Harvard University und MIT begeistert von Freiberger Forschung

Prozess der Biomineralisation © Prof. Dr. Hermann Ehrlich
Heisenberg-Professor Dr. Hermann Ehrlich von der TU Freiberg stellte Doktoranden und Professoren an der Brown University in Providence, am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge und an der Harvard University sein Forschungsfeld der Biomineralogie und der Extremen Biomimetik vor.

Grund für die Einladung ist das im März 2017 im Springer Verlag veröffentlichte Buch mit dem Titel „Extreme Biomimetics“. Prof. Dr. Ehrlich stellt dort als Editor und Co-Autor seine aktuelle Forschungsarbeit vor. Mit der Berufung von Prof. Dr. Ehrlich im Juli 2013 etablierte die TU Bergakademie Freiberg das derzeit weltweit einzigartige Forschungsfeld der „Extremen Biomimetik“. Der Fokus des Freiberger Professors liegt dabei auf der Extremen Biomineralisation. Dabei bilden lebende Organismen unter extrem kalten (bis minus 20°C) oder warmen (ab 60°C bis zum 120°C) Bedingungen Biominerale. „Diese in der Natur bewährten Prozesse lassen sich auf die Konstruktions- und Funktionsprinzipien neuartiger, extrem druck- und temperaturbeständiger Biomaterialien übertragen“, erklärt Prof. Dr. Ehrlich.

Mit internationalen Forscherteams entschlüsselte er bereits die biochemischen und biomineralogischen Zusammenhänge der Kieselalgen (http://tu-freiberg.de/presse/kieselalge-rettet-vor-kohlenstoffdioxid-ueberschuss-auf-der-erde) sowie die Struktur biologischer Glasfasern von Meeresschwämmen als Inspiration für die moderne Laserindustrie (http://tu-freiberg.de/presse/meeresschwaemme-als-inspiration-fuer-die-laserindustrie). Sein Wissen vermittelt Prof. Ehrlich an Studierende im Masterstudiengang Biomineralogie und Extreme Biomimetik. Die Fachrichtung sorgt insbesondere in den USA für große Resonanz. Als Ergebnis der Seminarreise plant das MIT im nächsten Jahr drei PhD-Studenten zur Ausbildung im Fach „Extreme Biomimetik“ nach Freiberg zu entsenden. 

Prof. Dr. Ehrlich (links) mit Nobelpreisträger Prof. Walter Gilbert © TU Bergakademie FreibergZum Abschluss der Dienstreise (29. April bis 7. Mai) wurde Prof. Dr. Ehrlich noch von Nobelpreisträger Prof. Walter Gilbert aus der Harvard University persönlich in Empfang genommen. Walter Gilbert (* 21. März 1932, Boston, Massachusetts, USA) ist ein US-amerikanischer Physiker und Biochemiker und gehört zu den Pionieren im Bereich der Molekularbiologie. 1980 erhielt er gemeinsam mit Frederick Sanger und Paul Berg den Nobelpreis für Chemie für Methoden zur Bestimmung der Basensequenz in Nukleinsäuren.