Museumsroboter blickt den Besuchern in die Augen  

Peter Poschmann mit dem Museumsroboter TESARO. © Detlev Müller / TU Bergakademie
„Schau mir in die Augen, Kleines“ - damit der Kontakt zwischen Roboter und Mensch „persönlicher“ wirkt, hat ein Freiberger Doktorand eine neue Software für Personenerkennung entwickelt. Sie soll u.a. dem Museumsroboter „TESARO“ helfen, besser auf die Besucher einzugehen.

Ein Serviceroboter, der bereits schon in Museen getestet wurde, soll auf Knopfdruck (per Touch Display) einfache Fragen von Besuchern beantworten. Damit die Interaktion zwischen Mensch und Roboter dabei so natürlich wie möglich erfolgt, braucht TESARO den direkten Blickkontakt mit den Museumsbesuchern. Möglich macht dies die neue Software des Freiberger Doktoranden Peter Poschmann. Dabei erkennt der Roboter mit Hilfe spezieller Sensoren die Köpfe der Besucher und wendet diesen seine Augen zu. „Meine Software-Version kann auch Personen erkennen, die sich zur Seite drehen, z.B. zu einem Ausstellungsstück“, erklärt Poschmann den Vorteil seiner Neuentwicklung. Poschmann verteidigte seine Dissertation mit dem Titel „Multi-Sensor Multi-Person Tracking on a Mobile Robot Platform“ am 1. Februar an der TU Bergakademie Freiberg. 

Peter Poschmann mit dem Museumsroboter TESARO. © Detlev Müller / TU Bergakademie FreibergDer Roboter wurde von der Firma MetraLabs GmbH gebaut und an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden erweitert. Dort studierte Peter Poschmann bis 2009 Informatik. Während seiner Studienzeit kam er an der Professur für Künstliche Intelligenz auch in Kontakt mit dem Roboter „August der Smarte“. „Die Technologie dahinter hat mich sofort fasziniert und die Leidenschaft für die Robotik geweckt“, sagt Peter Poschmann. Diese bringt er seit 11/2010 auch an der Freiberger Professur für Virtuelle Realität und Multimedia ein, die in der Initiative „Robots in Saxony (RoX)“ eng mit der HTW zusammenarbeitet. Hier wirkte er unter anderem in Projekten für Robotik unter Tage (u.a. MiningRox) mit und spezialisierte sich auf Visuelles Personentracking. 

Möglich wurde dies durch eine Promotionskooperation zwischen der HTW Dresden und der TU Bergakademie Freiberg. Das besondere Promotionsvorhaben bietet begabten Absolventen einer Hochschule die Chance, ihre Dissertation an einer Universität zu schreiben. Die Arbeit von Peter Poschmann wurde gemeinsam von Prof. Dr. Bernhard Jung, Professur für Virtuelle Realität und Multimedia in Freiberg, und Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Böhme, Professur für Künstliche Intelligenz an der HTW Dresden, betreut und durch Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.

Weitere Informationen: http://tu-freiberg.de/fakult1/inf/professuren/virtuelle-realitaet-und-multimedia

Ansprechpartner: 
Prof. Dr. Bernhard Jung, Telefon 03731/39-3114; Prof. Hans-Joachim Böhme, Telefon 0351/462-2540