Schatzjäger auf der Suche nach begehrten Rohstoffen

Menschen in einem Bergwerk-Stollen
Für die Umweltdokumentation "planet e" drehte das ZDF im Bergarchiv und in der "terra mineralia" der TU Bergakademie Freiberg. In dem Beitrag „Die Schatzjäger“ ging es um Deutschlands begehrte Rohstoffe, u.a. Lithium.

In Deutschland hat eine Schatzjagd begonnen. Das Ziel: Rohstoffe wie Lithium, Erdöl und sogar Gold nicht nur zu importieren, sondern auch bei uns aufzuspüren und abzubauen. Im Zweiten Deutschen Fernsehen gab es hierzu eine halbstündige Reportage, die teilweise im Bereich der TU Bergakademie Freiberg entstanden ist:  https://www.zdf.de/dokumentation/planet-e/planet-e-die-schatzjaeger-100.html

Rohstoffe sichern die Zukunft. Für neue Technologien werden neue Ressourcen immer wichtiger. Mancherorts herrscht Goldgräberstimmung. Aber gibt es wirklich so viele Bodenschätze bei uns? Ist ihr Abbau rentabel? Und was bedeutet das für die Umwelt?

Überall in Deutschland rücken die wertvollen Bodenschätze wieder in den Fokus. Denn zahlreiche Zukunftstechnologien sind auf endliche Rohstoffe angewiesen. Die Autoindustrie zum Beispiel benötigt Lithium für die Akkus von Elektroautos. 40 Prozent der Kosten für ein Elektroauto entfallen auf die Batterie. Lithium ist ein seltenes Leichtmetall, das vor allem in Argentinien, Chile und Bolivien unter kaum kontrollierbaren Bedingungen abgebaut und dann um die halbe Welt zu uns verschifft wird. Dabei schlummert im Erzgebirge das größte Lithium-Vorkommen Europas.

Armin Müller, Chef der Firma "Deutsche Lithium", möchte diesen Schatz bergen. Er glaubt fest an sein Projekt, denn schon in der DDR wurde in Sachsen erfolgreich Bergbau betrieben. Probebohrungen sollen klären, ob das Lithium-Vorkommen rein und rentabel genug für den Abbau ist. Unterdessen tickt die Uhr: Die Preise für Rohstoffe schwanken stark, und jederzeit kann irgendwo ein neues Lithium-Vorkommen erschlossen werden, das den Markt überschwemmt und die Preise in den Keller treibt. Auch für andere Ressourcen gilt: Der Weg zur Genehmigung von Bergbauprojekten ist lang. Niemand kann garantieren, dass die Rohstoffe in ein paar Jahren noch genauso viel wert sind. Zudem können strenge Umweltbestimmungen und engagierte Bürgerinitiativen die Planungen blockieren; Investoren brauchen einen langen Atem.

Projekte wie der Erdöl-Abbau in der Pfalz haben diese Hindernisse schon überwunden. Seit 40 Jahren wird hier inmitten der Weinberge Erdöl gefördert. Jetzt soll allerdings die Fördermenge deutlich erhöht und das Bohrgebiet erweitert werden. Das Vorhaben stößt auf heftigen Widerstand bei vielen Anwohnern. Anders ist das bei einem Kieswerk in Rheinzabern: Hier wird buchstäbliches "Rheingold" gewonnen, gleichsam als Nebenprodukt. Das Edelmetall wird umweltschonend aus dem Kies herausgewaschen und verdient sich so die Ehrenbezeichnung "Öko-Gold".

Erleben wir eine Bergbau-Renaissance in Deutschland? Und sind die heimischen Ressourcen der erhoffte Schatz, der uns von Rohstoff-Importen unabhängiger macht?

Weitere Informationen: www.planet-e.ZDF.de