Gründungsprojekt aus dem Bereich Geowissenschaften startet in die Selbstständigkeit

Die Taucher von GeoWiD bei der Arbeit. © SDC TU FreibergDen Traum vom eigenen Unternehmen realisieren – dieses Vorhaben ist für Richard Stanulla und Robert Ganß Realität geworden. Beide sind Bergakademie-Absolventen der Geowissenschaften. Mit Unterzeichnung des Gesellschaftervertrages vor wenigen Tagen agiert die GeoWiD – Geowissenschaftliche Dienste GmbH nun offiziell am Markt. Bei der Gründungsvorbereitung intensiv begleitet und betreut wurde das Team durch die Mitarbeiter des Gründernetzwerkes SAXEED.

„Wir modernisieren die Art der Datenerhebung für Fragestellungen im Unterwassersektor dadurch, dass wir speziell ausgerüstetes Fachpersonal direkt am Untersuchungsobjekt einsetzen können – mit dieser Aussage lässt sich das Ziel unseres Unternehmens gut umschreiben“, erläutert Gründer und geschäftsführender Gesellschafter Richard Stanulla. Das notwendige fachliche Rüstzeug für die Unternehmensgründung erwarb das Team dabei beim Studium der Geowissenschaften an der TU Bergakademie Freiberg sowie einer intensiven, speziellen Weiterbildung zum wissenschaftlichen Taucher durch das universitätseigene Scientific Diving Center. Tätigkeitsschwerpunkte für GeoWiD werden sowohl Dokumentation als auch Monitoring von Tagebaurestlöchern, Talsperren und anderen Gewässern sein.

Dass wissenschaftliches Tauchen nichts mit dem allseits bekannten Freizeit-Tauchen zu tun hat, wird schnell klar: Auch bei eiskaltem Wasser, geringen Sichtweiten bis hin zu Nullsicht und Dunkelheit nimmt das Team Proben von Wasser, Biota, Gestein oder Sediment und dokumentiert die Umgebung auf besonderen Schreibtafeln sowie mit unterwassertauglichen Fotoapparaten und Kameras. „Weil wir in einer sehr speziellen Nische agieren und beispielsweise zur Beprobung unter Wasser nicht auf standardisierte Technik zurückgreifen können, haben wir uns im Rahmen der Gründungsvorbereitung auch mit der Entwicklung von unterwassertauglichen Spezialgeräten beschäftigt und dafür das Team mit Maschinenbauingenieurin Juliana Brunzlaff verstärkt“, berichtet Gesellschafter Robert Ganß.

Im Bereich Forschung und Entwicklung wird es in Zukunft auch eine intensive Zusammenarbeit zwischen dem Scientific Diving Center und GeoWiD geben. Zum offiziellen Start des Unternehmens sind nun bereits sieben Gerätetypen fertig entwickelt, die unter anderem auch an Forschungseinrichtungen vertrieben werden sollen. Die finanzielle Grundlage für das Gründungsvorhaben bildete ein SEED-Stipendium der Sächsischen Aufbaubank (SAB). „Dadurch können wir noch bis September diesen Jahres unseren Lebensunterhalt bestreiten und uns mit vollem Einsatz der Kundenakquise widmen“, erklärt Richard Stanulla. „Darüber hinaus hat uns auch die hervorragende Betreuung durch das Freiberger SAXEED-Team bei der Realisierung unserer Geschäftsidee geholfen“, ergänzt Robert Ganß. „Bei der Ausgestaltung des Geschäftskonzeptes, notwendigen Weiterbildungen im Vorfeld der Gründung bis hin zur Akquise von Fördermitteln konnten wir dabei stets auf kompetente und zuverlässige Beratung zurückgreifen.“ Überzeugt vom Geschäftskonzept zeigt sich auch Professor Broder Merkel, Prorektor für Forschung an der Bergakademie, Mentor des Gründerteams und Direktor des Freiberger Scientific Diving Centers: „Der Einsatz von wissenschaftlichen Tauchern ermöglicht es, Fragestellungen Unterwasser professionell und detailliert zu beantworten. Basierend auf einer hervorragenden interdisziplinären wissenschaftlichen und taucherischen Ausbildung stellt das Start-up einen attraktiven Partner für Landesämter, regionale Gesellschaften wie die LMBV oder auch für Betriebe in den Bereichen Umwelt, Naturschutz und Wasser dar.“

weitere Informationen: www.geowid.de, www.saxeed.net

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