Symbolischer Baggerbiss durch Ministerpräsident Stanislaw Tillich

Der 1. Bauabschnitt eines neuen Zentrums für Verfahrens- und Maschinenentwicklung wurde am 27. Juli 2009 mit einem symbolischen Baggeraushub durch den sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich eingeleitet. Das Bauvorhaben kostet 6,7 Millionen Euro und wird aus dem Konjunkturpaket II finanziert. Es handelt sich dabei um das erste große Neubauvorhaben von Bund und Land auf dem Campus der TU Bergakademie. Bis 2011 entstehen an der Lampadiusstraße auf 1600 Quadratmetern Nutzfläche Labore und Hallen für Forschung und Lehre.

"Wir beginnen heute ein Stück Zukunft" sagte Rektor Prof. Bernd Meyer. "Der Hallenkomplex ermöglicht es speziell den Instituten der Fakultät für Maschinenbau, Verfahrens- und Energietechnik, künftig schnell und variabel auf Wünsche der Partner in Wirtschaft und Wissenschaft zu reagieren und Fragestellungen in den Profil bestimmenden Bereichen Energie, Umwelt und Werkstoffe zu lösen".

Als Ressourcenuniversität sei die TU Bergakademie gut aufgestellt. Der Rektor nannte drei Erfolgskriterien dafür: Die Zahl der Studenten in den Ingenieurberufen habe sich in Freiberg in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt. Bei der Einwerbung von Drittmitteln gehört die Freiberger Universität zur Spitzengruppe in Deutschland; die Zahl der Drittmittelbeschäftigten stieg von 300 im Jahr 2000 auf 530 momentan. Und drittens belege die positive Resonanz der privaten Stifter, dass sie die Bergakademie als solide Hochschule im Sinne der Wertschöpfung anerkennen. Doch als Wachstumsuniversität platzt man aus allen Nähten.

Ministerpräsident Stanislaw Tillich verweist auf die 24 Milliarden Euro, die die sächsische Regierung in den vergangenen Jahren für Bildung ausgab. "Das ist eine Investition in die Zukunft. Deshalb werden wir künftig auch zielgerichtet Hochschulen und Universitäten unterstützen, damit sie in jenen Bereichen guten Nachwuchs ausbilden, die traditionell für Sachsen stehen: Maschinenbau, Ingenieur- und Naturwissenschaften."

Zum Baugeschehen äußerte sich Peter Voit, Leiter der Chemnitzer Niederlassung des Sächsischen Immobilien- und Baumanagements. Nach der Fertigstellung des 1. Bauabschnitts sind an dieser Stelle weitere kammartig verlaufende Gebäudeteile vorgesehen. Die Gesamtfläche soll einmal bei 4000 Quadratmetern liegen, für die Gesamtkosten sind 24 Millionen Euro veranschlagt. "Obwohl es sich bei diesem Projekt um eine der größten Maßnahmen aus dem Strukturpaket II handle, ist damit an der Freiberger Universität noch nicht einmal das ′Bergfest′ bei der Modernisierung des Bestandes erreicht", berichtet Peter Voit. 127 Millionen seien seit den 1990er Jahren in die Sanierung geflossen, für 168 Millionen bestehe aber noch Bedarf. Hinzu kommen laut Entwicklungskonzept neue Bauvorhaben für 50 bis 70 Millionen; unter anderem für das Schlossplatzquartier oder die neue Bibliothek.

Mit dem Neubau in der Lampadiusstraße verwirklicht die TU Bergakademie Freiberg eine weitere Etappe bei der Verzahnung von Campus und Altstadt. Der dazu geplante Wissenschaftskorridor, der vom Schloss über die Altstadt mit dem Universitäts-Hauptgebäude bis auf den Campus führen wird, nimmt dann wieder ein Stück Gestalt an.
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