Industrie unterstützt Werkstoffforschung

Moderne Werkstoffe sind die Keimzelle innovativer Produkte, gerade im Maschinen- und Fahrzeugbau. Daher verfolgen Unternehmen aufmerksam die Forschungsarbeiten des Freiberger Sonderforschungsbereichs 799 "TRIP-Matrix-Composite". Wissenschaftler aus fünf Fakultäten entwickeln gemeinsam neue Verbundwerkstoffe aus Stahl und Keramik. Dank einer extremen Belastbarkeit sollen diese innovativen Materialien bald für Sicherheitsbauteile in Automobilen sowie für Verschleißteile im Maschinenbau eingesetzt werden.

Um frühzeitig Erfahrungen und Anforderungen von Industriepartnern in die Forschung einzubeziehen, initiiert der SFB einen eigenen Industriebeirat. Seine Aufgabe wird es sein, den SFB durch anwendungsbezogene Beratung bei der Entwicklung und Erprobung von Versuchsmustern zu unterstützen, den Transfer der Forschungsergebnisse in die Industrie zu begleiten und die berufliche Weiterentwicklung der Doktoranden zu fördern. Mehr als 20 Unternehmen aus der Region und aus Deutschland, wie z. B. Audi, BMW, Siemens und ACTech, haben bereits ihr Interesse bekundet.

Die Gründung des Industriebeirates ist verbunden mit einem Fachkolloquium. Unter dem Motto "Materials Design – Neue Werkstoffe für den Maschinen- und Fahrzeugbau – TRIP-Matrix-Composite" stellen die Freiberger Wissenschaftler ihre Erkenntnisse der Öffentlichkeit vor. Das Fachkolloquium im Rahmen des Freiberger Forschungsforums - 61. Berg- und Hüttenmännischer Tag am 10. Juni 2010 wendet sich an Wissenschaftler sowie Praxispartner, die sich aus erster Hand über die neuen Werkstoffentwicklungen informieren wollen. "Professoren und Doktoranden werden die innere Struktur der neuen Werkstoffe, technologische Anforderungen an ihre Herstellung sowie Erkenntnisse zum Schädigungs- und Verformungsverhalten präsentieren.", so der Sprecher des Sonderforschungsbereichs, Prof. Horst Biermann. Im Anschluss an die Vorträge ist eine Besichtigung von Laboren, Anlagen und Forschungsgeräten möglich, die der Werkstoffprüfung, Infiltration, bildsamen Formgebung und Verdüsung dienen.

Foto von Detlev Müller: SFB-Sprecher Prof. Horst Biermann (l.) mit Prof. Christos G. Aneziris vom Institut für Keramik, Glas- und Baustofftechnik.