GraFA-Kompetenzschule führt erstes Assessment-Center-Training durch

Dr. Kristina Wopat, neue Projektleiterin in der Kompetenzschule der Graduierten und Forschungsakademie der TU Bergakademie Freiberg (GraFA), berichtet im Interview über das erste Assessment-Center der GraFA, das diese Woche vom 28.3. bis 30.März 2011 durchgeführt wurde. Elf Doktoranden der TU Bergak


Frau Dr. Wopat, warum hat die GraFA ein Assessment-Center angeboten, was war Ihr Anliegen?
„Grundsätzlich streben wir mit der GraFA an, Promovenden und Postdocs in Freiberg eine möglichst individuelle Förderung anzubieten. Ein Assessment-Center ist ja ein Personalauswahlverfahren, das unter mehreren Bewerbern diejenigen ermittelt, die den Anforderungen eines Unternehmens und einer zu besetzenden Stelle am besten entsprechen. Wir wollten mit unserem Seminar die Doktoranden der Bergakademie für den Berufsalltag und für die Teilnahme an Assessment-Centern schulen. Das Ziel ist, die Stärken der einzelnen Promovenden für künftige Führungstätigkeiten in Wissenschaft und Wirtschaft herauszuarbeiten und die entwicklungsfähigen Potenziale zu erkennen. Zusätzlich werden im Rahmen des Assessment-Centers auch individuelle Beratungen für die Doktoranden angeboten. Sich selbst und seine Stärken und Schwächen zu erkennen, ist die Grundlage dafür, notwendige Kompetenzen zu erweitern.

Wie genau lief das Seminar ab?
Das Assessment-Center hat ein Referententeam unter Leitung von Prof. Michael Nippa durchgeführt. Drei Tage lang wurden die Teilnehmer mit den klassischen Situationen aus dem Arbeitsalltag einer Führungskraft konfrontiert. Ob das eine Pressekonferenz als Krisenstab eines großen Unternehmens nach einer verursachten ökologischen Katastrophe war, ein Personalgespräch oder konstruktive Streitgespräche, alle Teilnehmer waren mit großem Engagement, hoher Kompetenz und viel Spaß bei der Sache. In dieser relativ kurzen Zeit war durch die realitätsnahen Trainingssituationen bereits bei allen Teilnehmern zu spüren, wie sie in kritischen Situationen sicherer geworden sind und mehr persönliche Ausstrahlung und methodische Kompetenz in Gruppensituationen gewonnen haben.

Sie sind seit Dezember 2010 an der TU Bergakademie, wie ist Ihr Eindruck von den Doktoranden?
Ich bin sehr positiv überrascht vom hohen Leistungsniveau und der persönlichen Motivation der Promovenden. Gleichzeitig wurde deutlich, dass den pragmatischen Ingenieuren und Naturwissenschaftlern insbesondere für kritische soziale und gesellschaftliche Situationen hin und wieder Lösungsstrategien fehlen.

Wie wird es weitergehen? Welche Angebote bietet die Kompetenzschule zukünftig an?
Wir werden die Ergebnisse des Assessment-Centers auf jeden Fall in die Planung des Weiterbildungsangebots der GraFA-Kompetenzschule einfließen lassen. Aufgrund des großen Erfolges des ersten Assessment-Centers wollen wir im Herbst wieder ein solches Seminar anbieten.

Foto: Cornelia Riedel: Die Trainingsgruppe mit Dr. Kristina Wopat (3.v.r.) und Prof. Michael Nippa (l.).
Ansprechpartner: 
Stephanie Hasse