Das Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) Virtuhcon geht in die zweite Förderphase

(v.l.) Dr.-Ing. Andreas Richter, Prof. Dr.-Ing. Bernd Meyer, Dr. Sebastian Krieb
Nach dem Start der Nachwuchsforschungsgruppen „ProVirt“ und „Mehrphasenmodelle“ nahm die noch ausstehende Forschungsgruppe „Stoff- und Prozessanalyse“ ihre Arbeit zum 1. September 2016 auf. Damit kann das ZIK Virtuhcon nun komplett in die zweite Förderphase starten.

Forschungsgruppenleiter Dr.-Ing. Jörg Kleeberg und sein Team werden in der Gruppe „Stoff- und Prozessanalyse“ mithilfe neuester Messtechniken künftig Hochtemperatur-Stoffwandlungsprozesse untersuchen. „Wir widmen uns vor allem chemischen und metallurgischen Prozessen mit hohen Feststoffbeladungen“, erklärt Dr. Kleeberg. Der an der TU Bergakademie Freiberg verfügbare Großgerätepark erlaubt dabei die Prozessanalyse unter industrienahen Bedingungen. „Die Möglichkeit der Validierung von Simulationsmodellen an Großgeräten ist einzigartig und ein internationales Alleinstellungsmerkmal“ erklärt Prof. Bernd Meyer, Sprecher von Virtuhcon, „sie unterstreicht die Spitzenforschung des ZIK Virtuhcon“.

Die enge Verzahnung der drei Forschungsgruppen ermöglicht den Abgleich der Rechenmodelle mit Messdaten aus realen Prozessen. So erarbeitet die Nachwuchsforschungsgruppe „Mehrphasenmodelle“ auf Grundlage der Ergebnisse von Dr. Kleeberg und seinem Team hochauflösende Simulationsmodelle und ermöglicht detaillierte Einblicke in bisher nicht zugängige Hochtemperatur-Prozesse. Die ESF-geförderte Nachwuchsforschungsgruppe „ProVirt“ erstellt dafür problemangepasste, praxisnahe Rechenwerkzeuge, mit deren Hilfe bestehende Prozesse optimiert und parallel neue technologische Ansätze entwickelt werden.

Die Wissenschaftler forschen im Rahmen von Virtuhcon an neuen, ressourcenschonenden und CO2-armen Technologien für nachhaltige Produktionsprozesse. Bereits in der ersten Förderphase bis 2015 konnten die Forscher international beachtete Ergebnissen erzielen. So entwickelten sie unter anderem neue Hochleistungsbrenner für die nichtkatalytische Erdgasspaltung.

In der zweiten Förderphase werden die Forschungsschwerpunkte nun durch neue Technologiefelder aus der Nichteisenmetallurgie sowie aus der Chemie- und Grundstoffindustrie ergänzt. „Wir profitieren dabei von der umfassenden Fachexpertise von insgesamt acht Instituten unserer Universität“, so Prof. Meyer. Eine besonders enge Zusammenarbeit erfolgt dabei mit Prof. Michael Stelter, gleichzeitig stellvertretender Sprecher des ZIK Virtuhcon, und seinem Institut für Nichteisen-Metallurgie und Reinststoffe. Zudem ist das ZIK Virtuhcon ein wichtiger Teil des Zentrums für effiziente Hochtemperatur-Stoffumwandlung (ZeHS).

Finanziert werden die Nachwuchsforschergruppen für die nächsten fünf Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und vom Europäischen Sozialfonds (ESF). Die durch die Professur für Energieverfahrenstechnik und thermische Rückstandsbehandlung allein in diesem Feld eingeworbenen Fördermittel von mindestens 12 Mio. Euro tragen maßgeblich zum Ausbau der Spitzenforschung an der TU Bergakademie Freiberg bei.

Weitere Informationen: Zum ZIK Virtuhcon

Ansprechpartner: 
Prof. Dr. Bernd Meyer, Tel.: 39-4510