Sächsisches Konsortium gründet Deutsch-Kenianisches Zentrum für Rohstoffforschung in Afrika

Ein Blick auf den Campus des TTUC © TU Bergakademie Freiberg
Gemeinsam mit der HTW Dresden ist die TU Bergakademie Freiberg am Aufbau des „Kenyan German Centre for Mining, Environmental Engineering and Resource Management (CEMEREM)“ am Taita Taveta University College in Voi (Kenia) beteiligt.

Neben seinen Naturschönheiten ist Kenia reich an Bodenschätzen wie Gold, Titan, Eisen, Zink und Edelsteinen, aber auch Flußspat, (Kali-)Salz, Erdöl und –gas sowie Kohle kommen in der Region vor. Um diese Ressourcen nachhaltig nutzen zu können, fehlt der wissenschaftliche Nachwuchs. „Kenia als rohstoffreicher Staat steht vor der komplizierten Aufgabe, seine Naturreichtümer zum Wohle der Gesellschaft zu nutzen, ohne dabei den Naturschutz und dem Tourismus zu schaden“, schätzt Prof. Carsten Drebenstedt vom Institut für Bergbau und Spezialtiefbau an der TU Bergakademie Freiberg ein. Kenia besitzt nahezu keine eigenen Ausbildungsstätten im Ressourcensektor. Das soll sich mit dem vom DAAD geförderten Projekt ändern. Mit dem CEMEREM entsteht am Taita Taveta University College (TTUC) ein Kompetenzzentrum für eine bewusste und ganzheitliche Ressourcenwirtschaft in Kenia und im ostafrikanischen Raum.

Geplant sind die Einrichtung von Studiengängen, Weiterbildungen, die Ausstattung von Laboren, Kooperationen für Promotionen und die Schaffung von Netzwerken mit Industriepartnern in Deutschland und Ostafrika. Auch der wissenschaftliche und interkulturelle Austausch, sowohl auf Studentenebene als auch auf Ebene der Lehrenden steht im Fokus.

Dabei kann das TTUC auf das umfangreiche Wissen und die Erfahrungen der Fakultäten für Geowissenschaften, Geotechnik und Bergbau sowie für
Wirtschaftswissenschaften der TU Bergakademie Freiberg zurückgreifen. Die Freiberger Spezialisten arbeiten seit Jahren im Bereich der nachhaltigen Rohstoffwirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Erkundung über die Gewinnung bis zum Recycling. „Gerade die Sicherstellung einer wirtschaftlich langfristigen Wertschöpfung der Rohstoffwirtschaft in Verbindung mit der Gestaltung sozial gerechter und ökologisch verträglicher Standards, Arbeitsbedingungen und Organisationsformen, erfordert breitgefächerte Kompetenzen der Wirtschaftswissenschaften – von der Volks- und Betriebswirtschaft über das Management bis hin zur Ausgestaltung rechtlicher Rahmenbedingungen“, erklärt Prof. Carsten Felden, Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der TU Bergakademie Freiberg.

Die Fakultät für Bauingenieurwesen/Architektur der HTW Dresden übernimmt im Rahmen der Projektleitung vor allem die Ausrüstung der Ausbildungslabore und die Einrichtung eines Bachelorstudiengangs „Environmental Engineering“ in Voi sowie die Ausbildung von Lehrkräften im neu eingerichteten Masterstudiengang „Environmental Engineering“ in Dresden.

Der Principal des TTUC, Prof. Hamadi Boga, erwartet viel von der Kooperation: „The partnership with HTW Dresden and TU Bergakademie Freiberg is a great opportunity for Taita Taveta University College. It will offer innovative possibilities for academic, scientific, research and cultural exchange. This will be great for our young mining and environmental natural resource engineers and managers from the East African Region".

Auch die mittelsächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann sieht im CEMEREM das Potential, eine der führenden afrikanischen Ausbildungsstätten für nachhaltige Ressourcenwirtschaft werden zu können (Zur Pressemeldung der Bundestagsabgeordneten). 

Die Projektgruppe des CEMEREM am Taita Taveta University College © TU Bergakademie Freiberg

Anfang März 2016 wird das CEMEREM im Rahmen des siebten Treffens aller deutschen Exzellenzzentren für Afrika vorgestellt.

Weitere Informationen:
http://www.ttuc.ac.ke/