Magnesium-Zentrum mit Industrie und Partnerhochschulen gegründet

Um die Magnesiumforschung in Freiberg zu bündeln und weiter auszubauen, gründeten Wissenschaftler der TU Bergakademie gemeinsam mit der Industrievertretern und Partnerhochschulen am 24. März 2010 das "Zentrum für hochfeste und duktile Magnesiumwerkstoffe". Ziel ist es, vor allem der Automobilindustr
Das Gewicht von Fahrzeugen zu reduzieren, ist seit langem eines der wichtigsten Anliegen der Automobilindustrie. Vor allem der Verwendung von innovativen Leichtbaumaterialien kommt angesichts neuer gesetzlicher Umwelt- und Klimaschutzvorgaben eine strategische Bedeutung zu. Größte Hoffnungen werden dabei mit Werkstoffen auf Magnesiumbasis verbunden.
Forscher der TU Bergakademie Freiberg arbeiten bereits erfolgreich an derEntwicklung innovativer Magnesiumwerkstoffe mit verbesserten Eigenschaften. Gemeinsam mit der Magnesium Flachprodukte GmbH, einer Tochtergesellschaft der ThyssenKrupp Steel Europe AG, konnte eine weltweit einmalige Technologie entwickelt werden, die eine wirtschaftlich günstige Herstellung von Magnesium-Blech und Magnesium-Band ermöglicht. "Mit unserer Arbeit im Bereich der Werkstoff- und Technologieentwicklung schaffen wir die Basis dafür, Magnesium mit seinen vielseitigen Vorzügen einer breiten industriellen Anwendung zuzuführen", ist Prof. Rudolf Kawalla, Prorektor Forschung und Direktor des Instituts für Metallformung, überzeugt. Die eigene Pilotanlage zur Herstellung von Magnesiumband im Gießwalzverfahren bietet dazu beste Voraussetzungen und ist weltweit einmalig.

"Im neuen Magnesium-Zentrum sehen wir einen wichtigen Beitrag zur weiteren Profilierung der TU Bergakademie als international führende Ressourcen-Universität", schätzt Prof. Kawalla ein. "Durch eine konsequente Bündelung der vorhandenen Kompetenzen und den Aufbau eines funktionierenden Netzwerkes mit internationalen Partnern und der Wirtschaft wollen wir unsere Spitzenposition im Bereich der Magnesium-Werkstoffforschung weiter ausbauen. Gefördert und unterstützt wird die Initiative vom sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, vom sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit sowie von der Europäischen Union.

Zeitgleich nimmt auch eine zehnköpfige Nachwuchsforschergruppe in diesem Bereich ihre Tätigkeit auf. Sie konnte sich vergangene Woche über eine umfangreiche Förderung aus dem ESF (Europäischer Sozialfonds) freuen. Über das Programm „Hochschule und Forschung“ stehen der Nachwuchsforschergruppe zwei Millionen Euro für das Thema „Feinkristalline Magnesiumwerkstoffe zur Herstellung von Flachprodukten mit exponiert hochwertigem Eigenschaftsprofil“ zur Verfügung.

Gleichzeitig will das Forschungszentrum auch der Wirtschaft in der Region neue Impulse verleihen. Speziell die sächsische Automobil- und Maschinenbauindustrie kann von dem Wissenstransfer profitieren. "Bei positiver Entwicklung könnten in den kommenden Jahren viele neue Arbeitsplätze in der Region geschaffen werden", schätzt Hans-Peter Vogt, Geschäftsführer der Magnesium Flachprodukte GmbH und Sprecher des innovativen regionalen Wachstumskerns TeMaK (Technologieplattform Magnesium-Knetlegierungen für den Fahrzeugbau), ein. Die gesamte Wertschöpfungskette von der Blechherstellung bis zur Verarbeitung zu fertigen Bauteilen und Komponenten beispielsweise für den Automobilbau könnte durch sächsische Unternehmen abgedeckt werden.

Foto von Eckardt Mildner: Gut betreut sind die jungen Magnesiumforscher der TU Bergakademie Freiberg durch Prof. Rudolf Kawalla (r.), Prorektor für Forschung und Sprecher des neu gegründeten Magnesium-Zentrums, sowie Prof. Lutz Krüger (l.), Institut für Werkstofftechnik.

Ansprechpartner: 
Prof. Gunter Lehmann