Gesteine unter dem Mikroskop

Ein Eklogit aus Oberwiesenthal, ein Phonolith aus dem Erzgebirge, ein Leucitbasalt aus Italien und ein Dunit aus Südafrika. – Diese Gesteine haben eines gemeinsam: sie sind grau und unscheinbar. Aber nur bei normalem Licht. Unter einem Polarisationsmikroskop offenbart sich dem Betrachter eine verborgene und ungeahnte Welt aus Farben und Formen. Der Eklogit erinnert an ein Kaleidoskop, der Dunit an ein abstraktes Gemälde und der Leucitbasalt an eine versprengte Milchstraße. Kleckse und Farbtupfer in wildem Pink, tiefem Rot, leuchtendem Türkis und einem warmen Orange wechseln sich ab. Doch wie macht man den Farbenreichtum sichtbar? – Die Antwort lautet "Dünnschliffmikroskopie". Bei einer Stärke von 30 Mikrometern sind die meisten Gesteine durchsichtig. Dank feinster Schleifmittel ist die Erzeugung so geringer Dicken möglich. Ein Spezialmikroskop eröffnet anschließend mit Hilfe von polarisiertem Licht den Einblick in die unerwartete Farbwelt.
Die Dünnschliffmikroskopie hat sich zu einem unentbehrlichen Hilfsmittel der Mineralogie und Petrologie, der Gesteinkunde, entwickelt. Genutzt wird das Verfahren zur Bestimmung von Mineraleigenschaften und -strukturen und um die Zusammensetzung und die Entstehung von Gesteinsproben zu ermitteln.

Der neue Kalender mit schillernden Motiven der Dünnschliffmikroskopie dürfte nicht nur die Fachkundigen begeistern, sondern all jene Besucher der terra mineralia, die sich gern den faszinierenden Farbspielen der Natur hingeben. Wissenswertes zur Entstehung und Verwendung der Gesteine begleiten die großformatigen Abbildungen. Die wichtigsten Veranstaltungen an der TU Bergakademie Freiberg und der terra mineralia sind bereits eingetragen.
Der neue terra mineralia Kalender 2011 ist ab sofort für 19,90 Euro im Museumsshop erhältlich.

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Infotheke terra mineralia