Master Industriearchäologie

Industriearchäologie ist die Wissenschaft, die sich mit der Erfassung, Erforschung, Interpretation und in gewissem Umfang mit der Erhaltung der gegenständlichen Überlieferung gewerbe- und industriebezogener Artefakte, Anlagen und Systeme in ihrem kulturellen und historischen Kontext beschäftigt. Mit der Erfassung und Dokumentation der gegenständlichen Überlieferung aus der Geschichte von Gewerbe, Industrie und Verkehr leistet die Industriearchäologie im Bereich der technischen bzw. Industriedenkmale einen Beitrag zur allgemeinen Denkmalpflege. Technische bzw. Industriedenkmale sind dabei alle Denkmale der Produktions- und Verkehrsgeschichte, wie handwerkliche Produktionsstätten mit ihren Ausstattungen, industrielle und bergbauliche Anlagen, Maschinen und Modelle, Verkehrsbauten und Transportmittel sowie Kommunikations- und Infrastruktureinrichtungen mit ihren zugehörigen Anlagen. Aufgrund des speziellen Gegenstandes sowie der vielfältigen Grundlagen und methodischen Verfahren ist die Industriearchäologie ein interdisziplinärer Wissenschaftsbereich.


Studienkonzept

Der Studiengang Industriearchäologie richtet sich an historisch interessierte, mathematisch-naturwissenschaftlich begabte und interdisziplinär orientierte Studierende. Er verbindet historisch-geisteswissenschaftliche Methoden und Fragestellungen mit einer breiten natur- und ingenieurwissenschaftlichen Grundlagenausbildung einerseits und einer praxisorientierten Ausbildung im Bereich des Kultur- und Projektmanagements, des Museumswesens und der Denkmalpflege andererseits.

Die Vermittlung berufspraktischer Fähigkeiten, z.B. der Fähigkeit zur Teamarbeit, spielt dabei eine besondere Rolle. So sind für den Studienabschluss mehrere Exkursionen und Praktika zu absolvieren. Die TU Bergakademie Freiberg kooperiert dafür sehr eng mit den Institutionen der Denkmalpflege und des Museumswesens.

Mit seiner großen industrie- und bergbaugeschichtlichen Tradition, die ihren Niederschlag nicht zuletzt in ca. 20.000 technischen Denkmalen findet, bietet Sachsen ein ideales Umfeld für industriearchäologische Lehre und Forschung. Zahlreiche technische Museen sowie der Museumsverbund sächsisches Industriemuseum ergänzen und erweitern dieses landesweite „industriearchäologische Laboratorium“ und eröffnen die Möglichkeit einer praxisnahen Ausbildung für ein weites berufliches Tätigkeitsfeld.


Studienablauf

Studienablaufplan

 


Was kommt nach dem Master

Berufsbilder und Einsatzmöglichkeiten

Mit dem Studiengang Industriearchäologie bietet die TU Bergakademie Freiberg – einmalig in Deutschland – eine Ausbildung für Fachpersonal im Bereich der Industriedenkmalpflege und der technischen Museen auf universitärer Ebene. Mögliche Berufsfelder sind:

  • Dokumentation und Katalogisierung industriearchäologischer Funde und Befunde; ihre Untersuchung mit naturwissenschaftlichen und materialwissenschaftlichen Methoden; ihre historische, technikgeschichtliche und denkmalpflegerische Analyse und Einordnung; ihre Bewahrung durch die Entwicklung neuer Nutzungskonzepte
  • Ämter für Denkmalpflege und Museen
  • alle Bereichen der industriearchäologischen Forschung, z.B. Universitätsinstitute
  • Technik- und Industriemuseen
  • Wissenschaftsjournalismus
  • wissenschaftliche Bildungsarbeit und Öffentlichkeitsarbeit

Zahlen, Daten, Fakten

"Neues Leben in alten Fabriken"

Bachelorstudent Franz Dietzmann berichtet auf abi.de über sein Studium an der TU Bergakademie Freiberg. weiter

"Kultur ist ohne Technik nicht denkbar"

Industriearchäologie-Absolventin Yvonne Adam berichtet auf abi.de über ihre Arbeit in einem Freilichtmuseum weiter


Media: rof. Albrecht zum Studiengang Industriearchäologie