Ministerin Dr. Stange: "Leichtbau-Allianz Sachsen nimmt mit heutiger Vereinsgründung Fahrt auf"

Magnesiumband - ein Leichtbau-Werkstoff
TU Dresden und TU Bergakademie Freiberg gründen gemeinsam mit Wissenschaftlern ihrer Institute und von der TU Chemnitz den Verein Leichtbau-Allianz Sachsen.

Damit vertiefen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Universitäten in Dresden, Freiberg und Chemnitz ihre Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Leichtbauwerkstoffe und -technologien. Im Beisein der Sächsischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange, unterzeichneten die
heute (30. Oktober) die Satzung. 

Dr. Stange: "In den letzten Jahren hat der Forschungsbereich Leichtbau, finanziell unterstützt vom Wissenschaftsministerium, an allen Technischen Universitäten in Sachsen Einzug gehalten und ist heute hervorragend aufgestellt, leistungsfähig und international konkurrenzfähig. Mit der Gründung des Vereins Leichtbau-Allianz Sachsen erreichen wir eine neue Qualität. Mit dem neuen Verein wird es möglich sein, dass sich die Partner noch umfangreicher mit der Vielfalt der Leichtbauthemen auseinandersetzen. Er kann unter einer neuen, gemeinsamen Marke agieren, was national und international von großer Bedeutung ist."

Blick in die Tagungsrunde

Ziel der Leichtbau-Allianz ist, Sachsen zu einer der weltweit führenden Kompetenzregionen für den Leichtbau zu entwickeln und mit den vorhandenen Stärken sowohl in der Forschung und Entwicklung als auch in der industriellen Anwendung international sichtbar zu positionieren. Schon heute hängen in Sachsen mehr als 60.000 Arbeitsplätze direkt von Themen des Leichtbaus ab, so z.B. bei Zulieferbetrieben für die Automobilindustrie, die Luft- und Raumfahrttechnik, den Schienenfahrzeugbau sowie den Maschinen- und Anlagenbau.

In gemeinsamen Projekten kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der drei Universitäten schon länger miteinander und streben nun eine Verstetigung ihrer Beziehungen an. Die Leichtbau-Allianz Sachsen soll dabei eine Plattform für den Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie die Koordinierung gemeinsamer Aktivitäten im Bereich des Leichtbaus bilden. Im Fokus steht dabei neben der gemeinsamen Forschung und Entwicklung auch die Umsetzung neuer Technologien und Anwendungen in Kooperation mit sächsischen Unternehmen. Das neue Zentrum versteht sich als offene Plattform und lädt weitere Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Verbände sowie sächsische Unternehmen aus leichtbaurelevanten Branchen zur Beteiligung ein.

Vereinssitz wird für die ersten vier Jahre Freiberg sein. Danach wird neu über den Sitz entschieden. In den nächsten Schritten wird eine funktionierende Struktur wie beispielsweise eine Geschäftsstelle aufgebaut. Danach können und sollen weitere Mitglieder aufgenommen werden. Als Institutionen sind bisher vertreten: die TU Dresden und die TU Bergakademie Freiberg und als natürliche Personen die Institutsleiter Prof. Hubert Jäger und Prof. Chokri Cherif der TU Dresden, Prof. Rudolf Kawalla von der TU Bergakademie Freiberg sowie Prof. Lothar Kroll, Prof. Welf-Guntram Drossel und Prof. Holger Cebulla von der TU Chemnitz. 

Hintergrund

Wissenschaftler der Universitäten in Dresden, Freiberg und Chemnitz, die an unterschiedlichen Werkstoffen, Strukturen und Technologien forschen, bündeln mit der Leichtbau-Allianz ihre Kompetenzen für eine neue hybride Bauweise und wollen die zugehörigen Fertigungsverfahren entwickeln. Die Herstellung von leichten Verbundstrukturen für Leichtbaufahrzeuge von morgen soll damit so effizient und kostengünstig werden, dass sie für die Industrie und damit den Kunden bezahlbar wird. Das Wissenschaftsministerium unterstützt die Forschung seit 2016 im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit rund 2,1 Millionen Euro. Ca. 420.000 Euro davon kommen vom Freistaat Sachsen. Das Projekt läuft bis zum Jahr 2020.

Seit Anfang des Jahres fördert das Ministerium für Wissenschaft und Kunst mit Mitteln des EU-Strukturfonds EFRE bis 2020 das Projekt „Sächsische Allianz für Material- und RessourcenEffiziente TechnOlogien – AMARETO“ in Höhe von 5,5 Millionen Euro. Beteiligt sind hier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Dresden, der TU Chemnitz, der TU Bergakademie Freiberg und des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU. Hauptziel des Projektes ist die Schaffung intelligenter Verknüpfungen zwischen effizientem Werkstoffdesign, beanspruchungsgerechter Werkstoffsystem – und Bauteilgestaltung und optimierten Produktionstechnologien für die Maschinenbau-, Automobil- und Luftfahrtindustrie. (vgl. auch Meldung vom 30. Januar: http://tu-freiberg.de/presse/ministerin-stange-amareto-ist-beispiel-fuer-die-gute-kooperation-der-drei-technischen-univers) 

Mit 5 Millionen Euro ebenfalls aus EFRE-Mitteln wird seit Februar 2017 an der TU Bergakademie Freiberg eine Pilot-Forschungsanlage für die innovative Herstellung von Magnesiumdraht im Gießwalzverfahren gefördert. (vgl. auch Meldung der TU Bergakademie Freiberg vom 10. Februar: http://tu-freiberg.de/presse/staatsministerin-legt-grundstein-fuer-gebaeude-mit-pilot-forschungsanlage-fuer-giesswalztechn)

(Medieninformation des SMWK vom 30. Oktober 2017, ergänzt um zwei Links)

Ansprechpartner: 
Prof. Dr.-Ing. Rudolf Kawalla