Leipziger Künstler Fischer-Art plant Bibliotheksfassadengestaltung in Workshop

Der Leipziger Künstler Michael ...
Der Leipziger Künstler Michael Fischer-Art gestaltet die Eingangsfassade der Universitätsbibliothek „Georgius Agricola“ neu. Der Vertrag zwischen ihm und der TU Bergakademie Freiberg wurde am 2. August 2012 geschlossen. Die Kosten werden komplett von privaten Sponsoren übernommen. Die Arbeiten sollen am 27. August beginnen und bis zum 21. September 2012 abgeschlossen sein. Am 2. August 2012 fand ein Workshop mit Michael Fischer-Art und Studierenden und Universitätsmitarbeitern im Sitzungszimmer der Bibliothek statt.
„Mit meiner Kunst verfolge ich die Absicht, graue Sichtbetonfassaden zu verschönern. Unsanierte DDR-Plattenbauten eignen sich dafür besonders gut. Mein Konzept ist bisher immer aufgegangen, ob im Innen- oder im Außenbereich, ob an Unis oder in Mietshäusern. Wer ein Werk schließlich im Original erlebt, empfindet den Unterschied zum Davor klar als Verbesserung“, berichtet Fischer-Art. Am 2. August hatten in einem Workshop mit über 20 Interessierten, darunter Studierende und Mitarbeiter der Universitätsbibliothek, den Entwurf des Künstlers für die Fassadengestaltung diskutiert. Die Einladung kam vom Lehrstuhl Marketing von Prof. Margit Enke.

Die Frage, ob denn die Bemalung der Bibliotheksfassade noch sinnvoll ist, in einer Situation, da man den Neubau eines kombinierten Hörsaalzentrums-/Bibliotheksgebäudes erwarte, beantwortete die Bibliotheksdirektorin Katrin Stump im Workshop: „Bisher wurden von der sächsischen Landesregierung keine Mittel für den Neubau der Universitätsbibliothek zur Verfügung gestellt. Mir sind die zahlreichen Mängel im Bibliotheksgebäude schmerzlich bewusst. Die Bemalung der Fassade soll auch als Signal verstanden werden.“
Fischer-Art berichtete zu Beginn des Workshops von der großen Wirkung, die Kunst auf politische Entscheidungsprozesse haben kann. Er schlug für die Gestaltung der Fassade unter anderem ein Motiv vor, in dem Bücher, die ungeschützt dem Regen ausgesetzt sind und in die ein Blitz einschlägt, in die Gestaltung aufzunehmen. Weiterhin sollen typische Motive aus dem Freiberger Unileben eingebracht werden. Für die Stützpfeiler sind Figuren geplant, welche Mitarbeiter und Studierende symbolisieren, die die Last des Altbaus tragen.

Bastian Fermer, Studierendenmarketing, war bei dem Workshop dabei und resümiert: „Ich glaube, dass die neue Gestaltung der Bibliotheksfassade jeden überraschen wird. Die Farbe kann dem tristen Bau nur gut tun. Die Kunst Fischer-Arts an der Bergakademie Freiberg drückt aus, dass Kreativität und Querdenken zu einem technischen oder naturwissenschaftlichen Studium dazugehören.“

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Freiberg hat Fischer-Art bereits 2007 bemalt. Die Freibergerin Katharina Beger, die ebenfalls zum Workshop gekommen war, hat dort ihr Abitur abgelegt. „Im Kunst-Leistungskurs haben wir Banner für das Treppenhaus gestaltet. Sie erinnern an die Werke Fischer-Arts“, sagt die BWL-Studentin, die sich mit zahlreichen Fragen und Anregungen in die Diskussion um die Fassadengestaltung der Unibibliothek eingebracht hat.

„In Echtzeit“, verspricht der Künstler, „werde ich die Entwicklung meines Bildes und der einzelnen Motive bei facebook dokumentieren.“ Interessenten können dem Weblink zur Facebook-Seite des Künstlers folgen.

Ansprechpartner: 
Cornelia Riedel