Habilitation von Dr.-Ing. Andreas Richter

Am 27. März 2018 habilitierte sich Herr Dr. Andreas Richter. In seiner Habilitationsschrift „Wärme- und Stofftransport in reaktiven Hochtemperaturprozessen“ stellt er den erreichten Stand der CFD-basierten Modellierung ein- und mehrphasiger Hochtemperaturprozesse dar. In der Arbeit werden verschiedenste Prozesse betrachtet: die Hochdruck-Partialoxidation von Erdgas, der Vergasung fester Einsatzstoffe in Flugstromreaktoren bzw. Wirbelschichtprozessen und die Synthesegasaufbereitung in einem neuen Quenchreaktor. Der Forschungsschwerpunkt reicht dabei von der Beschreibung der Strömungskräfte und des Wärmeübergangs sowie die Modellierung der thermochemischen Konversion reaktiver Einzelpartikel bis hin zur Berechnung und Optimierung unterschiedlicher Hochtemperaturreaktoren.

In der öffentlichen Probevorlesung wurden die innere und äußere Transportprozesse bei der Adsorption an Einzelpartikeln erläutert und für die Berechnung der Adsorption auf zwei exemplarische Fälle angewandt. Im wissenschaftlichen Vortrag „Virtualisierung für verbesserte Hochtemperaturexperimente" wurde für drei verschiedene Experimente zur Charakterisierung des Konversionsverhaltens kohlenstoffhaltiger Einsatzstoffe gezeigt, dass mathematische Modellierung und Computersimulation notwendig sind, um die Experimente besser zu verstehen und zu charakterisieren. Damit wird eine zuverlässige Auswertung der Daten erst ermöglicht.

Herr Dr. Richter leitet seit 2014 die Abteilung „CFD-Modellierung von Hochtemperatur-Prozessen“ an der Professur für Energieverfahrenstechnik und thermische Rückstandsbehandlung. Sein Arbeitsgebiet umfasst die CFD-basierte Modellierung von Hochtemperaturprozessen in der Chemie und Metallurgie, die modellbasierte Prozessoptimierung, die modellgestützte Analyse und Entwicklung von Hochtemperatur-Testreaktoren und -Messapparaturen sowie die Berechnung und Modellierung von Grenzflächenphänomenen.