Tag der offenen Tür und Junior-Uni an der Bergakademie

Wie Zauberei sieht es aus, was Alexander Kämpfe und Konstantin Kraushaar mit ihren bunten Flüssigkeiten und geheimnisvollen Substanzen anstellen. In ihrem Labor auf dem Campus gießen die beiden Forscher vorsichtig den Inhalt von zwei Glasbechern zusammen. Anschließend ziehen sie aus dem Gemisch wie von Geisterhand eine endlos erscheinende Spaghetti. „Das ist aber nicht zum Essen geeignet“, warnt Alexander Kämpfe. „Aber man kann aus diesem künstlichen Faden Kleidung herstellen.“ Hinter der Darbietung steckt nicht Magie, sondern handfeste Wissenschaft. „Das alles macht Chemie möglich“, verrät Alexander Kämpfe. Bei der Junioruni möchte er zeigen, wo im Alltag überall Chemie drin steckt. „Chemie verleiht Dingen Farbe und bringt sie zum Leuchten“, erklärt er. Bei seiner Experimentalvorlesung um 9.15 Uhr ließ er es mit seinem Kollegen Konstantin Kraushaar ordentlich krachen. So zeigten die beiden Chemiker, wie man mit Knallgas eine Blechbüchse fliegen lassen kann und erzeugten „Glühwürmchen“ aus dem Reagenzglas.

Für alle Älteren öffnete an diesem Tag die TU Bergakademie ihre Türen. Die Fakuläten präsentieren sich mit Vorführungen und Experimenten in der Neuen Mensa und auf dem Campus. An Informationsständen in der Neuen Mensa konnte man sich auch rund ums Studentenleben - von der Einschreibung über die Studienfinanzierung bis zum Studentischen Wohnen - informieren.

Auf eine Forschungsreise nahm Jörg Schneider die Zuhörer bei dem zweiten Vortrag der Junioruni um 10.15 Uhr mit. Im Jahr 2006 machte der Wissenschafter eine Expedition zum Südpol, um unter dem dicken Eis einen uralten Kontinent zu suchen: Pangea. Die riesige Landfläche existierte vor 200 Millionen Jahren, als die Dinosaurier über die Erde stampften. Irgendwann zerbrach dieser Kontinent. „Vor sehr langer Zeit müssen Vulkane ausgebrochen sein und den Kontinent in zwei Hälften aufgebrochen haben“, berichtet der Geologe. Um herauszubekommen, was damals wirklich geschah, suchte er in der Antarktis nach Spuren der Vulkanausbrüche. Eine schwierige und frostige Aufgabe. „Unser Forscherteam mussten in Zelten bei Temperaturen bis Minus 20 Grad schlafen“, verrät er. Sein Essen trug er immer am Körper, sonst wäre seine Stulle am Morgen gefroren gewesen. Welche Abenteuer er sonst noch zwischen Pinguinen, Robben und Raubmöwen erlebte, verriet er bei seinem Vortrag.

Nach den Vorlesungen im AudiMax konnten die jungen Gäste der Junioruni in der Neuen Mensa selber forschen. Neben Experimenten erwartete sie dort ein kostenloser Imbiss, den Freiberger Firmen gesponsert haben.


Die Freiberger Junioruni

Die erste Kinderuniversität in Deutschland fand 2002 an der Universität Tübingen statt. Schon ein Jahr später griff die TU Bergakademie Freiberg die Idee auf und lud als erste Universität in Sachsen Acht- bis Zwölfjährige zu Vorlesungen ein. Seitdem erlebten mehr als 3.000 Kinder im Audi Max spannende Vorträge und erfuhren unter anderem, wie Forscher in die Erde blicken oder sich geheime Nachrichten verschlüsseln lassen. Die Professoren der Freiberger Junioruniversität, wie die Veranstaltung seit 2004 heißt, sind auch gern gesehene Gäste in anderen Städten. So begeisterten die kindgerechten Vorträge und Mitmach-Angebote auch Kinder in Dresden, Glauchauu, Riesa und sogar in China. Wie richtige Studenten erhielten die kleinen Besucher der Junioruni einen Studentenausweis. Mit ihm konnten sie nach den Vorträgen in die Freiberger Mensa gehen, wo für sie kostenlose Essen und Getränke bereitstanden. Auch der Besuch der terra mineralia war an diesem Tag mit dem Junior-Studentenausweis kostenlos.