Spendenkonto für Chile wächst um 600 Euro

Über 90 Besucher kamen Donnerstagabend in den Vortragssaal der terra mineralia im Schloss Freudenstein, um mehr über die Ursachen und die Folgen des Erdbebens in Chile zu erfahren. Der Geologe und Prorektor für Außenbeziehungen der TU Bergakademie Freiberg, Prof. Christoph Breitkreuz, stellte unter

Die Wissenschaftlerin, die zurzeit an der TU Berlin forscht, kam extra nach Freiberg, als sie von der Spendenaktion erfuhr. Sie unternahm mit dem Publikum einen Spaziergang durch die Innenstadt von Concepción nach dem Beben. Schwer beschädigte Häuser, zerbrochene Brücken, aufgerissene Straßen, wellige Schienenstränge vermittelten den Betrachtern einen bedrückenden Eindruck vom Ausmaß der Zerstörungen. Und auch die Momentaufnahmen vom Campus der Freiberger Partneruniversität Universidad de Concepción (UdeC) waren erschütternd. Verwüstete Laboratorien und Büros, zerstörte und brennende Gebäude. Diese Aufnahmen bekam Prof. Castro erst am Morgen des 11. März von Kollegen aus Chile übermittelt. Sie nutzte die Veranstaltung, um sich herzlich bei den Zuhörern für ihre solidarische Hilfe zu bedanken. "Vielleicht besuchen in der Zukunft einige von Ihnen Chile", verabschiedete sie sich mit einem Lächeln, "dann werden sie die Schönheiten unseres Landes kennen lernen."

In seinem Vortrag machte Prof. Christoph Breitkreuz deutlich, dass Chiles Lage am Rande des südamerikanischen Kontinents und an der Schnittstelle der ozeanischen und südamerikanischen Platte dem Land seit Millionen von Jahren verheerende Erdstöße und Vulkanaktivitäten beschert. Damit verbunden sind aber auch riesige Rohstoffvorkommen. Speziell bei der Kupferproduktion liegt Chile weltweit auf dem Spitzenplatz. "Das jüngste Bebens vor Südchile registrierte auch die seismologische Station in der Alten Elisabeth", berichtete Prof. Breitkreuz. "16 Minuten nach Beginn zeichnete das Gerät in Freiberg erste Schwingungen und dann den weiteren Verlauf auf." Wie stark sich das aktuelle Beben auf die Lage Südchiles auswirkt, konnte Prof. Breitkreuz anhand von GPS Messungen dokumentieren. Seit dem 27. Februar hat sich dieser Teil des Kontinents drei Meter nach Westen bewegt. Und die Gefahr ist noch nicht gebannt, denn an diesem Donnerstag gab es bereits wieder starke Beben.

Die Eintrittsgelder dieser Veranstaltung in Höhe von 600 Euro kommen der Spendenaktion der TU Bergakademie für Chile zugute. In die Summe eingeschlossen ist auch die Spende des Restaurants "Genuss im Schloss". Es bot zur Veranstaltung chilenische Speisen und Getränke an und zweigte jeweils einen Euro für den guten Zweck ab. Das Medienzentrum der TU Bergakademie stellte die 65 Euro Herstellungskosten für die Plakate ebenfalls als Spende zur Verfügung.

Fotos von Eckardt Mildner: Der Geologe Prof. Christoph Breitkreuz (diese Seite), -1- Prof. Ginette Castro, Universidad de Concepción, -2- Zuhörer im Vortragssaal von Schloss Freudenstein

Ansprechpartner: 
Prof. Christoph Breitkreuz