InnoRecuNet

InnoRecuNet – Aufbau eines deutsch-russischen Netzwerks zur Rekultivierung von Bergbaufolgelandschaften an der TU Bergakademie Freiberg

Das Projekt „InnoRecuNet“ hat sich zum Ziel gesetzt, das in Deutschland einzigartige Wissen, die Kompetenzen und Erfahrungen bei der Schließung von Bergbauunternehmen und der Rückführung der beanspruchten Flächen in den Wirtschafts- und/ oder den Naturkreislauf mit den russischen Experten zu teilen. In Deutschland ist die Wiedernutzbarmachung der Flächen nach dem Bergbau bereits seit etwa 150 Jahren gesetzlich vorgeschrieben. Nach 1990 kam es zu Massenschließungen von Bergbaubetrieben mit angeschlossener Verarbeitung insbesondere im Kohle-, Erz-, Salz- und Spatbergbau, die überwiegend mit staatlicher Hilfe saniert wurden. Indessen stehen Fachleute in Russland erst seit wenigen Jahren vor den Herausforderungen der Rekultivierung von Bergbaulandschaften. Flächen stillgelegter Bergbaubetriebe wurden dort oft sich selbst überlassen und so gibt es einzigartige Erfahrungen bei der natürlichen Sukzession. Da es in Russland zudem Bergbaubetriebe von der Polarregion bis zu den Subtropen am Schwarzen Meer gibt, ist es für die deutschen Experten von Interesse, von den russischen Kollegen zu lernen sowie zu untersuchen, wie sich Wissen und Technologien der Rekultivierung auf andere Klimazonen übertragen und  anpassen lassen.

Das Projekt startet dabei nicht bei null. Vorarbeit hat die Arbeitsgruppe „Rekultivierung, Umweltschutz und Kreislaufwirtschaft“ des Deutsch-Russischen Rohstoffforums geleistet (https://www.rohstoff-forum.org/ag-rekultivierung), die von Prof. Carsten Drebenstedt geleitet wird. In den letzten drei Jahren gab es bereits erste Kontakte zwischen Experten beider Seiten, die nun weiterentwickelt und ausgebaut werden können.

Netzwerke in Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung aufbauen

Den Kern der Netzwerkarbeit bilden thematische Workshops zu denen Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung aus Deutschland und Russland eingeladen werden. Neben Vorträgen zu Themen, wie Aufforstung von Brachflächen, Finanzierung der Rekultivierung oder Wiederherstellung eines sich selbst regulierenden Wasserhaushalts, stehen Treffen mit Experten in den Bergbaubetrieben vor Ort (so möglich) im Vordergrund.

Bei der Netzwerkbildung kann die TU Bergakademie Freiberg auf ihre zahlreichen guten Kontakte zu russischen Hochschulen und Bergbauregionen, zum Beispiel im Ural, zurückgreifen. Bewährter Netzwerkpartner ist auch die Bergbau-Universität St. Petersburg, mit der jüngst der gemeinsame Master-Studiengang „Engineering Geoecology“ entwickelt wurde.

Ein erster virtueller Workshop findet am 9. Dezember 2020 zum Thema „Ascheverwertung“ statt.