ATOMIK Mikroplastik

ProjekttitelAlternative Trennpuder für die Glasindustrie ohne Mikroplastik
ProjektpartnerKSL Staubtechnik GmbH
Linotech GmbH & Co. KG
IfG, Ingenieurbüro für Glastechnik.
Fraunhofer Institut für Silikatforschung (ISC)

Projektform und Mittel der TU Freiberg

DBU

72.649 €

Laufzeit07/21 - 06/22
AnsprechpartnerDr.-Ing. Thomas Voland

Bei Lagerung und Transport von Gläsern kommt es bei Glas-Glas-Berührungen zu einer starken Adhäsion, der die spätere Trennung der planen Glasscheiben voneinander erschwert oder sogar unmöglich macht. Insbesondere bei Flachglas ist deshalb auf Grund der benötigten hohen Oberflächengüte die Verwendung von Abstandshaltern unumgänglich. Stand der Technik ist der Einsatz von Trennpudern, deren Hauptbestandteil Kunststoffpartikel darstellen, welche auf Grund ihrer Korngröße per Definition den Mikroplastiken zugeordnet werden. Dies stellt eine bislang nicht betrachtete Mikroplastik-Emission dar. Alleine in Deutschland gelangen pro Jahr über den vom Glas bei der Weiterverarbeitung abgewaschenen Trennpuder 40 Tonnen Mikroplastik in die Abwasseraufbereitung. Da diese Problematik bislang nicht betrachtet wurde, gibt es dazu keine gesonderten Rückhaltemaßnahmen bei den Verarbeitern und somit werden die Mikroplastikpartikel größtenteils mit dem beim Verarbeiter anfallenden Schleifschlamm abgesetzt. Ansätze den Schleifschlamm als Glasrohstoff wiedereinzusetzen, scheiterten bisher durch diese Verunreinigung. Dadurch werden pro Jahr alleine in Deutschland 40.000 t Schleifschlamm deponiert.
Umweltrelevante Ziele
Ziel ist die Substitution der bisherig verwendeten Kunststoffpartikel mit biodegradierbaren Polymerpartikeln, welche am Hauptimmissionsort abgebaut werden können. Damit werden zwei Probleme gelöst. Einerseits wird die Emission von Mikroplastik in das Abwasser des Glasverarbeiters verhindert und damit eine bislang nicht betrachtete Mikroplastikemissionsquelle geschlossen. Damit könnten pro Jahr die Emission von circa 40 Tonnen Mikroplastik verhindert werden. Anderseits wird damit der Glasschleifschlamm nicht mehr durch Mikroplastik verunreinigt und ein bislang wegen den Verunreinigungen nicht verwertbarer Reststoff könnte wieder als Rohstoff eingesetzt werden.
Beabsichtigte Schritte
Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines Trennpuders, bei welchem die Emission von Mikroplastik durch eine gezielte Biodegradierbarkeit verhindert wird. Dieses Ziel wird durch einen Trennpuder auf Basis eines Kunststoffes erreicht, welcher sich nach dem Einsatz im gegebenen Milieu auflöst, bevor er emittiert werden kann. Dabei wird ein geeigneter Kunststoff gewählt und so weit modifiziert, dass die Biodegradierbarkeit gegeben ist. Aus diesem Kunststoff werden Partikel hergestellt, die dem Anforderungsprofil bisheriger Trennpuder entsprechen.

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