Dekarbonatisierung

Projekttitel

Technische Versuche zur Dekarbonatisierung der  Glasproduktion durch Einsatz alternativer Rohstoffe

ProjektpartnerTechnische Hochschule Nürnberg, Prof. Dr.-Ing. Sven Wiltzsch
ZIPPE Industrieanlagen GmbH

Projektform 

Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Laufzeit15.07.2022-15.01.2024
AnsprechpartnerDr.-Ing. Khaled Al Hamdan

Motivation 

Die Glasindustrie in Deutschland stieß 2019 etwa 5,4 Mio. t CO2 bei einer Jahresproduktion von 7,4 Mio. t Glas aus (Bundesglas-Verband. Jahresbericht. 2019). Der Anteil der eingesetzten Menge an natürlichen und synthetischen Rohstoffen im Massenglasbereich „Behälter- und Fensterglas“ mit einer Jahresproduktion von 6 Mio. t Glas beträgt 3,3 Mio. t Rohstoffe. Aus diesen 3,3 Mio. t an Rohstoffen gelangen ca. 20% als CO2 (0,66 Mio. t) in die Atmosphäre, da ein Teil der Rohstoffe karbonatische Natur besitzt.

Im Rahmen dieses Projektes wird versucht, den Ausstoß von klimaschädlichem CO2 aus diesen Rohstoffen (Karbonate) in der Glasindustrie zu verringern. Das soll durch den Einsatz von oxydischen oder hydroxydischen Rohstoffen als Ersatzrohstoff für karbonatische Rohstoffe sowie durch den Einsatz von Feinscherben erreicht werden.

Ziel des Projektes

Die Hauptziele des Projektes in Bezug auf die Behälter- und Flachglasindustrie sind: 

  • Vermeidung der Verstaubung und der Anbackung beim Einsatz von oxydischen oder hydroxydischen Rohstoffen als Ersatzrohstoff für karbonatische Rohstoffe, 
  • Bewertung des Einflusses von Branntkalk / Löschkalk und Natriumhydroxid unter Berücksichtigung unterschiedlicher Scherbengehalte auf das Schmelzverhalten zur Klärung der Intensivierungsmöglichkeiten der Glasherstellung durch diese alternativen Rohstoffe und der damit verbundenen Möglichkeiten zur Reduzierung der Primärschaumproblematik beim Einsatz von Feinscherben. 

Erwartete Ergebnisse

Durch das Projekt wird erwartet, dass die Behälter- und Flachglasindustrie in den nächsten Jahren:

  • durch den Einsatz von Feinscherben (Anteil 10%) wertvolle Ressourcen einsparen kann (324.000 t Rohstoffe pro Jahr) und den damit verbundenen CO2-Ausstoß (54.000 t pro Jahr) reduzieren wird, 
  • durch Ersatz des Natriumcarbonats durch Natronlauge eine Halbierung des CO2-Ausstoßes in der Behälter- und Flach-Glasindustrie von etwa 300.000 t pro Jahr erreicht wird,
  • durch Ersatz des Kalksteins durch Branntkalk oder Löschkalk eine Intensivierung des Glasschmelzprozesses in Verbindung mit Natronlauge von mehr als 20% (nach alte Untersuchungen von IGT) erreichen kann.