Lehrer aus ganz Sachsen experimentieren im Schülerlabor

Die Teilnehmer der Lehrerfortbildung beim Experimentie© TU Bergakademie Freiberg
Das Schülerlabor „Science meets School – Werkstoffe & Technologien“ der TU Bergakademie Freiberg richtete am 13. Februar eine Fortbildung für Lehrer aus. Unter dem Motto „Werkstoffe – unsichtbar, aber unverzichtbar“ erfuhren die Teilnehmer alles zur Herstellung, Modifizierung und Prüfung.

„Gemeinsam mit den Lehrkräften entwickeln wir neue Ideen für ihren naturwissenschaftlichen Unterricht und zeigen die spannenden Möglichkeiten zum praktischen und wissenschaftlichen Arbeiten in unserem Schülerlabor“, erklärt Annett Wolf, Koordinatorin des Freiberger Schülerlabors.

Im Eröffnungsvortrag am Insitut für Werkstofftechnik erhielten die Lehrer und Lehrerinnen einen Einblick in die Welt der Werkstoffe. Dabei ging es vor allem um die Fragen, wie man Werkstoffe erzeugt, wie man Werkstoffe untersucht, und wie man sie prüft. Anschließend stellte Dr. Christian Schmidt aus dem Institut für Metallformung in seinem Vortrag „Magnesium – die Diva unter den Metallen“ vor. Es bietet vor allem im Leichtbau großes Potenzial. Im Vergleich zu herkömmlichen Stahlbauweisen lassen sich mit dem Einsatz von Magnesium in Bauteilen für die Automobilindustrie oder den Maschinenbau bis zu 75 Prozent Masse einsparen. Die TU Bergakademie Freiberg forscht an neuen Technologien zur Verarbeitung des Werkstoffs (siehe Pressemeldung: http://tu-freiberg.de/presse/staatsministerin-legt-grundstein-fuer-gebaeude-mit-pilot-forschungsanlage-fuer-giesswalztechn).

In zwei verschiedenen Workshops lernten die Teilnehmer anschließend unter anderem die Funktionsweise und Anwendung sogenannter „Formgedächtnislegierungen“ kennen. Diese Werkstoffe „erinnern“ sich an eine ihre ursprünglich aufgeprägte Form. Sie kommen beispielsweise in der Herzmedizin als selbstexpandierende Stents zur Anwendung. Im Schülerlabor konnten die Lehrer selbst mit der Formgedächtnislegierung Nitinol experimentieren.

Wie verschiedene Wärmebehandlungen an einem Werkstoff unterschiedliche Eigenschaften hervorrufen können, erfuhren die Teilnehmer im zweiten Workshop. Am Beispiel Stahl wurde untersucht, wie unterschiedliche Glühtemperaturen und Abkühlungsbedingungen sowohl das Erscheinungsbild als auch die Härte beeinflussen können. 

Die Lehrerfortbildung wurde vom Sonderforschungsbereich 799 unterstützt und in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Schule und Bildung organisiert. Sie richtet sich an Fachlehrer von Oberschulen, Berufsschulzentren sowie Gymnasien.

Alle Teilnehmer zeigten sich sehr interessiert an der Theorie sowie auch der praktischen Anwendung in den Workshops. Insgesamt bewerteten sie die Veranstaltung mit der Schulnote 1,0. Besonders positiv wurden unter anderem die Verständlichkeit sowie die Wissensvermittlung empfunden.

Ansprechpartner: 
Annett Wolf, Tel.: 03731/392730