Polnische Ehrenprofessur für Prof. Rudolf Kawalla

Die Schlesische Technische Universität Gliwice zeichnet den Freiberger Prorektor für Forschung, Professor Rudolf Kawalla, mit einer Ehrenprofessur aus. Der Direktor des Instituts für Metallformung an der TU Bergakademie Freiberg nahm die Auszeichnung am 1. Oktober an der Fakultät für Werkstoffwissenschaft und Metallurgie in Kattowitz entgegen. Er erhält die Würdigung für seine Leistungen um die Vertiefung der Zusammenarbeit der beiden Technischen Universitäten auf wissenschaftlichem Gebiet und bei der studentischen Ausbildung.
Prof. Rudolf Kawalla forscht mit dem polnischen Partner seit Jahren unter anderem an Computersimulationen zur Beschreibung von Umformprozessen. Diese Simulationen ermöglichten es, Anlagen am Bildschirm zu entwerfen und mit ihnen virtuell Materialien und Werkstoffe zu bearbeiten. Auf diesem Weg konnten unter anderem für die Automobilindustrie in einer Vielzahl von Projekten energie- und materialsparende Produktionsverfahren entwickelt werden. So schlossen beispielsweise beide Universitäten in diesem Jahr erfolgreich ein Forschungsprojekt ab, das Werkstoffe für die energieeffiziente Fertigung von Fahrzeugkomponenten erforschte. Das Projekt, an dem auch die deutsche und polnische Stahlindustrie beteiligt war, wurde von der Europäischen Kommission für Kohle und Stahl mit mehr als einer Million Euro gefördert.

Auf dem Gebiet der Lehre initiierte Prof. Rudolf Kawalla mit der Schlesischen Technischen Universität 2001 ein Doppeldiplomabkommen. Es ermöglicht Studierenden, Lehrveranstaltungen an beiden Universitäten zu besuchen, und sowohl in Polen als auch in Deutschland einen Hochschulabschluss zu erwerben. Mehr als zehn Absolventen haben dieses Angebot bisher genutzt. „Alle bisherigen Doppeldiplomanden erhielten führende Positionen in der Industrie“, hebt Prof. Rudolf Kawalla hervor. „Dabei profitierten sie nicht nur von den methodischen Kenntnissen, die sie im Studium erworben haben. Auch die Erfahrung, in zwei europäischen Kulturen gelebt und studiert zu haben, zeichnete sie vor anderen Absolventen aus.“Die Möglichkeit einer Doppelpromotion an den beiden Technischen Universitäten nutzen zudem zwei Nachwuchswissenschafter.

Prof. Rudolf Kawalla regte zusätzlich gemeinsame Weiterbildungsmöglichkeiten an. So nahmen an der diesjährigen deutsch-polnischen Sommerschule am Institut für Metallformung rund 20 junge Wissenschaftler teil, darunter Studierende aus Krakau, Warschau, Breslau und Gleiwitz.

Ansprechpartner: 
Karin Lötzsch