Exkursion zum ältesten gemauerten Entzinkungsbecken Deutschlands

Während der Besichtigung der Freiberger Verzinkerei; Foto: A. Peukert
Besichtigung der Freiberger Verzinkerei Paul Bachmann GmbH bot unseren Studenten interessanten Einblick in ein wichtiges Gebiet der Instandhaltung.

Am Dienstag, dem 17.Juli 2018, besuchten Studenten und Institutsmitarbeiter des IAMs, im Rahmen der Lehrveranstaltung Instandhaltung die Freiberger Verzinkerei Paul Bachmann GmbH. Das im Jahre 1885 gegründete Unternehmen ist auf das Stückverzinken spezialisiert und arbeitet mit mittelständigen Unternehmen der Region sowie mit überregionalen Stahlbaufirmen zusammen. Im Jahre 2017 wurden ca. 1,9 Mio t Stahl mit insgesamt ca. 110.000 t Zink veredelt. Die Schichtdicke liegt dabei zwischen 50 µm und 150 µm. Die Zinkschicht verhindert Korrosion für mindestens 30 Jahre, unabhängig vom Umgebungsklima.

Reaktion im Säurebad; Foto: T. Hühnerfürst

Die Exkursionsteilnehmer erlebten einen einmaligen Einblick in den Produktionsalltag einer Verzinkerei. Der technische Betriebsleiter Jens Ihle präsentierte die Bereiche der Warenannahme, Bauteilreinigung, Verzinkung und Qualitätsabnahme. Er erläuterte die Funktionen der Zusatzlegierungselemente im Zinkbad sowie die Arbeitsweise der einzelnen Säure- und Spülbäder. Im Bereich der Reinigung von bereits verzinkten Bauteilen, konnte das Deutschlands einzige gemauerte Säurebecken besichtigt werden. Dieses stammt noch aus dem Jahre 1885 und wird bis heute bei der Produktion genutzt.

Blick in die Verzinkerei Paul Bachmann GmbH

Im Standort Freiberg werden zwei Kesselanlagen in 12 Stundenschichten gefahren. Das Fassungsvermögen der zwei Kessel liegt bei 170 t Zink für Großteile bis 7,5 m Bauteillänge und bei 70 t für Kleinteile bis 700 mm Bauteillänge. Stahlteile für die Großanlage werden bereits vor der Reinigung an Drähten aufgehangen. Es ist darauf zu achten, dass beim Tauchprozess keine Luft im Bauteil eingeschlossen wird. Durch die Temperatur des Zinkbades von 455 °C ±5K, würde jeglicher Lufteinschluss zu enormen Ausdehnungen führen und ein Bersten des Bauteils zur Folge haben. Aus diesem Grund werden basierend auf Berechnungen und Erfahrungswerten, Löcher an prädestinierten Stellen in die hohlen Bauteile getrieben und damit ein Entweichen der Luft gewährleistet.

Im Namen aller Teilnehmer bedanken wir uns bei der Verzinkerei Paul Bachmann GmbH für diese interessante und lehrreiche Besichtigung und freuen uns darauf, auch in Zukunft weiteren Studenten dieses Erlebnis bieten zu können.

Ansprechpartner: 
Dr. Ing. Klaus Meltke