Rohstoffwirtschaft in Verantwortung für Klima und Umwelt

Ein Eindruck von der Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz © Klaus Voit
Heute ist Wissenschaftstag auf der Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz. Prof. Rudolf Kawalla, Prorektor für Forschung, und Bergbau-Professor Carsten Drebenstedt von der TU Bergakademie Freiberg sitzen im Podium, wenn es um die Deutsch-Russische Hochschulkooperation und die Bergbausanierung geht.

Der dritte Tag der Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz am 25. November in Düsseldorf widmet sich der Wissenschaft. Prof. Dr. Rudolf Kawalla, Prorektor für Forschung an der TU Bergakademie Freiberg, ist einer der vier deutschen Teilnehmer auf dem Podium zur Paneldiskussion „Stand und Perspektiven der Deutsch-Russischen Hochschulkooperation im Bereich Energie­ und Rohstoffe“. Die Freiberger Universität arbeitet seit ihrer Gründung eng mit Russland zusammen. „Gemeinsam mit unseren russischen Partneruniversitäten forschen wir zu den Energie-, Material- und Rohstofffragen der Zukunft. Dafür bringen wir vor allem junge Menschen aus Deutschland und Russland zusammen. Unsere Nachwuchswissenschaftler und Studierenden profitieren von den verschiedenen Austauschmöglichkeiten und Doppelabschlussprogrammen“, erklärt Prof. Kawalla. Um den Austausch weiter zu intensivieren, sei es gerade in politisch schwierigen Zeiten wichtig, den Dialog zwischen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu fördern. 

In einem weiteren Panel blickt Carsten Drebenstedt, Professor für Bergbau-Tagebau an der TU Bergakademie Freiberg auf den Stand der Bergbausanierung in Deutschland und Russland: „Der Zerfall der Sowjetunion vor zirka 25 Jahren und die damit verbundenen wirtschafts- und umweltpolitischen Veränderungen für Russland nach innen und außen haben sich ähnlich drastisch auf den Bergbau ausgewirkt, wie die Wiedervereinigung auf den Osten Deutschlands. Während für die Massenschließung von Bergbau- und Verarbeitungsbetrieben im Osten Deutschlands Milliarden-Programme aufgelegt wurden, prägen in Russland trotz Anstrengungen zur Sanierung immer noch Industriebrachen das Bild. In den zurückliegenden 25 Jahren konnten wir in Deutschland wertvolle Erfahrungen in der Bergbausanierung – insbesondere in der Kohle-, Erz- und Salzindustrie – gewinnen. Diese können wir nun für ähnliche Vorhaben nutzen. Für die künftige Akzeptanz des Bergbaus sind geordnete Bergbaufolgelandschaften ein wichtiges Signal. In der Kooperation mit Russland besteht zu diesen Themen ein großes Potenzial. An der TU Bergakademie Freiberg werden seit 2010 in dem internationalen Master-Studiengang Sustainable Mining and Remediation Management Theorie und Praxis der Bergbausanierung vermittelt, auch an russische Studenten.

LogoDie TU Bergakademie Freiberg hat vor zehn Jahren gemeinsam mit der St. Petersburger Staatlichen Bergbauuniversität das Deutsch-Russische Rohstoff-
Forum initiiert. Hochrangige Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft nutzen seither die vom Forum durchgeführten Rohstoff-Konferenzen, um Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen, neue Projekte anzustoßen und die Zukunft der deutsch-russischen Rohstoffpartnerschaft zu diskutieren. Im Mittelpunkt stehen unternehmerische Projekte, wissenschaftlich-technische Kooperationen sowie gemeinsame Strategien für Innovationen und Effizienz im Rohstoffsektor. Zu den 400 erwarteten Teilnehmern zählen neben namhaften Vertretern aus Politik und Wirtschaft rund 150 Nachwuchswissenschaftler aus Russland und Deutschland.

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