Universitäten in Hanoi und Freiberg stärken gemeinsam Bergbausektor in Vietnam

Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung (von links: Prof. Kuyumcu, Dreb, Dr.
Die TU Bergakademie Freiberg und die Hanoi Universität für Bergbau und Geologie unterzeichneten am 15. November in Hanoi eine Kooperationsvereinbarung zur Stärkung des vietnamesischen Bergbausektors.

Anlass für den Besuch der Freiberger Wissenschaftler in Vietnam war das 50. Jubiläum der Hanoi Universität für Bergbau und Geologie. Die Feierlichkeiten begleiteten wissenschaftliche Konferenzen zu aktuellen Themen der Geo- und Geoingenieurwissenschaften. In zwei Leitvorträgen stellten der Freiberger Bergbau-Professor Carsten Drebenstedt Bergbau-Innovationen aus Deutschland und der Gastprofessor der TU Bergakademie Mahmut Kuyumcu Fragestellungen der Bergbausanierung vor. Sie informierten auch über Studienmöglichkeiten in Freiberg.

Während des Besuches wurde eine Kooperationsvereinbarung zwischen den beiden führenden Ressourcenuniversitäten ihrer Länder unterzeichnet, die darauf abzielt, den vietnamesischen Bergbausektor zu stärken. Stellvertretend für die Bergbauindustrie nahm der Vize-Präsident der staatlichen Bergbaugesellschaft Vinacomin, Dr. Nguyen Anh Tuan, an der Unterzeichnung teil.

Am Rande der Feier wurden auch Gespräche zur Etablierung einer Herder-Professur in Hanoi und zur Zusammenarbeit mit der vietnamesischen staatlichen Bergbaugesellschaft Vinacomin geführt. Der Bergbausektor hat eine besondere wirtschaftliche Bedeutung für das Land. Es werden große Mengen Erdöl (> 100 Mio. t) gefördert, dazu Kohle, Kalkstein, Bauxit, Eisenerz, Schwermineralsande, Chromit und andere.

„Vietnam ist ein politisch stabiles, zuverlässiges und wirtschaftlich aufstrebendes Land mit hart arbeitenden und wissbegierigen Menschen. Es ist uns eine Verpflichtung, im Rahmen der Globalisierung den Prozess der Entwicklung des Landes durch Aus- und Weiterbildung sowie Forschung und Entwicklung weiter zu unterstützen“, so Professor Drebenstedt. Erst jüngst wurde ein größeres, mehrjähriges Projekt der Europäischen Union unter Leitung der TU Bergakademie Freiberg zur Unterstützung der Bergbauausbildung in Vietnam begonnen. Gemeinsam mit 12 Partnern werden dabei Studiengänge in Geologie und Bergbau modernisiert.

Anlässlich des Empfangs des Rektors der Universität Hanoi, Prof. Le Hai An, wurde auch die seit Jahrzehnten erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Freiberger Universität gewürdigt. Die Freiberger Universität bildet Experten für die nachhaltige Stoff- und Energiewirtschaft aus, die in der Lage sind, den modernsten Stand der Technik in Vietnam zu etablieren und damit die Ressourcenwende international voranzutreiben. Seit über 40 Jahren arbeitet die TU Bergakademie Freiberg eng mit Vietnam zusammen. Erste Studenten kamen bereits 1960 aus Vietnam nach Freiberg. Seitdem haben rund 300 Studenten in Freiberg studiert. Aktuell sind 36 vietnamesische Studenten eingeschrieben. Mit rund 260 Mitgliedern ist der Freiberger Alumni-Club in Hanoi der größte seiner Art, vgl. http://tu-freiberg.de/alumni/unsere-alumni/alumni-international/alumni-verein-vietnam.

Am 15. November 1966 wurde die Hanoi Universität für Bergbau und Geologie gegründet. Seitdem haben über 90.000 Absolventen ihre Expertise in der Gesellschaft eingesetzt. 

An den Feierlichkeiten vergangene Woche nahmen hochrangige Vertreter der vietnamesischen Regierung unter Leitung der Vize-Präsidentin Vietnams, Dang Thi Ngoc Thinh, und Vertreter zahlreicher Partnerhochschulen teil, darunter Prof. Carsten Drebenstedt und Gastprofessor der TU Bergakademie Freiberg, Mahmut Kuyumcu, die die Glückwünsche der Freiberger Universität überbrachten.

Ansprechpartner: 
Prof. Carsten Drebenstedt, Tel.: 39-3373