Silberstadt von Weltrang mit Salzsee voller Lithium

Der Prorektor für Außenbeziehungen Prof. Christoph Breitkreuz, Prof. Wolfgang Voigt und Prof. Gerhard Heide reisten anlässlich des 18. Bolivianischen Geologischen Kongress nach Potosi. Während des Besuchs an der UATF, zu der seit über 40 Jahren enge Beziehungen bestehen, wurden weitere Schritte im gemeinsamen Forschungsprojekt zur Rohstoffnutzung des größten Salzsees der Welt, dem Salar de Uyuni, besprochen.

Dr. Jaime Claros von der Fakultät für Bergbau der UATF spielt dabei eine zentrale Rolle. Der Freiberger Alumnus treibt mit Prof. Wolfgang Voigt den Aufbau eines Technikums in Potosi voran. Im ihm sollen die gemeinsam im Labor entwickelten Verfahren der Herstellung reinsten Lithiumcarbonates, dem Ausgangsstoff für Lithium-Ionenbatterien, aus aufkonzentrierter Salzseelösung optimiert werden. Dabei werden neu entwickelte Kegelverdampfer eingesetzt, die unter den Bedingungen des Salars de Uyuni in 3600 m Höhe wesentlich effektiver und umweltschonender arbeiten als konventionelle Eindampfbecken. Zudem ist im Technikum die Ausbildung von Fachpersonal geplant. Die Freiberger Wissenschaftler konnten bei ihrem Besuch schon den Rohbau des Technikums, im neuen Campus am Rande von Potosí gelegen, in Augenschein nehmen: Die Fertigstellung ist Ende Juni 2009 vorgesehen.

Das Lithium-Projekt ist auf deutscher Seite in die Lithium-Initiative eingebunden, die am 5. Mai 2009 an der TU Bergakademie gegründet wurde. In sie sind neben 25 Freiberger Professoren auch das Geokompetenz-Zentrum Freiberg und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover eingebunden. Lithium ist der nachgefragte Rohstoff für Handy- und Laptop-Batterien, die Li-Batterie-Technik für Autos steht vor dem Durchbruch.

Prof. Heide nutzte gemeinsam mit dem Student Bernhard Euler die Gelegenheit für eine Exkursion zum Salar de Uyuni, sechs Stunden von Potosí entfernt. Die Mineralogen nahm Proben von Salzen, deren komplexe Zusammensetzung wissenschaftlich Neues erhoffen lässt.

Foto: Prof. Wolfgang Voigt (l.) und Dr. Jaime Claros (m.) vor dem Rohbau des neuen Technikums in Potosi.

Ansprechpartner: 
Prof. Christoph Breitkreuz