Kick-Off des Verbundprojektes „inSPECTor“ – Prototyp-Entwicklung eines Spektroskopie-Sensors

Experiment im Labor für Laserinduzierte Fluoreszenz
Wie können Seltene Erden und andere kritische Rohstoffe schnell, präzise und zerstörungsfrei analysiert werden? Anfang April trafen sich dazu die Projektpartner des Verbundprojektes „inSPECTor“ des EIT RawMaterials. Ziel ist die Entwicklung eines Prototyps für ein innovatives Sensorsystem.

Als Seltene Erden wird eine Gruppe von Metallen wie Cerium, Neodym oder Erbium bezeichnet, welche für die moderne Hightech-Industrie unerlässlich ist – z. B. für den Bau von Bildschirmen, besonders starken Magneten oder in der optischen Datenübertragung. Anders als der Name suggeriert, sind diese Elemente prinzipiell recht häufig in der Erdkruste anzutreffen, dort jedoch oft fein verteilt, und deswegen schwer zu erkunden und abzubauen.

Die Hyperspektral-Bildgebung ist ein Verfahren, welches spezifische Reflexionseigenschaften zur ortsaufgelösten Abbildung der Verteilung der einzelnen Minerale in Gesteinen nutzt. Jedoch ist ihre Nachweisempfindlichkeit in vielen Fällen begrenzt. Die laserinduzierte Fluoreszenz hingegen ermöglicht eine stark verbesserte Detektionsempfindlichkeit für einige besondere Rohstoffe, wie z.B. Seltene Erden, welche unter Bestrahlung mit Laserlicht gewisser Wellenlängen ein charakteristisches Leuchten zeigen. Die Kombination dieser beiden Technologien soll eine berührungsfreie, schnelle und hochempfindliche Analyse von Gesteinsproben ermöglichen, welche bisher in dieser Sensitivität nur durch komplexe und zeitintensive chemische Analysen realisierbar ist.

Menschen im Workshop im PlenumUnter der Leitung des Helmholtz-Instituts Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) gemeinsam mit dem Institut für Angewandte Physik der TU Bergakademie Freiberg und Industriepartnern (Freiberg Instruments GmbH und SPECIM Spectral Imaging Ltd. aus Finnland) soll diese neuartige Technologie eine effiziente und hochaufgelöste Charakterisierung sowie 2D-Kartierung natürlicher Gesteinsproben und Bohrkerne ermöglichen. Außerdem wäre die Methode auch für die Aufbereitung oder das Recycling von Wertstoffen einsetzbar. Die Projektlaufzeit ist für drei Jahre bis voraussichtlich März 2020 geplant.  

Das EIT RawMaterials ist das weltweit größte und bedeutendste Konsortium im Bereich Rohstoffe, welches vom European Institute of Innovation and Technology (EIT) gefördert wird. Es unterstützt europäische Projekte, die Innovationen aus der Forschung in die Industrie bringen und so das Wachstum und die Attraktivität des europäischen Rohstoffsektors stärken.

Ansprechpartner: 
Dr. Jan Beyer, Tel.: 39-2162