Neue prachtvolle Stufen aus Indien bereichern terra mineralia

Am Sonntag trafen die neuen Schätze in Freiberg ein. „Die beiden Minerale gehören zu den weltbesten und schönsten Funden aus Indien“, schwärmt Gabriele Wilke. Die Mineralienhändlerin hat die beiden Großstufen im Auftrag der Stifterin Dr. Erika Pohl extra für die terra mineralia gekauft. „Es ist ein Glücksfall, dass so große und exzellente Stufen unversehrt aus den Gruben herausgeholt worden sind“, so die Händlerin, die sich auf indische Mineralien für Museen spezialisiert hat.

Die beiden Minerale, von denen das größere rund 150 Kilogramm wiegt, haben sich in Hohlräumen von ehemaligen Gasblasen gebildet. Bei der Erstarrung der Gesteine konnten die vulkanischen Gase nicht mehr aus der immer zähflüssiger werdenden Lava entweichen, so dass zum Teil recht große Hohlräume entstehen konnten. Später zirkulierten heiße Wässer auf Spalten und durch Risse im Gestein und in den Hohlräumen bilden sich diese Minerale.

Die beiden neuen Exponate können die Besucher ab 2. März zu bewundern. Aus Nashik stammt der Skolezit. Eine Stufe mit weißen, langnadeligen Kristallen. "Diese ist von großem technischen Interesse", erläutert Kustos Andreas Massanek. "Diese Minerale haben eine käfigartige Struktur mit kanalartigen Hohlräumen. Durch ihre sehr hohe innere Oberfläche weisen sie besondere Adsorbtionsfähigkeiten auf. Deshalb finden Zeolithe bei der Herstellung von modernen Waschmitteln Verwendung."

Aus der Gegend von Jalgaon stammt die zweite Stufe. Ein lachsfarbener Stilbit ist hier garbenförmig auf wasserklaren Apophyllitkristallen gewachsen. "Dessen schichtartiger Kristallaufbau erfordert höchster Vorsicht bei Reinigung und Transport, damit die Kristallspitzen nicht abplatzen", so Andreas Massanek. Deshalb wurden beide Stufen bereits am Wochenende angeliefert. So können sie sich an die Raumtemperaturen anpassen und gefahrlos gereinigt werden.

Ansprechpartner: 
Anna Dziwetzki