Dennis Borsdorff

interviewed im Juli 2018

Steckbrief

Dennis Borsdorff
Freier wissenschaftlicher Mitarbeitet im Projekt CEMEREM in Kenia
Studienrichtung: Wirtschaftsingenieurwesen

Vita

Nach seiner Lehre und anschließendem Bachelorabschluss 2014 entschließt sich Dennis Borsdorff die Vorteile des Bologna-Prozesses zu nutzen und wechselt für das Masterstudium nach Freiberg. Hier schreibt er sich für den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen ein, denn die TU Bergakademie Freiberg bietet Vertiefungsrichtungen an, die für ihn gänzlich neu waren. Nach seinem Abschluss 2017 zieht es Dennis Borsdorff in die Welt - er ist Gastdozent an der Liaocheng University in Shandong China und als freier wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt CEMEREM (Centre of Excellence in Mining, Environmental Engineering and Resource Management) in Kenia tätig.

Interview

Sie haben in Freiberg studiert. Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium an der Bergakademie anzutreten?

Meine Motivation war es, mein postgraduelles Studium an einer Technischen Universität zu absolvieren. Nachdem die Bologna-Reform es ermöglicht hatte mit einem abgeschlossenen Bachelorstudium den Master an einer anderen Universität weiterzuführen, entschied ich mich für die TU Bergakademie Freiberg. Der interdisziplinäre Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen begeisterte mich bereits während der ersten Studienjahre und konnte in Freiberg fortgeführt werden. Die Fachrichtung Aufbereitungstechnik war neu für mich und gab mir die Möglichkeit in ein bis dahin unbekanntes Feld der Wissenschaft vorzudringen. Neben den fachlichen Reizen gab mir das Studium in Freiberg auch die Gelegenheit Deutschland aus einer neuen Perspektive zu sehen. Vor meiner Zeit in Freiberg habe ich selten den Weißwurstäquator überschritten und freute mich, in bis dahin unbekannte Regionen und Traditionen des Landes einzutauchen.

Welche nachhaltigen Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer Zeit an der TU Bergakademie Freiberg?

Durch die TU Bergakademie Freiberg habe ich erkannt, dass die deutsche Industrie noch mehr zu bieten hat als Karosserien, Antriebsstränge und eine Hot-Stone-Massage im Autositz. Die vielseitige Lehre um den Bergbau in den Vorlesungsräumen, während Tagungen und vor allem außerhalb der Lehrräume hat meinen jetzigen Werdegang stark geprägt. Durch die TU Bergakademie Freiberg habe ich die gesellschaftliche Verantwortung und Tragweite des Bergbaus kennen gelernt und auch meine jetzige Berufswahl bestimmt. Das Sprichwort „Alles kommt vom Bergwerk her“ gilt für mich nicht ausschließlich für den Bergbau, sondern auch für den verantwortungsvollen Umgang mit allen Arten von natürlichen Ressourcen.

Wenn Sie mit Ihrem heutigen Wissen auf Ihr Studium zurückblicken: Gibt es etwas, das Sie anders machen oder worauf Sie achten würden?

Arbeitsbegleitende Tätigkeiten halte ich für ein erfolgreiches Studium essentiell. Während meiner Studienzeit habe ich auf eine internationale Ausrichtung geachtet und viele Möglichkeit genutzt mit außeruniversitären Veranstaltungen meinen Horizont zu erweitern.

Was ist aus Ihrer Sicht das besonders Interessante an Ihrer jetzigen Tätigkeit?

Ich bin in Voi/Kenia an der Taita Taveta Universität als Projektkoordinator beschäftigt. Kenia ist kulturell außerordentlich diversifiziert und blickt auf eine prägende Geschichte zurück. Das Land entwickelt sich in gewissen Regionen außerordentlich schnell und in anderen Regionen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Diese Gegensätze sind im Alltag nicht zu übersehen und verleiten den Fokus für seine Tätigkeit zu verlieren. Neben dieser Herausforderung bringt die rasante Entwicklung auch die Möglichkeit, bei einflussreichen Projekten von der ersten Stunde an mit dabei zu sein. Meine Tätigkeit als wissenschaftlicher Freiberufler ermöglicht mir an aktuellen Forschungsthemen mitzuwirken und Projekte der kenianischen sowie deutschen Wirtschaftspolitik zu begleiten.

Was möchten Sie den aktuellen Studierenden in Freiberg als Tipp mit auf den Weg geben?

Nutzt die kurzen Wege zu den Dozenten. Denn meist blicken diese auf einen großen praktischen Erfahrungsschatz zurück und öffnen ganz neue Türen.

Haben Sie heute noch berufliche oder private Kontakte zur TU Bergakademie Freiberg?

Ich arbeite für das Projekt CEMEREM (Centre of Excellence in Mining Environmental Engineering and Ressource Management), welches von der HTW Dresden in Partnerschaft mit der TU Bergakademie Freiberg geleitet wird. Dadurch habe ich noch engen beruflichen Kontakt zur Bergakademie. Es haben sich aus Projektarbeiten und Wohngemeinschaften sehr gute Freundschaften ergeben, welche ich regelmäßig in Freiberg oder in den sächsischen Hauptstädten gerne besuchen komme. Zudem bin ich Alumni-Botschafter für Kenia.

Verraten Sie uns zum Schluss Ihr Lebensmotto?

Alone you go fast, but together you go far.