Wissenschaftskarriere und Familienplanung schließen sich nicht aus

Studentin der TU Bergakademie Freiberg mit ihrem Kind © Detlev Müller / TU Berga
Wie junge Frauen erfolgreich promovieren und die Familie mit dem Beruf vereinbaren können, zeigt Dr. Franziska Hunger. Die Wissenschaftlerin von der Professur für Numerische Thermofluiddynamik erhielt für ihre Forschungsarbeit den renommierten Jürgen-Warnatz-Preis und erwartet bald ihr zweites Kind.

Dr. Franziska Hunger ©photographisches.com/ Thomas KruseVom Studium zur Wissenschaftskarriere mit Kind: Dr. Franziska Hunger hat sich diesen Wunsch erfüllt. Nach ihrem Studium der Verfahrenstechnik an der TU Bergakademie Freiberg arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Numerische Thermofluiddynamik. 2014 wurde die junge Frau zum ersten Mal Mutter. Nach ihrer einjährigen Elternzeit setzte sie ihre Arbeit an der Professur fort und begann ihre Promotion, die sie im Dezember 2016 mit Auszeichnung „summa cum laude“ erfolgreich abschloss. 

Ihre Ergebnisse flossen in das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Großforschungsprojekt Virtuhcon ein. In diesem Projekt forschen Freiberger Wissenschaftler an neuen, ressourcenschonenden und CO2-armen Technologien für nachhaltige Produktionsprozesse. Diese wissenschaftliche Leistung wurde nun von der Deutschen Sektion des Combustion Institute (Pittsburgh) e.V. mit dem Jürgen-Warnatz-Preis gewürdigt. Der renommierte Forschungspreis wird alle 2 Jahre an einen herausragenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Verbrennung vergeben. Die offizielle Preisverleihung wird während des Deutschen Flammentags im September 2017 in Darmstadt stattfinden

„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Der Preis bestätigt nicht nur die Relevanz und Aktualität des Forschungsthemas, sondern zeigt gleichzeitig, dass ausgezeichnete wissenschaftliche Leistungen auch mit Familie erbracht werden können, wenn die Rahmenbedingungen stimmen“, erklärt Dr. Hunger, die im Sommer 2017 ihr zweites Kind erwartet.

Auch Doktorvater Prof. Christian Hasse freut sich über die Ehrung: „Es unterstreicht zum einen das große Potential der in Freiberg gelebten Verknüpfung von grundlagenorientierter und angewandter Forschung und zum anderen, dass Familie und exzellente Forschung miteinander vereinbar sind.“ 

Unterstützt wurde Dr. Hunger bei den ersten Schritten hin zur Wissenschaftskarriere durch das Promotionsprogramm „Junge Frauen an die Spitze“ der Graduierten- und Forschungsakademie der TU Bergakademie Freiberg. „Dass Dr. Hunger mit dem wichtigsten Preis für die grundlagenorientierte Verbrennungsforschung in Deutschland ausgezeichnet wird, freut mich außerordentlich. Sie zeigt damit auch, dass die im Erfolgsteam „Junge Frauen an die Spitze“ vermittelten Strategien langfristig aufgehen und es möglich machen, eine hervorragende wissenschaftliche Leistung sowie den Aufbau eines internationalen Netzwerks mit einer Familienplanung zu verbinden. Das ist für die deutsche Wissenschaftskultur noch bei Weitem nicht selbstverständlich“, so Dr. Kristina Wopat, Direktorin der Graduierten- und Forschungsakademie.