Zwischen Hochgefühl und Enttäuschung - Podiumsdiskussion zur Wende

Unter dem Motto "Wende setzt Kräfte frei" gehören zu den Mitstreitern im besten Wortsinn an seiner Seite der Professor und Mathematiker Dietrich Stoyan, von 1991 bis 1997 Rektor der TU Bergakademie, die damalige Studentin und heutige Gießereiingenieurin Claudia Dommaschk, der 1955 geborene Informatiker Hartmut John und Timo Leukefeld, wie John Sohn eines Parteisekretärs, zu Wendezeiten 20 Jahre alt und heute Geschäftsführer der Soli fer Solardach GmbH Freiberg. Sie alle haben ihre ganz eigenen Erfahrungen mit der Wende gemacht.

"Das war′s, alle weiteren Aktivitäten wurden früher oder später erstickt - der Geist der Revolution versank im Konsum und im Wohlstandsmüll", kommentiert zum Beispiel der damalige Umweltaktivist John enttäuscht den Mauerfall.
Für Dietrich Stoyan jedoch ist das wiedervereinigte Deutschland trotz aller Probleme zum Beispiel im Schulsystem " das höchst erstrebenswerte Ziel", von dem er noch vor 20 Jahren nicht einmal geträumt hatte. Die Wende habe ihm die Gleichstellung mit seinen westlichen Wissenschaftskollegen gebracht. "Ich habe die gleiche Technik, es gibt keine Einschränkungen der Kontakte, keiner liest mehr meine Korrespondenz mit."
"In einem wirtschaftlich derart kaputten Land wie der DDR hätte nie eine lebendige Demokratie wachsen können", meint der Christ Friedrich Häfner und fragt: "Erneuerte DDR - auf welcher Basis?" Ein Leben in großer Demokratie und Freiheit und eine zu altem Glanz wieder entwickelte Bergakademie zählen für ihn zu den wichtigsten Resultaten der Wende. Nicht aufgegangen sei der "leichte Schritt in den Wohlstand, den uns Kohl damals versprochen hat."
Es dürfte ein spannender Abend werden, weil es nicht nur um Vergangenes geht.

Zu der Veranstaltung, die der Kanzler der TU Bergakademie Freiberg, Dr. Andreas Handschuh, moderiert, sind die Mitarbeiter der Universität sowie Einwohner und Gäste der Stadt eingeladen.

Foto von Gunther Galinsky: Demonstration am 19. November 1989

Ansprechpartner: 
Dr. Andreas Handschuh