Rechenzeit für Freiberger Wissenschaftler auf dem schnellsten Rechner der EU

Abbildung 1: Lokale Struktur des turbulenten Strömungsfeldes
Für ihre Forschung im Bereich der Turbulenztheorie und des Hochleistungsrechnens bekamen Wissenschaftler der TU Freiberg eine Rechenzeit von insgesamt 35 Millionen Prozessorkernstunden auf dem Supercomputer JUQUEEN am Forschungszentrum Jülich bewilligt.

Zur Veranschaulichung: 35 Millionen Kernstunden entsprechen 4.000 Jahren Rechenzeit für einen einzigen PC. Für die TU Freiberg heißt dies, dass der parallele Cluster der TU Freiberg damit mehrere Jahre vollständig ausgelastet wäre. 

Die Rechenzeit wird für ein Jahr durch das John von Neumann Institut für Computing (NIC) bereitgestellt. JUQUEEN ist derzeit der schnellste Supercomputer in der EU und liegt weltweit auf dem 8. Platz (www.top500.org). 

25 Millionen CPU-Stunden stehen den Wissenschaftlern an der Professur für Numerische Thermofluiddynamik (NTFD) des Instituts für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen zur Verfügung, um mit hochoptimierten Computerprogrammen die Strukturen turbulenter Strömungen zu untersuchen. Das verwendete Simulationsprogramm psOpen konnte sich kürzlich für den HighQ-Club des Forschungszentrums Jülich qualifizieren (http://www.fz-juelich.de/ias/jsc/EN/Expertise/High-Q-Club/psOpen/_node.html). Aufnahmebedingung für den exklusiven Club ist, die sinnvolle Nutzung des gesamten JUQUEEN-Superrechners (458.752 Prozessorkerne) zu demonstrieren. Mit der bewilligten Rechenzeit kann die turbulente Mischung auf kleinsten Skalen hochaufgelöst untersucht werden. Damit erhalten die Forscher auch erstmalig detaillierte Einblicke, wie chemische Reaktionen in turbulenten Strömungen ablaufen. Abbildung 1 zeigt beispielsweise die fein-skalige Struktur von Wirbeln in turbulenten Strömungen. Die Rechnungen nutzen üblicherweise gleichzeitig mehr als 32.768 Rechenkerne und erzeugen Datenmengen von mehreren hundert Terabyte. 

Abbildung 2: Mikro-Makro-Simulation von MehrphasenstahlDie Professur für Hochleistungsrechnen in der Kontinuumsmechanik am Institut für Numerische Mathematik und Optimierung nutzt 10 Millionen Prozessorkernstunden für Mehrskalensimulationen. Die zugehörige Software zur Multiskalensimulation in der Strukturmechanik ist ebenfalls in HighQ-Club vertreten und skaliert mit über 98 Prozent Effizienz von 8.192 auf 458.752 Prozessorkerne. 

Ältere Meldungen:

http://tu-freiberg.de/presse/supercomputer-juqueen-zum-extreme-scaling-day-am-forschungszentrum-juelich (20.02.20105)

http://tu-freiberg.de/presse/freiberger-forscher-erhalten-rechenzeit-auf-europas-schnellstem-computer (05.05.2014)

 

Kontakt Professur für Numerische Thermofluiddynamik:

Dr.-Ing. Michael Gauding, michael [dot] gaudingatiec [dot] tu-freiberg [dot] de

Prof. Dr.-Ing. Christian Hasse, christian [dot] hasseatiec [dot] tu-freiberg [dot] de

 

Kontakt Professur für Hochleistungsrechner: 

Prof. Dr. Oliver Rheinbach, oliver [dot] rheinbachatmath [dot] tu-freiberg [dot] de