Entwicklung des Forschungsprofils

Die Anorganische Chemie hat in Freiberg eine lange Tradition und mit C. Winkler (Entdeckung des Germaniums, Verfahren zur katalysierten SO2-Oxidation) einen besonders exponierten Vertreter. In der Zeit seit Beginn der Ausbildung von Diplom-Chemikern haben besonders die Arbeiten von R. Schrader (mechanische Aktivierung von Festkörperreaktionen), S. Herzog (Komplexchemie des Chroms), H.-H. Emons (Chemie der Mineralsalze, Salzhydrate, Latentwärmespeicherung) das Profil der anorganischen Forschung geprägt.

Der traditionelle Forschungsschwerpunkt Salze/Salzlösungen wird weiter gepflegt und erfährt eine intensive Erweiterung im Arbeitskreis von Prof. Voigt.

Die Siliciumchemie ist zu einem weiteren Schwerpunkt geworden. 1988 begannen die ersten Untersuchungen zur katalytischen Gasphasenhydrierung von Siliciumtetrachlorid. Nunmehr nimmt die Chlorsilanchemie, orientiert an der Herstellung von Reinstsilicium und von Siliconvorprodukten für die Müller/Rochow-Synthese ein breites Feld ein. Polymeraufbaureaktionen zielen auf die Synthese von Precursorverbindungen für Siliciumcarbid-Keramiken (Fasern, Membranen).
Grundlegende Untersuchungen werden zur Verknüpfung von Oligochlorsilanen mit Übergangsmetallen (Übergangsmetall-Siliciumkomplexe), organischen Bausteinen sowie zur Hyperkonjugation des Silicium-Atoms durchgeführt.
Experimente zum Sol/Gel-Prozeß von Alkoxysilanen sind auf die Präparation von funktionalisierten Siliciumdioxid- und Polysiloxanschichten gerichtet.