Dana Schwarz

interviewed im September 2017

Steckbrief

Dr. rer. nat. Dana Schwarz
wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e.V.
Studienrichtung: Chemie

Vita

  • bis 2007 Bachelor- und Masterstudium Chemie an der TU Bergakademie Freiberg
  • parallel zum Studium vielfältiges Engagement für die Freiberger Studentenschaft, u.a. Leiterin der AG Foto und Sprecherin im JungChemikerForum
  • anschließende Promotion am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung
  • 2015 bis 2017 Postdoc an der Universität in Prag
  • seit Mitte 2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e.V.

Interview

Sie haben in Freiberg studiert. Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium an der Bergakademie anzutreten?

Ich gehörte zum ersten Bachelor- und Masterstudiengang für Chemie an der TU Bergakademie Freiberg. Damals war mir sehr wichtig, die Möglichkeit zu haben, ohne Weiteres die Uni zu wechseln und vielleicht sogar während des Studiums ins Ausland gehen zu können. Ich hatte mir auch drei andere Universitäten angeschaut, aber Freiberg hatte dann doch etwas Besonderes für mich. Für das Chemiestudium bewarb ich mich mit einem englischen Abitur, wodurch es unmöglich war, die Bewerbungsfristen einzuhalten. Aber auch das war kein Problem in Freiberg. Ich fühlte mich sofort gut aufgenommen.

Welche nachhaltigen Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer Zeit an der TU Bergakademie Freiberg?

Das Studium fühlte sich an, wie ein Mitglied in einer sehr großen Familie zu sein. Das fing bereits damit an, dass die Professoren so gut wie immer Zeit für die Studierenden hatten. Jeder kannte den anderen namentlich und das traf fast auf die gesamte Fakultät zu. Wenn es Probleme im Studium gab, war man nie allein. Ich hatte auch viele Freunde aus anderen Fakultäten. Es war relativ einfach, sich in Freiberg ein grosses Netzwerk an Freunden aufzubauen, da man das Gefühl hatte, irgendwie kennen sich alle. Ein weiterer Punkt, der mich an Freiberg sehr beeindruckte, waren die Traditionen, die mit viel Stolz und Freude an die neuen Studiengänge weitergegeben wurden. Das fängt bei dem gemeinsamen Singen des Steigerliedes an, immer um Mitternacht in der Bar oder anderen Orten, Kneipentouren im Oktober oder den unglaublich aufwendig organisierten Fachschaftsabenden. Diese Ereignisse trugen ebenso zum Zusammenhalt bei. Des Weiteren bot das Studium in Freiberg sehr viel Freiraum. Das Chemiestudium war definitiv nicht einfach. Es wurden Werte vermittelt und es war vor allem nicht „verschult“. Die Praktika für Chemiker waren Pflicht, relativ intensiv und gut aufgebaut und trotzdem blieb noch genügend Zeit, sich auch anderweitig weiterzubilden. Ich hatte die Möglichkeit, mich während meines Chemiestudiums in andere Vorlesungen zu setzen, z.B. Rechtswesen. Außerdem war ich Mitglied in der Studienkommission, Leiterin der AG Foto und Sprecherin im JungChemikerForum. Während meines Bachelorstudiums wohnte ich im Roten Weg. Das gemeinsame Wohnen und Feiern mit anderen Studierenden zählt ebenso zu meinen wichtigen und schönen Erinnerungen.

Wenn Sie mit Ihrem heutigen Wissen auf Ihr Studium zurückblicken: Gibt es etwas, das Sie anders machen oder worauf Sie achten würden?

Die Studienzeit in Freiberg ist die schönste und wichtigste Zeit in meinem Leben, an die ich mich gerne zurück erinnere, mit besonderem Hinblick auf das Bachelorstudium. Ich habe mit 17 Jahren angefangen zu studieren und habe dementsprechend viele Fehler gemacht und Grenzen getestet. Letzten Endes sind es aber genau diese Erlebnisse, die einen Charakter formen. Ich habe sehr Vieles an der TU Bergakademie Freiberg gelernt, vor allem auch Softskills, die für meinen späteren Lebensweg sehr hilfreich waren. Ich würde also (fast) alles wieder so machen.

Was möchten Sie den aktuellen Studierenden in Freiberg als Tipp mit auf den Weg geben?

Genießt die Zeit des Studiums! Es gibt unglaublich viel zu erlernen und zu entdecken und die TU Bergakademie Freiberg hat sehr viel zu bieten, was das Studium angeht, aber auch an AG’s etc. So viel Zeit hat man wahrscheinlich nie wieder nach dem Studium.

Was ist aus Ihrer Sicht das besonders Interessante an Ihrer jetzigen Tätigkeit?

Ich bin in der Forschung geblieben und habe dadurch die Möglichkeit, mein Wissen, meine Neugier und Kreativität zu vereinen. Zudem bin ich national als auch international unterwegs und tätig, wodurch ich viele neue Ideen bekomme und andere Kulturen kennenlerne. Für die Forschung sind sehr viele Qualifikationen notwendig, weshalb ich ständig neue Dinge dazulerne und neue Blickwinkel auf Forschungsgebiete bekomme. Aber es lohnt sich.

Haben Sie heute noch berufliche oder private Kontakte zur TU Bergakademie Freiberg?

Ich pflege nach wie vor meine beruflichen sowie privaten Kontakte aus der Studentenzeit. Ich habe bisher auch noch keine andere Universität gesehen, an der die Promotionsverteidigungen und -nachfeiern mit so viel Liebe und Aufwand betrieben werden. Das finde ich immer besonders schön, wenn ich dazu eingeladen werde. Ich freue mich immer wieder, nach Freiberg zu kommen. Meistens führt mein erster Weg zum Bäcker, um mir eine Freiberger Eierschecke zu kaufen. Ich komme auch fast jedes Jahr im Dezember nach Freiberg, weil mir der Weihnachtsmarkt sehr gefällt.

Verraten Sie uns zum Schluss Ihr Lebensmotto?

Wege entstehen dadurch, dass wir sie gehen. (Franz Kafka)

Foto © privat