TU Bergakademie präsentierte zum Tag der Energie synthetisches Benzin aus Versuchsanlage

Rektor Prof. Bernd Meyer (l.) und ...
Positive Energie in Form vielfältiger Impulse sandte die Veranstaltung der TU Bergakademie am Sonnabend, dem 25. September 2010, auf dem Gelände der Reichen Zeche in Richtung Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft und Politik aus. Zum bundesweiten Tag der Energie präsentierte die Universität in Anwesen
Zum einen konnten die Gäste der Veranstaltung hochoktaniges synthetisches Benzin aus der Syngas-to-Fuel-(STF) Versuchsanlage schnuppern und in Augenschein nehmen. Zum anderen erfuhren sie, wie das Deutsche EnergieRohstoff-Zentrum Freiberg im Verbund mit der Wirtschaft an den Technologien des Nach-Erdölzeitalters forscht.

In ihrem Grußwort betonte Ministerin Schorlemer: „Die Technologiepolitik des Freistaates Sachsen, das Umfeld der Universitätsstadt Freiberg, das unternehmerische Engagement der Chemnitzer Chemieanlagenbauer und die wissenschaftliche Exzellenz der TU Bergakademie Freiberg verbinden sich im Projekt ‚Syngas-to-Fuel’ in vorbildlicher Weise“. Die Freiberger Universität nehme mit ihren Projekten eine Spitzenposition in der Kohleforschung entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein. Die Ministerin versicherte, dass das Sächsische Wissenschaftsministerium ausdrücklich einen Antrag der Hochschule zur Gründung eines Forschungsinstitutes für Technologien zur nachhaltigen Rohstoffversorgung und Ressourceneffizienz beim Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützte.

Die Versuchsanlage für das STF-Benzin wurde in enger Kooperation zwischen den Freiberger Instituten für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (IEC) sowie Technische Chemie und dem Chemieanlagenbau Chemnitz GmbH (CAC) errichtet. „Besonders bemerkenswert daran ist nicht nur die Rekordzeit der Inbetriebnahme, sondern vor allem, dass es sich hier um das erste erfolgreiche, im Pilotmaßstab demonstrierte, deutsche Benzinsyntheseverfahren nach dem 2. Weltkrieg handelt“, berichtet Prof. Bernd Meyer, Rektor der TU Bergakademie und Direktor des IEC. „Das STF-Benzin entsteht aus Synthesegas und kann sowohl aus fossilen und nachwachsenden Rohstoffen oder aus beidem gemeinsam gewonnen werden.“ Joachim Engelmann, Geschäftsführer der CAC, kommentierte: „Diese Anlage ist dank ihres Aufbaus und der Technik mit den eigens dafür eingesetzten isothermischen Reaktoren einmalig in der Welt.“

In seiner Ansprache an die rund 100 Teilnehmer machte Rektor Prof. Bernd Meyer noch einmal mit Blick auf die heimische Braunkohle deutlich, dass kohlenstoffhaltige Energieträger in Zukunft mehr und mehr stofflich-chemisch genutzt werden müssen. „Unsere Botschaft lautet: Kohle soll nicht mehr nur verbrannt, sondern bevorzugt als Chemierohstoff genutzt werden.“ Er rechnete vor: „Durch saubere Kohlechemie werden 40 Prozent des fossilen Kohlenstoffs in chemische Produkte gebunden. Weitere CO2-Minderungen sind durch Einbindung von photovoltaischen Wasserstoff oder Biomassen möglich.“ Deshalb wünsche er sich vom Energiekonzept der Bundesregierung eine klare Aussage dazu, von der Mono-Stromerzeugung zur sauberen Kohlechemie überzugehen. Er ist überzeugt: „Diese CO2-arme Brückentechnologie hat Zukunft!“

Die Themen Kohle, Ressourcen- und Energieeffizienz spielen auch im Deutschen EnergieRohstoff-Zentrum Freiberg (DER), das vom BMBF bis 2014 Fördermittel in Höhe von 9.5 Millionen Euro und Ko-Finanzierungen von über sieben Millionen Euro aus der Industrie erhält, eine wichtige Rolle. Ihre Verbundenheit mit dem nationalen Zentrum dokumentierten Vertreter von Vattenfall Europe Mining & Generation, RWE power, Chemieanlagenbau Chemnitz, der MIBRAG und ROMONTA mit einem Grußwort und einem symbolischen Akt. Neben der Versuchsanlage auf dem Freigelände der Reichen Zeche verlasen die Gäste Leitgedanken, die auf ihre Kompetenz im Verbund hinweisen. Diese Worte waren auf großen Bausteine aufgetragen, die Studenten der TU Bergakademie zu einer Ideenwand zusammenfügten. Auf dieser konnten die Anwesenden eine grafische Darstellung der Verzahnung beider Projekte erkennen.

Zum Abschluss wurde auf die neue STF-Anlage und das Synthesebenzin mit einem Glas prickelndem „STF-Benzin“ angestoßen. Bei einem Rundgang über das Gelände überzeugten sich die teilweise weit angereisten Gäste der Veranstaltung und am Nachmittag auch rund 100 Besucher aus der Region von der Forschungskompetenz der Freiberger Universität.

Ansprechpartner: 
Prof. Bernd Meyer