Philipp Brüggemann

interviewed im April 2017

Steckbrief

Prof. Dr. Philipp Brüggemann
Professor für Physikalische Chemie, Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm
Studienrichtung: Engineering & Computing

Vita

  • 2000-2005: Studium Engineering and Computing an der TU Bergakademie Freiberg mit der Vertiefungsrichtung Process Computing
  • 2006-2010: Promotion am Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (IEC) der TU Bergakademie Freiberg bei Prof. Dr. Bernd Meyer über Spurenstoffe bei der partiellen Oxidation (HP POX)
  • nach der Promotion: Tätigkeit bei der BASF SE in Ludwigshafen in der globalen Verfahrensentwicklung im Ammonlabor -> neue petrochemische Verfahren entwickelt, optimiert und bewertetet
  • anschließend Wechsel in den operativen Unternehmensbereich Petrochemie der BASF -> dort als Prozessmanager verantwortlich für Prozessoptimierung und Anlagensicherheit in der Produktion von Synthesegas und Luftgasen am Standort Ludwigshafen
  • seit 03/2016: Professor für Physikalische Chemie an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Interview

Sie haben in Freiberg studiert. Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium in Freiberg anzutreten?

Kleine Universitätsstadt mit sehr gutem fachlichem Ruf. Außerdem Abenteuerlust – damals kannte ich noch niemanden in Freiberg und auch keinen Absolventen der Bergakademie. 

Was ist aus Ihrer Sicht das besonders Interessante an Ihrer jetzigen Tätigkeit?

Die Lehre bringt mich dazu, gewohnte Zusammenhänge zu hinterfragen und neu zu denken und mich damit ständig gleichzeitig mit den Studierenden weiterzuentwickeln. Dass das so gut funktioniert und mich auch inhaltlich-methodisch weiterbringt, liegt vor allem an den jungen Leuten als Sparringspartner, die gerade den Berufsweg angefangen haben und noch über wenig Routine und Betriebsblindheiten verfügen. 

Welche nachhaltigen Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer Zeit an der TU Bergakademie Freiberg

Vom ersten Tag im Wohnheim bis zur Promotionsfeier gab es zu viel Erinnernswertes, als dass ich das jetzt so auf den Punkt bringen könnte. Mit fast jedem Ort in der Innenstadt und auf dem Campus verbinde ich irgendeine Erinnerung, so dass ich mich insgesamt in Freiberg noch heimisch fühle. Ein weiteres Freiberger Alleinstellungsmerkmal, das mich geprägt hat, war die einmalige Chance, gleichzeitig an einer Produktionsanlage im industriellen Maßstab (HP POX) zu experimentieren und dabei vom wissenschaftlichen Austausch an der Universität zu profitieren. 

Wenn Sie mit Ihrem heutigen Wissen auf Ihr Studium zurückblicken: gibt es etwas, das Sie anders machen oder worauf Sie achten würden? 

Längere Zeit, mindestens zwei Semester, im Ausland studieren. 

Haben Sie heute noch berufliche oder private Kontakte zur TU Bergakademie Freiberg? 

Ja, berufliche und private Kontakte aus der Freiberger Zeit kann ich kaum unterscheiden. Ich freue mich immer, wenn jemand aus Freiberg sich meldet. Je nach Situation haben mir schon einige Freiberger Kontakte weitergeholfen - oft gibt es einen fachlichen Anlass - aber mehr freut mich das Auffrischen der persönlichen Kontakte. 

Verraten Sie uns zum Schluss noch Ihr Lebensmotto? 

Immer mal wieder die Perspektive wechseln und neue Herausforderungen annehmen – damit ändere ich auch mein Lebensmotto immer mal wieder.

Foto © privat