Ressourcentechnologie-Institut geht an die TU Bergakademie in Freiberg



„Wir freuen uns natürlich sehr, dass unser gemeinsames Konzept von der internationalen Jury bestätigt wurde und wir den Zuschlag für das Helmholtz-Institut für Ressourcentechnologien erhalten haben. Ich bin überzeugt, dass das Institut in Freiberg genau an der richtigen Stelle angesiedelt ist: Mineralische und metallische Rohstoffe bilden ein wesentliches Fundament für die gesamte volkswirtschaftliche Wertschöpfung in Deutschland. Sie sind DIE Ressourcen und eines der wichtigsten Schwerpunkt-Themen der Freiberger Forschung“, sagt der Rektor der TU Bergakademie Prof. Bernd Meyer. „Unser Dank gilt dem sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich für sein weitsichtiges Engagement von Beginn an, als es um die Ansiedelung des Institutes in Sachsen ging. Wir schätzen es sehr, dass für die Staatsregierung Energie und Rohstoffe weit oben auf der politischen und wirtschaftlichen Agenda in Sachsen stehen.“

Prof. Meyer verweist darauf, dass Deutschland bei fast allen Rohstoffen abhängig von Importen ist. Energie und Metalle sind die Basis der Wertschöpfung. Eine funktionierende Volkswirtschaft ist ohne eine Rohstoffgrundsicherung nicht denkbar. Dazu gehören unter anderem die gerade viel diskutierten Seltenen Erden, die Hochtechnologie-Metalle und natürlich alle Energieträger wie Öl, Gas und Steinkohle. Exportstarke Wirtschaftszweige wie der Fahrzeug-, Anlagen- und Maschinenbau oder die Gießerei-Industrie, die in besonderem Maße von solchen Rohstoffen abhängen, sind nicht nur in Sachsen, sondern in ganz Deutschland angesiedelt und von enormer Bedeutung für das Land.

Sachsen nimmt mit der Einrichtung des Helmholtz-Instituts für Ressourcentechnologien den nationalen Auftrag zur Rohstoffsicherung und zur Forschung im Bereich der „Technologien für Rohstoff-Importe“ an, der in der Rohstoff-Strategie der Bundesregierung und in den Koalitionsverträgen auf Landes- und Bundesebene verankert ist.

Das neue Institut für Ressourcentechnologien Freiberg fügt sich perfekt ein in das Profil der TU Bergakademie Freiberg, die sich als DIE „Ressourcenuniversität für die nachhaltige Stoff- und Energiewirtschaft“ versteht. „Wir wollen auf diesem Gebiet der führende Wissenschafts- und Ausbildungsort in Europa werden“, bekräftigt Rektor Meyer. „Zugleich steuert unser langjähriger Forschungspartner, das zukünftige Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, Expertise auf den Gebieten Werkstoffwissenschaft, Metallgeochemie, Fluiddynamik und Analytik bei, sodass wir dank der Zusammenarbeit über eine noch breitere wissenschaftliche Basis verfügen werden.“

Durch die geplante interdisziplinäre Forschung wird in dem neuen Institut der Forderung nach wirtschaftlichen, sozial und ökologisch verträglichen Technologien entlang der gesamten Rohstoff-Wertschöpfungskette Rechnung getragen. Geplant ist sowohl grundlagen- als auch anwendungsorientierte interdisziplinäre Forschung auf allen Stufen der Rohstoff-Wertschöpfungskette.

Die Aufgabe der nächsten Wochen und Monate wird es sein, gemeinsam mit der Helmholtz-Gemeinschaft und dem Forschungszentrum Dresden-Rossendorf ein Konzept zu entwickeln und Schwerpunkt-Bereiche festzulegen. Dabei stimmen sich die Partner mit der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und der Deutschen Rohstoffagentur ab. Im kommenden Jahr soll das Institut für Ressourcentechnologien Freiberg mit rund zehn Mitarbeitern starten, diese Zahl soll innerhalb von fünf Jahren auf knapp 100 Mitarbeiter erhöht werden. Zu den Professoren aus den Mutterinstitutionen, die im Anfangsjahr im Ressourcentechnologie-Institut forschen werden, kommen in den Folgejahren fünf weitere Professuren. Die Neubesetzung geschieht durch gemeinsame Berufung der involvierten Einrichtungen.

Die Kompetenzen, die hier neu entwickelt werden, haben nicht nur für den Wissenschaftsstandort Freiberg, sondern auch für den gesamten sächsischen Wirtschaftsraum eine enorme Hebelwirkung. Die Ergebnisse des Ressourcentechnologie-Instituts ermöglichen gleichzeitig die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen im nationalen und internationalen Wettbewerb und tragen damit unmittelbar zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen bei.