Vom Juniorprofessor zum Professor für Anorganische Chemie

Prof. Dr. Gero Frisch beim Experimentieren © Detlev Müller / TU Bergakademie Fre
Zum 1. September wurde Dr. Gero Frisch zum ordentlichen Professor am Institut für Anorganische Chemie der Fakultät für Chemie und Physik an der TU Freiberg berufen. Seit 2013 ist er als Juniorprofessor in Freiberg tätig. Mit seiner Berufung übernimmt er die Nachfolge von Prof. Wolfgang Voigt.

Als neuer Leiter der Arbeitsgruppe Salz- und Mineralchemie freut sich Prof. Frisch auf seine Aufgaben: „Die Forschungsarbeiten von Prof. Voigt in der Salzchemie ergänzen sich gut mit unseren Arbeiten zu ionischen Flüssigkeiten und lassen sich so lückenlos fortführen“. An der TU Bergakademie Freiberg schätzt er vor allem die gute Verknüpfung von Grundlagenforschung und Anwendung sowie die intensive und interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Kollegen aus den verschiedenen Fachbereichen der Universität. „So wurde ich gleich zu Beginn meiner Juniorprofessur 2013 mit einem Teilprojekt in das Krüger-Forschungskolleg des Freiberger Biohydrometallurgischen Zentrums (BHMZ) eingebunden, konnte eine eigene Arbeitsgruppe im Bereich der Ressourcenchemie aufbauen und Kontakte zu Kollegen anderer Fakultäten knüpfen“, so Prof. Frisch.

Auch in der Lehre legt Prof. Frisch großen Wert darauf, die Studierenden frühzeitig an die Forschung heranzuführen und das theoretisch vermittelte Wissen mit ihnen gemeinsam praktisch anzuwenden. Ein besonderes Highlight ist für ihn die Experimentalvorlesung „Allgemeine und Anorganische Chemie“, die in jedem Wintersemester von 200 bis 300 Studienanfängern aus vielen Studiengängen gehört wird. Einen weiteren Forschungsaspekt, den Prof. Frisch seine Studierenden künftig näherbringen möchte, ist die Elektrochemie. „Sie ist ein wichtiges Teilgebiet der Chemie (Galvanik, Messtechnik, Energiespeicher), das in der Lehre an deutschen Universitäten bisher vernachlässigt wurde. Daher wollen wir ab dem nächsten Sommersemester eine Vorlesung für unsere Studierenden anbieten“, so Prof. Frisch.

Der gebürtige Wiener studierte an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. Nach seinem Diplomabschluss als Chemiker (2003) promovierte er 2006 in der Festkörperchemie. Von 2007 bis 2013 war er an der University of Leicester beschäftigt und erforschte hier ionische Flüssigkeiten, eine neue Klasse von organischen Salzen, die bei weniger als 100 Grad Celsius schmelzen. Dabei untersuchte er, inwieweit diese Ergebnisse auf das Recycling von Metallabfällen, wie Leiterplatinen, Halbleitern oder Magneten, anwendbar sind. Als Juniorprofessor für Ressourcenchemie wurde er 2013 an die TU Bergakademie Freiberg berufen.