Stepputat


Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Karl-Kegel-Bau, Agricolastr. 1, Zimmer 106

Telefon +49 3731 39 3723
Fax +49 3731 39 3658
vincent [dot] stepputatatimkf [dot] tu-freiberg [dot] de



Additive Fertigungstechnologien und -komponenten
Prof. Dr.-Ing. Henning Zeidler

Karl-Kegel-Bau, Agricolastr. 1, Zimmer 90

Telefon +49 3731 39 3066
Fax +49 3731 39 3658
henning [dot] zeidleratimkf [dot] tu-freiberg [dot] de



Inhaber der Professur für Additive Fertigung