Moderner Ofen für bessere Lehre und Forschung am Gießerei-Institut

Erster Abguss mit Mitarbeitern in Schutzkleidung
Die neue Vakuum-Induktionstiegelofen-Schmelzanlage im Gießerei-Institut ermöglicht die Herstellung von hochwertigen Stahlguss- und Gusseisenschmelzen (100 bis 350 Kilogramm) und wird in Forschungsprojekten und auch in einem neuen englischen Masterstudiengang eingesetzt.

Mit einem ersten Abguss im Rahmen des 27. Ledebur-Kolloquiums wurde Ende Oktober das neue Großgerät in Betrieb genommen. Die Vakuum-Induktionstiegelofen-Schmelzanlage der Firma OTTO JUNKER, die sowohl vom Land Sachsen als auch der DFG mit insgesamt 700.000 Euro finanziert wurde, ermöglicht die Herstellung von hochwertigen Stahlguss- und Gusseisenschmelzen von 100 bis 350 Kilogramm.

Das Schmelzaggregat kann flexibel eingesetzt werden und stellt damit eine wichtige Basis für die Realisierung von Lehr- und Forschungsaufgaben am Gießerei-Institut dar. So wird etwa die Entwicklung von Hochtemperaturwerkstoffen und der dazugehörigen Gießverfahren vorangetrieben. Für diesen Zweck wird die neue Vakuum-Induktionstiegelofenanlage in einem Großprojekt mit dem Industriepartner BorgWarner, einem bedeutenden amerikanischen Automobilzulieferer, eingesetzt.

Die Studierenden des Gießerei-Instituts kommen in Praktika, studentischen Arbeiten und auch im Rahmen eines neuen englischen Master-Studiengangs mit dem Induktionsofen in Kontakt. Neben dem klassischen Diplomabschluss und dem gleichrangigen Bachelor/Master-Modell für die Gießereitechnik startet der englischsprachige Master „Metallic Material Technology“ im Sommersemester 2018. Er wurde gemeinsam vom Gießerei-Institut sowie dem Institut für Metallformung und dem Institut für Eisen- und Stahltechnologie aufgebaut und bietet die Wahl einer Vertiefungsrichtung Gießereitechnik. „Mit dem englischsprachigen Masterstudiengang wird der immer stärkeren Internationalität dieses Berufsfeldes Rechnung getragen“, erläutert Gießerei-Institutsdirektor Prof. Gotthard Wolf.

Vakuum-Induktionstiegelofen-Schmelzanlage mit modernster Technik

Durch die Möglichkeit des Großgerätes, bei Bedarf unter Vakuum zu schmelzen, können gas- und oxidarme Schmelzen in engen Toleranzgrenzen erzeugt werden. Die Vakuumbehandlung führt zu einer optimalen Entgasung und Desoxidation der Schmelze. Sauerstoffaffine Legierungselemente können mit geringsten Verlusten zugegeben werden. Zudem ermöglicht die zusätzliche und für bestimmte Legierungen erforderliche Variante des Niederdruckgießens eine besonders reine Schmelze sowie eine turbulenzarme Formfüllung. Durch ein Tiegelüberwachungssystem gewährleistet die Ofenanlage auch ein hohes Maß an Sicherheit gegen Tiegeldurchbruch.

Ansprechpartner: 
Dr. Claudia Dommaschk, Tel.: 39-2446
Erster Abguss mit Mitarbeitern in Schutzkleidung, andere Perspektive
Erster Abguss mit Mitarbeitern in Schutzkleidung, Guss in die Form