Metal Organic Frameworks


4 Bilder von MOFs, Kristalle, Struktur, Elektronen-Mikroskopie, Chromatographie

Metal Organic Frameworks - eine Klasse kristalliner, poröser Koordinationspolymere

Einer der Forschungsschwerpunkte des Instituts für Physikalische Chemie ist im Bereich der metallorganischen Koordinationspolymere, Metal Organic Frameworks (kurz MOFs) genannt, angesiedelt. Die Vertreter dieser Stoffklasse zeichnen sich durch einen bimodularen Aufbau aus anorganischen Knotenpunkten, sogenannten secondary building units (kurz SBUs), und organischen Linkereinheiten gepaart mit den Eigenschaften der permanenten Porosität und Kristallinität aus. Dadurch sind unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten im Rahmen der Katalyse, Gasspeicherung, Sensorik und Stofftrennung vorstellbar.

Die physikochemische Untersuchung bekannter Synthesestrategien und neuartiger Ansätze, wie etwa die Raumtemperatursynthese mittels des Konzeptes des Controlled SBU-Approaches für bekannte wie auch neue Metal Organic Frameworks, ist einer Fragestellungen der Forschungstätigkeiten. Dabei werden unter anderem der Mechanismus und die Synthesebedingungen hinsichtlich der Anforderungen an Kristallitgröße, Reinheit und spezifische Oberfläche untersucht. Zu den untersuchten MOF-Systemen gehören MOF-5 und HKUST-1.

Neben Forschungstätigkeiten im Bereich der Katalyse und der leitfähigen MOFs ist ein Schwerpunkt die Stofftrennung über die Gasphase mittels verschiedener Vertreter dieser Klasse an porösen Koordinationspolymeren als stationäre Phase in der Gaschromatographie. Diese Arbeiten werden im Rahmen des Schwerpunktprogramms 1362 der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG im Teilprojekt „Liquid phase epitaxy (LPE) of functionalized SURMOFs for application in Gas Chromatography“ durchgeführt. Ziel dieser Arbeit ist das Abscheiden verschiedener MOFs in dünnen Quarzglaskapillaren (Länge: 10-30 m, Innendurchmesser: 0,53-0,25 mm) zum Einsatz in der Gaschromatographie. Die anschließende Trennleistung konnte bisher an der Separation verschiedener Stoffgemische, wie verzweigte und unverzweigte Alkane, BTEX-Aromaten, Lewis-basischer Verbindungen und chiraler Analyten gezeigt werden.

Das spezifische Adsorptionsverhalten unterschiedler Verbindungen wird am Institut mittels verschiedener Methoden, wie der Infrarotspektroskopie und der inversen Gaschromatographie, untersucht. Mit der zuletzt genannten Methode können so zum Beispiel kinetische (Diffusions- und Massenübergangskoeffizienten) sowie thermodynamische Konstanten (Adsorptionsenthalpien, Adsorptionsentropien) bestimmt werden, die tiefe Einblicke in den Adsorptionsvorgang ermöglichen.

ausgewählte Veröffentlichungen:

zur Synthese:

  • S. Hausdorf, F. Baitalow, J. Seidel, F. Mertens, “Gaseous Species as Reaction Tracers in the Solvothermal Synthesis of the Zinc Oxide Terephthalate MOF-5”, J. Phys. Chem. A 2007, 111(20), 4259-4266, dx.doi.org/10.1021/jp0708291
  • S. Hausdorf, F. Baitalow, T. Böhle, D. Rafaja, F. Mertens, “Main Group and Transition Element IRMOF Homologues”, J. Am. Chem. Soc. 2010, 132, 10978-10981, dx.doi.org/10.1021/ja1028777

zur Abscheidung von MOFs auf Oberflächen:

  • A. S. Münch, M. S. Lohse, S. Hausdorf, G. Schreiber, D. Zacher, R. A. Fischer, F. Mertens, “Room Temperature Preparation Method for Thin MOF-5 Films on Metal and Fused Silica Surfaces Using the Controlled SBU Approach”, Microporous and Mesoporous Materials 2012, 159, 132-138, dx.doi.org/10.1016/j.micromeso.2012.04.023

zur Gaschromatographie mit MOFs:

  • A. S. Münch, F. Mertens, “HKUST-1 as an open metal site gas chromatographic stationary phase - capillary preparation, separation of small hydrocarbons and electron donating compounds, determination of thermodynamic data”, J. Mater. Chem. 2012, 22, 10228-10234, dx.doi.org/ 10.1039/C2JM15596F
  • A. S. Münch, J. Seidel, A. Obst, E. Weber, F. Mertens, “High Separation Performance of Chromatographic Capillaries Coated with MOF-5 by the Controlled SBU Approach”, Chem. Eur. J. 2011, 17(39), 10958-10964, dx.doi.org/10.1002/chem.201100642
Florian Mertens, Prof.

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