Innovationsforum Geobiotechnologie schärft Rohstoffprofil des Standorts Freiberg


Die in Freiberg jetzt forciert betriebene neue Richtung der Biotechnologie nutzt die Erkenntnisse, dass Mikroorganismen zur Reinigung und Qualitätsverbesserung von Böden, Wasser und Luft sowie zur Schadstofffixierung und zum Schadstoffaustrag aber auch zum Monitoring von Stoffveränderungen (Biosensoren) eingesetzt werden können. „Ein besonders interessantes Geschäftsfeld, das sich hieraus entwickeln lässt, ist die Wertstoffrückgewinnung aus bergbaulichen und industriellen Abfällen und Abwässern“, berichtet Dr. Wolfgang Reimer, Geschäftsführer des GKZ. „Darüber hinaus hat die Fähigkeit von Mikroorganismen zur Mobilisierung und Immobilisierung von Metallen insbesondere für die Metallgewinnung aus armen Erzen großes Potenzial.“ Ein weiterer, zukunftweisender Ansatzpunkt sei der Einsatz geobiotechnologischer Verfahren zur Kohleveredelung/in situ-Vergasung.

In dem vom BMBF finanzierten Förderprogramm „Unternehmen Region“ konnte das GKZ zu anderen Innovationsforen der Region aufschließen und hat nun ein halbes Jahr Zeit, das rohstoffwirtschaftliche Standortprofil der Region Freiberg zu schärfen. Hier konzentrieren sich Forschungseinrichtungen und Firmen mit einem traditionell auf rohstoffwirtschaftliche Dienstleistungen und Produktentwicklungen ausgerichtetem Portfolio.

Ziel des Innovationsforums soll neben einer Bestandsaufnahme bereits bekannter Prozesse die Bündelung der Kräfte zur Entwicklung moderner biotechnologischer Verfahren unter Nutzung geomikrobiologischer Prozesse zur Sicherung notwendiger Rohstoffe und ihrer umweltgerechten Gewinnung sein. Damit wird ein weiterer Impuls für die Entwicklung der Freiberger und insbesondere auch der Erzgebirgsregion gesetzt. Der aus den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts stammende Begriff „wir sind reich an armen Erzen“ erhält damit eine neue Bedeutung, ist sich der GKZ-Geschäftsführer sicher. „Steht doch deren Gewinnung durch die explosionsartig gestiegenen Rohstoffpreise im Mittelpunkt unserer Betrachtung. Es ist also nicht ‚Alter Wein in neuen Schläuchen’“, so Dr. Reimer. „Denn inzwischen hat die Entwicklung auf dem Gebiet der Selektion und Taxonomie von Mikroorganismen, den Möglichkeiten ihrer genetischen Bearbeitung sowie deren Aufbereitung durch neue Methoden der Aufkonzentrierung, Anreicherung und Abtrennung zu großen Fortschritten geführt, die eine erfolgreiche Exploration und Exploitation ermöglichen.“

Kontakt:
Dr. Wolfgang Reimer Geokompetenzzentrum Freiberg e.V. Burgstr. 19, 09599 Freiberg
E-Mail: office(at)gkz-ev.de, Tel. 03731-7737152