Internationale Fachtagung Umformtechnik an der TU Bergakademie Freiberg

Die Palette reicht dabei vom Porsche Cayenne über den VW Phaeton und den BMW X 1 bis hin zum Melkus RS 2000. Bis zum 26. November werden Wissenschaftler aus der ganzen Welt in der Alten Mensa in Freiberg über die neuesten Entwicklungstrends und Herausforderungen in der Umform- und Produktionstechnik diskutieren.

„Wir haben uns entschieden, in Sachsen hergestellte Autos während der Fachtagung auszustellen um zu zeigen, dass hier High-Tech- und Qualitätsprodukte entstehen“, sagt Dr. Michael Seifert. Der Freiberger Wissenschaftler forscht am Institut für Metallformung der TU Bergakademie Freiberg unter anderem an neuen Technologien zur umformtechnischen Herstellung von Drähten und Blechen aus dem Leichtbauwerkstoff Magnesium.Die Umformtechnik beschäftigt sich mit verschiedenen Fertigungsverfahren wie z.B. dem Walzen, Pressen, Tiefziehen oder Schneiden, bei denen metallische Werkstoffe in warmem oder kaltem Zustand in eine neue Form gebracht werden. Auch die Bearbeitung von Magnesium-, Aluminium- und besonders festen Stahllegierungen, z. B. für die Herstellung von Bauteilen für Automobilkarosserien, gehört zum Forschungsgebiet des Instituts für Metallformung.

Schwerpunkte der Tagung sind, neben dem Thema Elektromobilität unter anderem neue Werkstoffe für den Automobilbau und deren Eigenschaften, neue Entwicklungen bei den Umformtechnologien sowie Umformanlagen und Werkzeugtechnik. „Kosten- und energiesparende Lösungen für den Fahrzeugbau zu entwickeln, sind eine besondere Herausforderung für die Umformtechnik“, erklärt Prof. Rudolf Kawalla. Der Leiter des Instituts für Metallformung der TU Bergakademie Freiberg eröffnete am 24. November die Fachtagung.

Durch immer knapper werdende Rohstoffe sind kosten- und energiesparende Innovationen für den Fahrzeugbau eines der wichtigsten Themen der Freiberger Wissenschaftler am Institut für Metallformung. Wegen der steigenden Anforderungen an Technikprodukte, der wachsenden Weltbevölkerung und die an ihre Grenzen stoßenden weltweiten Ressourcen wird die Nachfrage nach neuen Materialien immer größer. „Deshalb müssen wir technische Güter und Herstellungsprozesse ganzheitlich betrachten und immer wieder hinterfragen“, sagt Prof. Kawalla. Besonders der Automobilbau müsse durch innovative Ideen einen wichtigen Beitrag zu einer besseren Balance zwischen dem Wunsch nach Mobilität einerseits und dem sorgsamen Umgang mit Rohstoffen und unserer Umwelt andererseits leisten.

Foto: Prof. Rudolf Kawalla, Leiter des Instituts für Metallformung der TU Bergakademie (von rechts nach links), Prof. Bernd Meyer, Rektor der TU Bergakademie, Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, und Prof. Zbigniew Gronostajski von der University of Technology Wroclaw.

Bildquelle: Detlev Müller
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Cornelia Riedel