73rd BHT: Colloquium 7

6. Workshop: Digitalisierung in den Geowissenschaften - Vom digitalen Objekt zur virtuellen Lehrsammlung
  • Date: 9 June 2022
  • Venue: hybrid, Schlossplatzquartier, Lecture room SPQ-0302, Prüferstr. 4
  • Language: German
  • Conference chairpersons: Dr. Ilja Kogan, Prof. Dr. Jan-Michael Lange, Prof. Dr. Gerhard Heide
  • Contact: Dr. Christin Kehrer (christin [dot] kehreratgeosamm [dot] tu-freiberg [dot] de)

Digitale Objekte sind aus Forschung und Lehre, aber auch aus der Öffentlichkeit kaum mehr wegzudenken. Nicht zuletzt Geowissenschaften profitieren erheblich von den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten digitalisierter Strukturen und Objekte, die dem Erkenntnisgewinn dienen oder die Vermittlung unterstützen. Für jeden Objekttyp müssen spezifisch geeignete Methoden der Digitalisierung und Visualisierung gefunden werden.

Zu diesem Zweck wurde 2018 an der TU Bergakademie Freiberg eine vom Europäischen Sozialfonds geförderte Nachwuchsforschergruppe ins Leben gerufen. Darin befassten sich fünf Doktoranden und ein Postdoc über drei Jahre mit der Entwicklung von Standards für die Digitalisierung von Bau- und Dekorationsgesteinen, Bohrkernen, Erzproben und Fossilien. Ferner wurden verschiedene mathematische Ansätze zur automatisierten Beschreibung und Klassifikation von Gesteinen erprobt und ein inhaltliches sowie wirtschaftliches Konzept eines Digitalisierungszentrums für geowissenschaftliche Objekte entworfen. Ergebnisse des unter G.O.D.S. (Geoscientific Objects Digitization Standards) bekannten Projektes werden in einem Themenblock am Vormittag präsentiert.

Um aktuelle Projekte und neue technische Lösungen geht es im zweiten Themenblock. So fördert die Kulturstiftung des Bundes im Rahmen des Programms „dive in“ bis Ende 2022 die Entwicklung eines digitalen Erlebnisraums zum Versteinerten Wald von Chemnitz. Am Chemnitzer Naturkundemuseum soll das subtropische Ökosystem aus dem frühen Perm, das durch einen katastrophalen Vulkanausbruch ausgelöscht, gleichzeitig aber fossil konserviert wurde, als lebendige Welt erfahrbar gemacht werden. Moderne Möglichkeiten der digitalen Mikroskopie werden am Beispiel des neuen Axioscan 7 Geo der Firma Zeiss vorgestellt, das automatisiert Fluoreszenz-, Hellfeld- sowie Polarisationsbilder aufnimmt und Daten für die quantitative Analytik generiert.

Universitäre Lehre profitiert ebenfalls von zunehmender Einbindung digitaler Objekte. Seit Ende 2021 entstehen im Rahmen des interdisziplinären Projekts „Mixed and Meta Reality of Scientific Collections“, gefördert durch die Toepfer-Stiftung „Innovation in der Hochschullehre“ in der Förderlinie „Hochschullehre durch Digitalisierung stärken“, an der TU Bergakademie Freiberg hochaufgelöste Digitalisate ausgewählter Exponate u.a. aus den mineralogischen, petrographischen, kristallographischen und paläontologischen Lehr- und Forschungssammlungen. Angereichert mit Hintergrundinformationen, werden diese auf Lehrplattformen zur Verfügung gestellt, die virtuelle Interaktion mit den Lehrmitteln ermöglichen. Einblicke in den Projektfortschritt gibt der dritte Themenblock.

Auch der sechste Workshop „Digitalisierung in den Geowissenschaften“ lebt vom Dialog zwischen den Disziplinen und lädt Vertreter von Universitäten, Museen, Unternehmen und Ämtern zu einem fachübergreifenden Austausch ein.

This is a hybrid event. You can choose between virtual and in-person participation. Please note that the room capacity may be limited. The event is free for all participants.