Studieren mit Behinderung

Studieren mit Behinderung ist leider noch immer alles andere als selbstverständlich. Auf dem Weg zum erfolgreichen Studienabschluss sind viele strukturelle Defizite auszugleichen und Barrieren zu überwinden - zusätzlich zu der Belastung, die eine Behinderung oder chronische Krankheit für jeden individuell bedeutet. Und nur die wenigsten wissen: Fast zwanzig Prozent aller Studierenden leiden unter einer Behinderung oder chronischen Krankheit. Neben gehbehinderten, sehbehinderten, schwerhörigen und sprachbehinderten Studierenden, gehören hierzu z.B. ebenso Studierende mit Krankheiten wie Multipler Sklerose, Krebs, HIV-Infektion, Rheuma, Diabetes, Epilepsie, Allergien oder mit Psychosen.

Ziel der TU Bergakademie Freiberg ist es, behinderten und chronisch kranken Studierenden eine möglichst gleichberechtigte und selbstständige Teilhabe am Studium und am studentischen Leben zu ermöglichen. Darum bieten wir Ihnen spezielle Unterstützung und Serviceleistungen in allen Bereichen. Und auch Ihre Fragen und Anregungen sind jederzeit herzlich willkommen!

Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen zu allen Belangen des Universitätslebens, die mit einer Behinderungen oder länger andauernden Erkrankungen oder Teilleistungsstörungen zusammenhängen. Wie bekomme ich einen Studienplatz, welche besonderen Anträge kann ich stellen, wie strukturiere und organisiere ich mein Studium, wie beantrage ich Nachteilsausgleich in Prüfungen, wie finanziere ich mein Studium, wo kann ich wohnen, gibt es hier noch mehr behinderte Studierende, ist der Hörsaal, in welchem ich Vorlesung habe, behindertengerecht? Folgen Sie der linken Navigation. Unter den dort aufgelisteten Schwerpunkten finden Sie Antworten auf Ihre Fragen.

Projekt der "Persönlichen Assistenz"

Die TU Bergakademie Freiberg bietet ihren Studenten mit Behinderung oder einer chronischen Erkrankung seit dem Sommersemester 2013 eine persönliche Assistenz an. Diese Person ist nicht irgendwer, sondern ist genauso Student der TU Bergakademie Freiberg. Unter Federführung des Prorektors für Strukturentwicklung, Prof. Dirk C. Meyer, werden diesen Studierenden weitere Hilfestellungen angeboten werden, um ihnen eine möglichst gleichberechtigte und selbstständige Teilhabe am Studium und am studentischen Leben zu ermöglichen. Noch steckt das Projekt "Persönliche Assistenz" in den Kinderschuhen.

Seit der Ausschreibung der Stellen haben sich sehr viele Studenten beworben. Jedoch ist die Nachfrage der Studierenden mit Behinderung eher noch zurückhaltend. Mitmachen kann an diesem Projekt jeder Student der TU Bergakademie Freiberg. Es gibt keine bestimmten Anforderungen an den persönlichen Assistenten. Basierend auf eine umfassende Recherche mit den Bedürfnissen und Problemen behinderter oder chronisch kranker Studierender ist das Ziel, den Studierenden mit Behinderung den Studienalltag zu erleichtern und noch bestehende Barrieren aus dem Weg zu räumen. Den betroffenen Studierenden wird personelle Hilfe angeboten.

Da Freiberg sehr bergig ist, eignen sich beispielsweise kräftige Jungen, um einen Rollstuhlfahrer um Unialltag zu unterstützen, um nur ein Beispiel zu nennen. Aber auch andere Hilfen für den Kommilitonen mit Handicap sind möglich: Texte vorlesen oder Unterstützung bei Recherchearbeiten – je nach Bedarf und Beeinträchtigung sowie Möglichkeiten des helfenden Studenten. Die TU Bergakademie Freiberg bietet darüber hinaus für Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung den so genannten Nachteilsausgleich an. Dieser bezieht sich auf die Studien- und Prüfungsordnung und wird individuell abgestimmt. Auch Wohnheimplätze werden bevorzugt an Studierende mit Beeinträchtigung vergeben.