Überwintern im ewigen Eis: Geophysikerin Benita Wagner und ihr Arbeitsplatz auf der Neumayer Station

Benita Wagner in der Antarktis
Geophysikerin Benita Wagner hat einen außergewöhnlichen Arbeitsplatz. Die gebürtige Ellwangerin, die an der Bergakademie studierte, überwintert aktuell auf der Forschungsstation Neumayer III im ewigen Eis.

Insgesamt wird sie 14 Monate in der Antarktis bleiben. Am 21. Mai begann die Polarnacht und ab da geht die Sonne bis zum 22. Juli nicht mehr auf. Die lange Zeit im Eis verbringt Benita mit ihren acht Kolleg:innen. Ganzjährig leben und arbeiten Wissenschaftler auf der Forschungsstation, die 2009 in Betrieb genommen wurde. Die Teams werden für ein Jahr wissenschaftliche Daten erheben und ihre Mission vorantreiben. Benita hat sich genau für diesen Job beworben, weil der Arbeitsplatz so exotisch ist und sie so ihre Abenteuerlust ausleben kann. Gerade aufgrund des Umfelds hier kommen einfach noch ganz andere Herausforderungen und Aufgaben zum eigentlichen Job hinzu. „Sei es, das soziale Miteinander in einer Gruppe von neun Leuten über neun Monate in Takt zu halten oder mit der physischen Isolation von der Außenwelt klar zu kommen. Auf der anderen Seite ist es natürlich ein großes Privileg, dass sich der Job hier ohne großen Aufwand mit Polarlichter schauen und Pinguine beobachten vereinbaren lässt“, so Benita im Interview. Ihre Abenteuerlust entdeckte sie schon frühzeitig und konnte sie auch im Studium in Freiberg ausleben. Schon früh werden die Studierenden hier in die Wissenschaft eingebunden – auch im Ausland. Die Abschlussarbeit ihres Masterstudiums führte Benita zum Beispiel nach Nepal. Gemeinsam mit einer Dozentin nahm sie geoelektrische Messungen in einem hydrothermalen Gebiet vor. Ziel war es, ein Erdbebengebiet genauer zu untersuchen. Besonders viel mitgenommen hab sie aus der Messfahrt der Seismik AG nach Finnland, wodurch einige noch anhaltende Freundschaften und eine richtige Sehnsucht  für das Land entstanden sind.

Bei der Übergabe mit den „alten Überwinterern“ wird den neuen klar, dass sie nun viel Verantwortung tragen: für diese „einzigartige Station, die kostbaren jahrzehntelangen wissenschaftlichen Messreihen und die Fürsorge füreinander“. Aber es gibt auch viele Spielräume und das Privileg, an einem einzigartigen Ort zu leben und zu arbeiten.

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