Über 50 Ressourcenuniversitäten beschließen Gründung eines Weltforums für Nachhaltigkeit

Vertreter von über 50 Universitäten ...
Vertreter von über 50 internationalen Ressourcenuniversitäten aus 39 Ländern der Welt unterzeichneten am Montag, dem 11. Juni, an der TU Bergakademie im sächsischen Freiberg eine Deklaration zur nachhaltigen Rohstoffsicherung. Die Unterzeichner einigten sich als Ergebnis einer Auftaktveranstaltung auf die Gründung eines Weltforums der Ressourcenuniversitäten für Nachhaltigkeit.
Das Forum soll zu einer festen Institution werden. Schon im nächsten Jahr wird im russischen St. Petersburg das nächste Weltforum stattfinden. Die dortige Bergbauuniversität hatte zusammen mit der TU Bergakademie Freiberg aus Anlass des 20. Jahrestages der Rio-Umweltkonferenz die Initiative zu dieser Gründung ergriffen.

Die Hochschulvertreter hatten in mehreren Workshops unter anderem diskutiert, wie ein neues Rohstoffbewusstsein in der Gesellschaft verankert und bei der Ausbildung von Fach- und Führungskräften im Rohstoffbereich noch intensiver zusammengearbeitet werden kann.

So sollen unter anderem gemeinsame Ausbildungsstandards definiert sowie neue internationale Studiengänge zu nachhaltigen Rohstoffprozessen entstehen. Neue Ausbildungsinhalte und -standards für hochqualifizierte Nachwuchswissenschaftler und für die Aus- und Weiterbildung sollen entwickelt und international etabliert werden.

Prof. Bernd Meyer, Rektor der TU Bergakademie Freiberg, wies darauf hin, dass „durch den weltweit rasant steigenden Bedarf an Rohstoffen neue Dimensionen der Beeinträchtigung von Umwelt, Gesellschaft und der globalen Wirtschaft sichtbar werden.“ Die Ressourcenuniversitäten sehen sich, so der Rektor, international in der Verantwortung, „dem Prinzip der nachhaltigen Entwicklung in Forschung und Ausbildung entlang der gesamten Rohstoffwertschöpfungskette Geltung zu verschaffen.“

„Wissen ist der Schlüssel zu einer sicheren und nachhaltigen Nutzung unserer Bodenschätze“, sagte Prof. Johan Einar Hustad von der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie in Trondheim. „Deswegen hat die Gründung des Weltforums unsere volle Unterstützung.“

Wladimir Borsenkow, an der Bergbau-Universität St. Petersburg Leiter der Abteilung für Internationale Beziehungen, sagte: „Rohstoffe werden in Russland verschwenderisch genutzt, deshalb werden wir durch die neue Form der Zusammenarbeit weltweite Erfahrungen nutzen und in der Lehre und Ausbildung anwenden.“

„Die Forschung im Ressourcenbereich, im Bergbau und der Rohstoffverarbeitung, und eine gleichzeitig effiziente und sozial verträgliche Entwicklung sind entscheidend für die Zukunft kommender Generationen“, erklärte Prof. Guojun Ma von der chinesischen Wuhan Universität für Wissenschaft und Technologie. „Die Ressourcenuniversitäten spielen in diesem Bereich eine ganz wesentliche Rolle.“

Die unter der Schirmherrschaft von Bundesforschungsministerin Prof. Annette Schavan verabschiedete Deklaration sieht einen ganzen Katalog von Aufgaben vor, die bis zum St. Petersburger Treffen im Jahr 2013 bereits abgearbeitet werden sollen. Dazu gehört unter anderem die Analyse bereits bestehender Studienprogramme, die im Rohstoffbereich weltweit die Aspekte der Nachhaltigkeit beachten. Außerdem sollen Lehrmethoden und Unterrichtsmaterialien für eine nachhaltigkeitsorientierte Ausbildung an den Universitäten entwickelt werden.

Interdisziplinäre Arbeitsgruppen sollen sich mit international vergleichbaren Studienplänen befassen und mit der Qualitätskontrolle von Lehre und Forschung im Hinblick auf die Nachhaltigkeit. Afrikanische Vertreter wiesen auf die Besonderheiten des Bergbaus in den Entwicklungsländern hin.

Die Deklaration setzt Schwerpunkte: „Zu den wichtigsten Themen gehören die Prozessoptimierung und Modellierung sowie technische und betriebswirtschaftliche Lösungen hin zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den begrenzten Ressourcen Wasser, Boden, Luft, Energie und Materialien, ebenso der Schutz der Natur und der menschlichen Gesundheit.“

In den nächsten zwölf Monaten wird ein Exekutivkomitee mit Vertretern aus allen Kontinenten zusammengestellt. Die Geschäftsstelle des Weltforums soll in den Räumen des neu entstehenden Freiberger Lomonossow-Instituts ihren Sitz haben.

„Die Vertreter der vielen Universitäten haben in Freiberg eine beachtliche Arbeit geleistet“, freute sich Rektor Bernd Meyer. „Wir waren von der weltweiten Resonanz regelrecht begeistert, denn wir empfinden die wachsende Beachtung des Prinzips der Nachhaltigkeit bei der Sicherung von Rohstoffen als den Beginn einer Rohstoffwende. In Bezug auf ihre Wichtigkeit und Notwendigkeit ist sie durchaus mit der Energiewende von den fossilen zu den erneuerbaren Energien vergleichbar.“ Es seien besonders die Wissenschaftler, die hier gefragt sind. Der Rektor: „Nachhaltigkeit beginnt im Kopf.“



Folgen Sie diesem Weblink zur Deklaration zur nachhaltigen Rohstoffsicherung.

Hier finden Sie Pressefotos in hoher Auflösung zu ausgesuchten Forschungsthemen an der TU Bergakademie Freiberg.

English press release "World Forum of Universities of Resources on Sustainability".

Ansprechpartner: 
Cornelia Riedel