Katja Riedel

interviewed im August 2018

Steckbrief

Dr. Katja Riedel
Program Manager, System Products Nutrition bei der BRAIN AG in Zwingenberg
Studienrichtung: Angewandte Naturwissenschaft

Vita

Dr. Katja Riedel studierte von 2000-2006 an der TU Bergakademie Freiberg Angewandte Naturwissenschaft. Ihren Doktortitel erwarb sie 2011 an der Universität Potsdam, am Deutschen Institut für Ernährungswissenschaften, Fachbereich „Molekulare Genetik“. Seit 2011 ist sie bei der BRAIN AG in Zwingenberg tätig, erst als Research Scientist & Project Manager und seit 2016 als Program Manager, System Products Nutrition.
Ehrenamtlich engagiert sich Dr. Katja Riedel seit 2014 bei den Wirtschaftsjunioren /
JCI Darmstadt und Hessen und ist 2018 Teil des hessischen Landesvorstandes.

Interview

Sie haben in Freiberg studiert. Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium an der Bergakademie anzutreten?

Ganz klar: der einzigartige Studiengang „Angewandte Naturwissenschaft“. Der interdisziplinäre Blick auf die Naturwissenschaften war genau das, was ich wollte - und gab mir zudem im Grundstudium Zeit mich zu entscheiden, welchen Schwerpunkt ich wählen sollte.

Welche nachhaltigen Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer Zeit an der TU Bergakademie Freiberg?

Ein Fakir auf einem Nagelbrett (Physik) und Zauberer im Hörsaal (Chemie) - geprägt haben mich vor allem die didaktisch guten Experimentalvorlesungen. Noch heute profitiere ich vom gelernten analytischen Denken und habe keine Scheu etwas auszuprobieren. Gerne denke ich auch an die unglaubliche Vielfalt des Lehrangebotes zurück. Neben den Naturwissenschaften stand beispielsweise auch BWL und Recht, sowie das Seminar Wissenschaft und Gesellschaft im Studienplan. Ich habe die Fächer als willkommene Abwechslung genossen.

Wenn Sie mit Ihrem heutigen Wissen auf Ihr Studium zurückblicken: Gibt es etwas, das Sie anders machen oder worauf Sie achten würden?

Ich habe Soft Skills, wie Teamführung, Konfliktmanagement, interkulturelle Kommunikation etc., erst nach dem Studium gezielt trainiert. Ich würde mich rückblickend mehr ehrenamtlich in Fachschaften engagieren und mehr Auslandsaufenthalte absolvieren. Ich finde, beides eignet sich hervorragend, um sich persönlich weiterzuentwickeln.

Was möchten Sie den aktuellen Studierenden in Freiberg als Tipp mit auf den Weg geben?

Neben fachlichen Kompetenzen bringen ein gutes Netzwerk und Soft Skills beruflich definitiv weiter! Bleibt beispielsweise als Förderer und Freund der Universität oder FAN mit dem Alumni-Netzwerk in Kontakt und engagiert euch ehrenamtlich. Dies erlaubt euch ein fächerübergreifendes Netzwerk aufzubauen.

Was ist aus Ihrer Sicht das besonders Interessante an Ihrer jetzigen Tätigkeit?

Ich genieße meine sehr vielfältige und damit abwechslungsreiche Arbeit! Die Suche nach neuen bioaktiven Naturstoffen für Kosmetik oder Nahrungsmittel mit Zellmodellen ist an sich schon sehr reizvoll. Der spannende Blick über den Tellerrand ist durch den wöchentlichen Austausch mit allen Projektleitern gesichert – dabei reicht die Themenvielfalt von Zellbiologie, Mikrobiologie, Stammentwicklung, Enzym-Engineering bis hin zu Green Mining. Auch die Präsenz auf akademischen Tagungen und Messen gehört zu den interessanten Aufgaben in einem forschenden Unternehmen. Darüber hinaus ermöglicht mir die Tätigkeit in dem wachsenden und inzwischen börsennotierten Unternehmen fortlaufend neue Aufgaben zu übernehmen. Dazu gehören z. B. Mitarbeiterführung, Mitwirkung in der Öffentlichkeitsarbeit und die Vermarktung unserer Forschungsdienstleistungen sowie Produkte.

Haben Sie heute noch berufliche oder private Kontakte zur TU Bergakademie Freiberg?

Sogar beides! Beruflich konnte ich den Erstkontakt mit dem Biotechnologieunternehmen herstellen, bei welchem ich beschäftigt bin. Die gemeinsame Forschungskooperation mit verschiedenen Arbeitsgruppen im Themenfeld „green-mining“ dauert nun schon mehrere Jahre an. Privat stehe ich mit ehemaligen Kommilitonen und dem Alumni-Netzwerk in Kontakt. Gern folge ich den Einladungen des Alumni-Netzwerks, welches beispielsweise zuletzt den Besuch des Freiberger Karzers, einer Elektrotechnik-Experimentalvorlesung oder sogar einen Blick in die Katakomben des Karlsruher Naturkundemuseums ermöglichte.

Verraten Sie uns zum Schluss Ihr Lebensmotto?

Positiv Denken und optimistisch sein!