terra mineralia präsentiert in Sonderschau "Fliegende Juwelen"

Wolfgang Thieme
In ihrer ersten großen Sonderschau präsentiert die terra mineralia, die Stiftungssammlung der TU Bergakademie Freiberg, das weltweit erste Mineralien-Insektarium. Seit Ostersonnabend können die Besucher die über 150 ungleichen und doch so faszinierenden Paare bewundern. Die beiden Leihgeber haben mi

„Wir freuen uns ganz besonders, als erste Sonderausstellung in der terra mineralia unseren Besuchern diese Kostbarkeiten in Freiberg zeigen zu können. Die TU Bergakademie erforscht die Schätze der Erde und der Natur. Wir präsentieren hier in unserer Ausstellung die besondere Schönheit, die von Mineralen und Insekten ausgeht“, so die Leiterin der terra mineralia, Anna Dziwetzki. Als besonderen Höhepunkt bringen die Leihgeber der Ausstellung, Robert Jakob und Markus Klein aus München, dutzende echte lebende Schmetterlinge mit in die terra mineralia. Sie kommen als Puppen aus Taiwan und werden in den ersten Tagen frei im Raum umherfliegen.

Die Ausstellung zeigt über 300 Exponate, die jeweils aus einem Insekt und einem Mineral bestehen. „Um die Paare zu finden, suchen wir parallel“, erzählt Markus Klein, einer der Leihgeber. „Manchmal haben wir ein Insekt und finden auf einer Mineralienmesse das passende Stück dazu. Es gab aber auch den anderen Fall, dass wir Schmetterlinge auf einer entsprechenden Messe zum Mineral gefunden haben“, sagt Markus Klein.

Die Leihgeber kommen aus München. Robert Jakob, einer der Schöpfer der Sammlung „Fliegende Juwelen“, sammelt seit seiner Kindheit Muscheln, Vogeleier, Fossilien, Insekten Gesteine und Mineralien. Im Alter von acht Jahren faszinierte ihn beispielsweise ein in den Regenbogenfarben schillerndes Stück Siliciumcarbid so sehr, dass er es im Tausch gegen einige Micky- Maus-Hefte seiner Sammlung einverleibte. So begann er mit dem Zusammentragen von Mineralen, den Scheiben fossiler Hölzer und Achaten.Markus Klein hingegen interessierten zunächst Orchideen. Schließlich entschlossen sich beide, Geologisches und Biologisches gegenüberzustellen und deren natürliche Gemeinsamkeiten in Farbe, Gestalt wie auch Form aufzuspüren. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten; denn bald schufen sie eine einzigartige Symbiose von farb- wie auch formanalogen Mineralien und Gesteinen auf der einen und dazu passenden Insekten auf der anderen Seite, deren unwiderstehlicher Zauber nun den Weg in die Öffentlichkeit findet.

Die terra mineralia war am 23. Oktober 2008 als Stiftungssammlung der TU Bergakademie Freiberg in den neugestalteten Ausstellungsräumen des Schlosses Freudenstein gegründet worden. Seitdem haben ca. 370.000 Besucher die mehr als 3500 Minerale, Edelsteine und Meteoriten von fünf Kontinenten gesehen und die zahlreichen Veranstaltungen besucht. Sie stammen aus der Mineralienstiftung der Schweizerin Dr. Erika Pohl-Ströher.

Die Sonderausstellung „Fliegende Juwelen“ wird wie die Ausstellung terra mineralia von Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr und am Wochenende bis 18 Uhr geöffnet. Foto: Detlev Müller. Sorgfältig werden die passenden Paare in die insgesamt neun Vitrinen des Vortragssaales komponiert
Ansprechpartner: 
Anna Dziwetzki